Botschafter der VAE schaut gespannt auf einen historischen Papstbesuch

Mitglieder der GKP-Regionalgruppe Berlin trafen den Botschafter der VAE, Ali Abdullah Al Ahmed.Papst Franziskus, sagt Botschafter Ali Abdulla Al Ahmed, "ist global geachtet als Symbolfigur der Toleranz. Er steht für menschliche Barmherzigkeit, Solidarität, Brüderlichkeit, für ein friedliches Zusammenleben."

Zehn Tage vor dem ersten Besuch eines katholischen Kirchenoberhaupts auf der arabischen Halbinsel äußerte sich der Vertreter der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) in der deutschen Hauptstadt im Gespräch mit Mitgliedern der Berliner GKP-Regionalgruppe zur Bedeutung dieser historisch einmaligen Reise. Der Besuch des Papstes, der vom 3. bis 5. Februar auf Einladung von Abu Dhabi-Kronprinz Scheikh Mohammed bin Zayed  an einem internationalen Religionstreffen zum Thema "Human Fraternity" teilnehmen will, sei weit über die Region hinaus "von überragender Bedeutung". Franziskus sei damit ein Wegbereiter hin zu einem friedlichen Miteinander der Religionen.

Der Botschafter nahm sich gut zwei Stunden Zeit und schilderte die rasante Entwicklung der ölreichen und dank Öl und Gas reichen Emirate seit der Unabhängigkeit im Jahr 1971. Das, was in anderen Ländern in fünf Generationen oder mehr passiert sei, habe sich dort in einer Generation vollzogen. Er selbst erinnere sich an die Momente seiner Kindheit, als  das Haus seiner Familie Strom und ein Jahr später Wasseranschluss bekommen habe. Und er berichtete auch, wie er als Schüler bei einem Klassenkameraden aus einer syrischen Familie erstmals ein Kreuz an der Wand sah. Der Junge war einer seiner besten Freunde. Heute gibt es in den Emiraten angesichts hunderttausender Gastarbeiter mehr als 50 christliche Kirchen verschiedener Denominationen.

Al Ahmed ging auch auf die unruhige Lage in Teilen der arabischen Welt und auf islamistischen Terror ein. Bei dem Punkt erzählt er aber auch nachdenklich, dass er vor gut zwei Jahren mit seiner Frau und den Kindern auf dem Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche im Westen Berlins war und sie begeistert Fotos von dem schönen Ambiente in die Heimat schickten. 24 Stunden später steuerte ein islamistischer Terrorist einen Lastwagen  just an jene Stelle, an der sie gestanden und fotografiert hatten, und tötete zahlreiche Menschen. "Terror", sagt der Botschafter, "ist grenzenlos". Deshalb müssten die Religionen sich gemeinsam entschieden dagegen stellen. 

Christoph Strack

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