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Freie Medien braucht es auch in der Kirche – Innere Pressefreiheit als Teil einer „Ökologie der Kommunikation“

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Freie Medien braucht es auch in der Kirche – Innere Pressefreiheit als Teil einer „Ökologie der Kommunikation“

geschrieben von GKP

Katholische Publizisten zur ersten Enzyklika Papst Leos XIV.

Köln/Marl (26. Mai 2026): In seiner ersten Enzyklika „Magnifica Humanitas” würdigt Papst Leo XIV. die Rolle des kritischen Journalismus auch für die Kirche. Die Gesellschaft Katholischer Publizistinnen und Publizisten Deutschlands (GKP) freut sich über den Stellenwert, den der Papst dem Journalismus in einer „Ökologie der Kommunikation” beimisst. „In einer Welt, in der falsche Informationen und Lügen als Waffe verwendet und Journalistinnen und Journalisten bedroht, gegängelt und getötet werden, steht der Papst ein für die Freiheit der Presse als wesentliche Bedingung für die Demokratie und eine offene Gesellschaft“, sagt der GKP-Vorsitzende Joachim Frank. „Konsequent nimmt die Enzyklika den Akzent auf, den der Papst in Ton und Inhalt bereits in einer seiner ersten Ansprachen nach seiner Wahl im Mai 2025 gesetzt hat. Er zeigt damit, wie wichtig ihm das Thema Pressefreiheit ist.“

In „Magnifica Humanitas“ schreibt Leo XIV. unter anderem, dass die Wahrheit „ein Gemeingut (ist) und nicht das Eigentum derer, die Macht oder Sichtbarkeit besitzen”. Weiter stellt er fest, dass es angesichts von Desinformation und Populismus des seriösen Journalismus bedürfe.

Besonders würdigt die GKP auch die kritischen Töne des Papstes zu kirchlichen Versuchen der Kommunikationskontrolle. Leo XIV. betont hier, dass auch christliche Gemeinschaften „an einer transparenten Kommunikation und ehrlichen Suche nach Fakten mitwirken“ müssten und räumt ein, dass das nicht immer der Fall gewesen sei: „Mit Scham haben wir miterlebt, wie schmerzhafte Wahrheiten auch über Mitglieder der Kirche und über kirchliche Wirklichkeiten ans Licht kamen. Insbesondere einige Journalisten, denen die Wahrheit am Herzen liegt, haben eine wesentliche Rolle dabei gespielt, Ungerechtigkeit und Missbrauch ans Licht zu bringen“, so der Papst weiter. Für die Kirche sieht der Papst in „Wachsamkeit und Transparenz“ eine schwerwiegende Verantwortung, „und wir dürfen nicht darauf warten, dass andere uns zwingen, uns mit unbequemen Wahrheiten über uns selbst auseinanderzusetzen“.

„Diese selbstkritischen Aussagen über die Verantwortung der Kirche beschreiben zugleich eine eigene Verantwortung kirchlicher Medien und bestimmen ihren Auftrag. „Von der Kirche getragene Medien müssen sich daran messen lassen, ob sie frei und ohne Angst vor Sanktionen ihrer Auftrag- und Geldgeber zu innerkirchlichen Missständen recherchieren, sie benennen und aufklären helfen können“, so Frank weiter. „Eine kirchliche Presse, die aus Rücksicht oder Furcht nur bruchstückhaft oder gar nicht berichtet, schafft sich am Ende selbst ab. Statt von ‚eigenen‘ Medien eine genehme Berichterstattung zu fordern, sollten Bischöfe und andere Auftraggeber ihrer Verantwortung in der von Papst Leo beschriebenen ‚Ökologie der Kommunikation‘ gerecht werden.“

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