Ohne kritische Öffentlichkeit keine Aufarbeitung des Missbrauchs

Bergisch Gladbach – Die Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP) betont den Stellenwert kritischer Öffentlichkeit und die aufklärerische Funktion von Medien bei der Aufarbeitung des Missbrauchs in der katholischen Kirche. "Nur mit rückhaltloser Offenheit und Transparenz wird es der katholischen Kirche gelingen, sexualisierte Gewalt in ihren Reihen mit Ursachen und Hintergründen aufzuarbeiten und Vertrauen zurückzugewinnen", betont der Vorsitzende der GKP, Joachim Frank, anlässlich der Vorstellung der von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebenen Studie "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" (MHG-Studie). "Die Bischöfe sind schlecht beraten, wenn sie auf ihre Deutungshoheit pochen und den Informationsfluss kontrollieren wollen", so Frank weiter. "Zu lange war kirchliche Kommunikation davon geprägt, Probleme zu verschweigen." Die Kirche sei die Organisation, aus der die Täter kommen und in der sie agieren konnten. Als solcher stehe es ihr nicht zu, zu entscheiden, was wann für die Öffentlichkeit von Interesse sei. Weiterlesen »

Regionaltreffen München an der Uni Eichstätt

07.11.2018

GKP-Vorstandsmitglied Dr. Christian Klenk ist vielen als kritischer Beobachter der konfessionellen Medienszene bekannt. Weiterlesen »

Eckpunkte: In persona Christi agere

Gedanken zu den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche vom Geistlichen Beirat der GKP,
P. Christof Wolf SJ

Nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle in der Kirche mahnen nun viele eine grundlegende Reform der Kirche an. Aber Strukturen zu verändern ist ein sehr mühsamer und langwieriger Prozess, der normalerweise mit großen Widerständen einhergeht. Schließlich werden nicht nur die Zuständigkeiten und Verantwortungsbereiche neu geordnet, sondern vor allem auch lieb gewordene, bequem etablierte Machtstrukturen umgekrempelt. Und wer Macht hat, gibt sie ungern ab. In der Kirche heißt das Klerikalismus, den Papst Franziskus als Gestus der Unberührbarkeit, der Erhabenheit und damit der Abwertung anderer beschreibt. Schaut man auf Jesus und seine Botschaft, ist diese Haltung ein echter Skandal. Aber auch zur Zeit Jesu ging es nicht ohne Lernprozess. Weiterlesen »

Abenteuer im Beruf: Lebensgefahr

Michaela Koller ist Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte und der Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen in Frankfurt. Sie schreibt hier über ihr berufliches Abenteuer als Journalistin in Pakistan.

Spätestens seit der Einladung zum Interview an alle Teilnehmenden der  GKP-Jahrestagung in Passau im vorigen Jahr wissen viele GKP-Mitglieder: Mein Beruf ist es, mittels Öffentlichkeitsarbeit (bei der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte und der Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen) in vielen Ländern den Spielraum zu erweitern, den wir katholische Journalisten hierzulande als selbstverständlich erleben oder nutzen: für die Verbreitung der Botschaft des Evangeliums und der Kirche. In Nordkorea etwa ist das Christentum nahezu ausgelöscht, im Irak erlitten die Christen einen historisch einmaligen Aderlass, in China hat gerade die härteste Zeit der Kontrolle seit der Kulturrevolution begonnen. Weiterlesen »

Reisen wie in Amelies Welt

Christof Wolf SJ, Geistlicher Beirat der GKP, beschreibt in den GKP-Informationen am Beispiel des Films "Die fabelhafte Welt der Amelie", welche Intensivform von Erfahrungen das Reisen bieten kann:

Ein kleines Café im Pariser Stadtteil Montmartre. Amélie, eine junge schüchterne Kellnerin, träumt sich durch ihren tristen Alltag. Bis sie eines Tages aus Versehen den Verschluss einer Parfümflasche fallen lässt und dieser eine Kachel an der Sockelleiste des Bades abschlägt, worauf dahinter eine über vierzig Jahre alte Schachtel mit Spielsachen zum Vorschein kommt. Nun will Amélie unbedingt herausfinden, wem die Schachtel gehört hat. Und das Unglaubliche gelingt: Sie macht den mittlerweile fünfzigjährigen Besitzer ausfindig und kann ihm die Schachtel zurückgeben. Amélie ist tief betroffen von den Freudentränen des Mannes. Durch diese Erfahrung verändert sich ihr Blick auf die Welt. Sie will nicht mehr bloß träumen, sondern in der Wirklichkeit Beziehungen gestalten und Gutes tun. Weiterlesen »

Abenteuer im Beruf: Umgang mit Geschichte

Dieter Klink, Politikredakteur in der Nachrichtenredaktion des Badischen Tagblatts in Baden-Baden, erlebt bei der Einweihung des Nationalmonuments Hartmannsweilerkopf im Elsass den journalistischen  Umgang mit Geschichte als Abenteuer. Klink war von 2001 bis 2017 Regionalbeauftragter der GKP in der Region Südwest.

La Présidence de la République“ lädt ein, steht auf der Akkreditierungskarte. 3. August 2014, „Nationalmonument  Hartmannsweilerkopf“. Der Präsident der Republik heißt François Hollande, und er kommt zusammen mit dem damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck auf den Berg im Südelsass, der zum Sinnbild des sinnlosen Krieges wurde. Als hier im Ersten Weltkrieg deutsche gegen französische Soldaten kämpften, haben bis zu 30 000 Menschen ihr Leben verloren. Seit 1932 gibt es auf dem Berg eine nationale Gedenkstätte, doch nun, 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, wollen Deutsche und Franzosen etwas Neues wagen: Sie bauen gemeinsam ein deutsch-französisches Gedenkzentrum, das erste seiner Art. Weiterlesen »

Giovanni di Fidanza dixit

Christof Wolf SJ, Geistlicher Beirat der GKP, schreibt in den GKP-Informationen über die Sieben Gaben des Heiligen Geistes im Mittelalter:

 

Als Giovanni um 1221 in Bagnoregio (Italien) geboren wird, ahnt noch keiner, was aus dem Jungen werden wird. Der Kleine ist schwer krank, und seine Mutter bringt ihn zum Hl. Franziskus, der Giovanni segnet – und tatsächlich wird er gesund. In die Geschichte eingegangen als einer der großen Philosophen und Theologen der Scholastik ist er unter dem Namen Bonaventura. Der Legende nach verdankt er seinen Namen dem hl. Franziskus, den die Mutter mit dem fünfjährigen Giovanni nochmals besuchte, und der ausgerufen haben soll: „O buona ventura!“ (gute Zukunft). Später selbst Franziskaner geworden, schreibt Bonaventura die einzige vom Orden als authentisch akzeptierte Biographie des heiligen Franziskus und überdies eine Fülle von philosophischen und theologischen Schriften. Bonaventura hat viel über die Natur Gottes nachgedacht. Über den Heiligen Geist schreibt er anno 1268 „Collationes de septem donis Spiritus sancti“ (Über die sieben Gaben des Heiligen Geistes). Heiliger Geist ist für ihn ein Beziehungsgeschehen. An der Qualität von Beziehungen sehen wir, wo der Geist Gottes wirkt. Ausgehend von Paulus, „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung“ (Gal 5,22-23), entwickelt Bonaventura sein eigenes System: Jede Gabe hat einen Gegensatz und einen Zustand der Vollendung. Weiterlesen »

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