Katholische Publizisten gegen EU-Leistungsschutzrecht und Uploadfilter

Bergisch Gladbach – Die Gesellschaft Katholischer Publizisten (GKP) lehnt die Einführung eines EU-Leistungsschutzrechts sowie Uploadfilter im Rahmen einer EU-Urheberrechtsreform ab. „Es ist wichtig, dass Urheberrechte auch im Netz geschützt werden und Journalisten an den online erzielten Erträgen ihrer Arbeit angemessen beteiligt werden“, erklärt der Vorsitzende der GKP, Joachim Frank. „Aber weder ein Leistungsschutzrecht noch Uploadfilter nutzen Urhebern. Stattdessen gefährden sie die demokratische Öffentlichkeit.“

Durch ein Leistungsschutzrecht sollen künftig Überschriften oder kürzeste Abschnitte von Pressetexten nicht mehr ohne Erlaubnis verwendet werden dürfen. Das zielt vor allem auf Suchmaschinen und Dienstleister wie Google News, die digitale Inhalte sammeln, aufbereiten und verfügbar machen, gefährdet aber auch beispielsweise Zitate in Onlinemedien und Wikipedia. „Publizisten und die demokratische Öffentlichkeit brauchen Sichtbarkeit im Internet. Dazu gehört es, in Suchmaschinen gefunden und in Blogs und anderen Medien zitiert zu werden“, sagt Frank. „Weder in Spanien noch in Deutschland hat die Einführung eines Leistungsschutzrechts die Situation von Urhebern verbessert, stattdessen ist die Rechtsunsicherheit gewachsen.“ Weiterlesen »

Giovanni di Fidanza dixit

Christof Wolf SJ, Geistlicher Beirat der GKP, schreibt in den GKP-Informationen über die Sieben Gaben des Heiligen Geistes im Mittelalter:

 

Als Giovanni um 1221 in Bagnoregio (Italien) geboren wird, ahnt noch keiner, was aus dem Jungen werden wird. Der Kleine ist schwer krank, und seine Mutter bringt ihn zum Hl. Franziskus, der Giovanni segnet – und tatsächlich wird er gesund. In die Geschichte eingegangen als einer der großen Philosophen und Theologen der Scholastik ist er unter dem Namen Bonaventura. Der Legende nach verdankt er seinen Namen dem hl. Franziskus, den die Mutter mit dem fünfjährigen Giovanni nochmals besuchte, und der ausgerufen haben soll: „O buona ventura!“ (gute Zukunft). Später selbst Franziskaner geworden, schreibt Bonaventura die einzige vom Orden als authentisch akzeptierte Biographie des heiligen Franziskus und überdies eine Fülle von philosophischen und theologischen Schriften. Bonaventura hat viel über die Natur Gottes nachgedacht. Über den Heiligen Geist schreibt er anno 1268 „Collationes de septem donis Spiritus sancti“ (Über die sieben Gaben des Heiligen Geistes). Heiliger Geist ist für ihn ein Beziehungsgeschehen. An der Qualität von Beziehungen sehen wir, wo der Geist Gottes wirkt. Ausgehend von Paulus, „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung“ (Gal 5,22-23), entwickelt Bonaventura sein eigenes System: Jede Gabe hat einen Gegensatz und einen Zustand der Vollendung. Weiterlesen »

Ärger über Versäumnisse kirchlicher Datenschützer

Beatrice Tomasetti ist Pressereferentin der Kölner Dommusik und freie Mitarbeiterin bei DOMRADIO.DE.

Worüber haben Sie sich zuletzt in den Medien so richtig geärgert?

Dass uns Journalisten mehr oder weniger die seit Ende Mai geltende Datenschutz-Grundverordnung kalt erwischt hat. Wir hätten gerade auf den Feldern der kirchlichen Kommunikation besser darauf vorbereitet sein können und müssen, zumal sich die neuen Richtlinien zwei Jahre lang angekündigt hatten. Unklar ist, ob die Verantwortlichen in den medialen Schaltzentren der Kirche ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben, sprich nicht irgendwelche Optionen und „Schlupfwege“ rechtzeitig hätten aushandeln können, um weiterhin mit Fotos aus dem Pfingstlager die ehrenamtliche Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde-Homepage zu beleben. Weiterlesen »

Das Abenteuer, Helfer der Journalisten zu sein

Andreas Herzig Andreas Herzig hat von 2003 an die Stabsstelle Medien im Erzbistum Hamburg aufgebaut und ist seit der Zeit auch Rundfunkbeauftragter beim NDR. Hier beschreibt er das Abenteuer, als Pressestellenleiter den Journalisten zu helfen, gute Arbeit zu leisten:

Oh je, einige meiner Gedanken zu dem Thema finde ich beim lieben Kollegen Matthias Kopp, der vor kurzer Zeit an dieser Stelle in seiner Kolumne die Arbeit als Pressesprecher beschrieben hat.
Ähnliche Erfahrungen also. Fest steht: Die Pressestellenarbeit ist neben den Herausforderungen der einzelnen Krisen (oder haben wir eine permanente Dauerkrise: gefühlt mindestens seit 2010?) immer mehr auf dem Weg zu einer Erklär-Agentur, die den Erfolg ihrer Erklärungen innerhalb einer Stunde oder althergebracht am nächsten Tag gedruckt in der Zeitung lesen kann. Weiterlesen »

Dass Kirche in den Berliner Medien kaum vorkommt, ärgert Beatrix Dombrowski

Beatrix Dombrowski ist Pressereferentin für Religion und Theologie des Verlag Herder am Standort Berlin.

Worüber haben Sie sich zuletzt in den Medien so richtig geärgert?

Ick bin ne echte Bärlina Göre. Und katholisch noch dazu. Damit bin ich eine von etwa 331.500 katholischen Berlinern. Das sind gut zehn Prozent aller Einwohner. Und wenn man die evangelischen Gläubigen noch dazu nimmt, bin ich eine von Vieren. Sollte man bei der Zahl nicht davon ausgehen können, dass wir in der Berliner Tagespresse auch einmal Gehör finden? Und dass Berliner Kirchenereignisse auch einmal thematisiert werden? Pustekuchen! Die großen Tageszeitungen sparen ihre Kirchenredakteure sogar ein oder machen das „mal so nebenbei...“. Weiterlesen »

Abenteuer im Beruf: "Erklären Sie das mal!"

"Kirche zu erklären, erläutern, verstehbar zu machen, das ist und bleibt ein herausforderndes Abenteuer", sagt Matthias Kopp, Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz und Leiter der Pressestelle/Öffentlichkeitsarbeit.

Pressestellen prägen Kommunikation. Mitunter etwas spröde, oft genug auskunftsfreudig. Es ist das Spannungsverhältnis zwischen Pressearbeit und PR. Wer hier heute noch trennen will, wird das kaum schaffen. Die beiden „P’s“ gehören zusammen. In beiden „P’s“ bin ich seit 16 Jahren unterwegs – vom kirchlichen Großereignis über die Politik und zur Kirche zurück. Gewiss, oft erlebe ich die Pressearbeit als fordernde Krisenkommunikation und manches Mal wünsche ich mir den alten Schreibtisch – damals bei Radio Vatikan – zurück, um im „Abenteuer Journalismus“ den Geschichten und Themen, den Thesen und Ideen journalistischer Arbeit nachzugehen. Weiterlesen »

Eckpunkte: Authentisch leben

Pater Christof Wolf, Geistlicher Beirat der GKP, über innere Sehnsüchte und das ignatianische Beten:

Eine unserer sieben Fragen in den GKP-Informationen lautet: "Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?" Wie unterschiedlich die Antworten auch sein mögen, eine Eigenschaft wird fast immer genannt: "Authentisch sein". Aber was heißt das eigentlich? Es gibt zwei Modelle von Authentizität. Einmal das Entdeckungsmodell: In uns lebt schon ein "wahres Selbst", das uns aber verborgen ist und erst entdeckt werden muss. Daneben gibt es das Hervorbringungsmodell: Authentizität verlangt das freie Hervorbringen eines Selbst, das es noch gar nicht gibt. Die beiden Modelle sind von verschiedenen Philosophen vertreten worden. Rousseau vertraute auf eine wahre Natur, die wir entdecken könnten, Sartre meinte, dass wir uns jeden Moment frei hervorbringen müssten. Weiterlesen »

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