Das Abenteuer, Helfer der Journalisten zu sein

Andreas Herzig Andreas Herzig hat von 2003 an die Stabsstelle Medien im Erzbistum Hamburg aufgebaut und ist seit der Zeit auch Rundfunkbeauftragter beim NDR. Hier beschreibt er das Abenteuer, als Pressestellenleiter den Journalisten zu helfen, gute Arbeit zu leisten:

Oh je, einige meiner Gedanken zu dem Thema finde ich beim lieben Kollegen Matthias Kopp, der vor kurzer Zeit an dieser Stelle in seiner Kolumne die Arbeit als Pressesprecher beschrieben hat.
Ähnliche Erfahrungen also. Fest steht: Die Pressestellenarbeit ist neben den Herausforderungen der einzelnen Krisen (oder haben wir eine permanente Dauerkrise: gefühlt mindestens seit 2010?) immer mehr auf dem Weg zu einer Erklär-Agentur, die den Erfolg ihrer Erklärungen innerhalb einer Stunde oder althergebracht am nächsten Tag gedruckt in der Zeitung lesen kann.

Für mich zeigt sich das Abenteuer Journalismus darin, dass wir eine deutlich sichtbare Verbesserung im Journalismus feststellen können. Ich bin weiter fest davon überzeugt, dass es für guten Journalismus einen Markt gibt und dass dieser sich auch behaupten wird.
Es gibt wirklich noch die gut recherchierten und toll geschriebenen oder gedrehten Stücke, die nach der Lektüre oder dem Anschauen nachhallen und im Gedächtnis bleiben.
Es gibt aber auch durch das sekundenschnelle Publizieren die Gefahr, dass Texte (oder besser: Rudimente) entstehen, die in der qualitativen Beurteilung durchfallen. Mein tägliches Stündchen bei Twitter erlebe ich oft als verstörend. Zu offenkundig wird hier oft nicht mal Halbgares präsentiert.
Hochachtung und großen Respekt habe ich da vor den Kolleg*innen gerade auch aus unserer GKP, die sich bei Twitter (und mit mehr Zeichen auch an anderen Stellen) in den Kampf um Wahrhaftigkeit hinein begeben und eben nicht in einer Blase der sich nur bestätigenden Meinungen bleiben, sondern in der Konfrontation das Fähnchen der eigenen gerade auch christlichen Überzeugung hochhalten.
Meine Aufgaben in der Stabsstelle Medien und als Rundfunkbeauftragter in Bezug auf das Abenteuer Journalismus bewegen sich auf zwei Feldern: a) junge Menschen an die gerade auch kirchlich wichtige Medienarbeit heranzuführen und ihnen eine Chance und einen Freiraum zu geben. Und b) Journalisten ihre Arbeit zu ermöglichen und ihnen Helfer zu sein, gute Arbeit leisten zu können.
Das hat mit Vertrauen zu tun und mit einem Bemühen, den Menschen hinter den Kolleg*innen zu sehen und zu suchen.
Ein entscheidender Punkt ist nach meinen Beobachtungen, dass sich Arbeitsbedingungen für Journalist*innen verschlechtert haben. Bei Zeitdruck und hoher Arbeitslast besteht die Gefahr, dass die Qualität leidet. Jungen Menschen trotzdem zu diesem Beruf zu raten und sie zu fördern, ist angesichts des Abenteuers Journalismus für uns als kirchlich geprägte Medienschaffende eine große und fortwährend wichtige Aufgabe.

 

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