Abenteuer im Beruf: Kampf um die Primetime

Joachim Opahles berufliches Abenteuer besteht darin, sich als kirchlicher Radiomann in einem säkularen Medienumfeld zu behaupten.

Opahle (61) ist seit mehr als 20 Jahren Leiter der Rundfunkarbeit im Erzbistum Berlin und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Katholischen Senderbeauftragten in der ARD. Zuvor war er Redakteur beim Funkkolleg Religion des Süddeutschen Rundfunks und Öffentlichkeitsreferent  im Erzbistum Bamberg.

„Wir wollen entschiedene Leute an entscheidenden Stellen“ – sagte einmal ein Prälat zu mir, der mir auf meinem Berufsweg eine wichtige Weiche gestellt hat. Gerne folgte ich seinem Werben um eine berufliche Laufbahn im kirchlichen Dienst. Ich habe es bis heute nicht bereut, obwohl meine mittlerweile mehr als 25-jährige Erfahrung in der kirchlichen Medienarbeit nicht nur helle Momente kennt; sogar eine Bistumspleite war dabei. Weiterlesen »

Eckpunkte: Beim Leben meiner Schwester

Pater Christof Wolf, Geistlicher Beirat der GKP, über Leiden, Abschied und das Loslassen:

Kates Mutter steht mit verschränkten Armen in der Tür: Du musst aufstehen. Du hast das Bett seit zwei Wochen nicht verlassen. Kate wehrt ab: Ich bin müde. – Du kannst es schaffen. Der Vater zieht behutsam die Bettdecke zurück: Heute ist ein wunderschöner Tag. Die Sonne wird dir gut tun. Zärtlich streichelt er seiner Tochter den Kopf. Kate: Ich bin zu krank. – Du bist nicht zu krank. Du bist reaktiv-depressiv. Und ich werde dich nicht auch noch mit Antidepressiva füttern. – Jetzt steh auf!, fordert die Mutter energisch. Kate erwidert ihren Blick: Nein! – Drauf der Vater: Hey, Liebling, willst du mir nicht erzählen, was wirklich los ist? – Kate: Ich bin müde, verstehst du das nicht? Ich bin krank und müde. Ich bin hässlich. – Vater: Hör auf damit. – Kate unter Tränen: Wage nicht, mir zu sagen, ich sei hübsch, denn das bin ich nicht! Sag mir nicht dauernd, dass mich niemand anstarren würde, denn das stimmt nicht! Ich bin ein Freak! – Kates Mutter verlässt aufgebracht das Zimmer. Während der Vater seine schluchzende Tochter zu beruhigen versucht, hört man einen Rasierapparat aus dem Badezimmer. Was beide ahnen, wird wenig später Gewissheit: Die Mutter hat sich die Haare abrasiert. Sie sieht jetzt aus wie ihre Tochter – nur ist sie nicht krebskrank. Die gut vierzehnjährige Kate jedoch leidet seit dem zweiten Lebensjahr an Leukämie. Seit damals dreht sich der ganze Familienalltag nur noch um sie. Die Mutter hat ihre Arbeit aufgegeben, um sich ganz Kate widmen zu können. Und weil für eine effiziente medizinische Behandlung kein passendes Spendermaterial zu finden war, haben die Eltern sogar ein weiteres Kind gezeugt, im Reagenzglas: Anna. Sie ist genetisch perfekt programmiert, um Kate am Leben erhalten zu können. Seit ihrer Geburt hat sie für ihre ältere Schwester Blut, Stammzellen und Knochenmark gespendet. Alles hat immer nur vorübergehend geholfen. Von Heilung keine Rede. Nun versagen auch noch Kates Nieren total – und Anna soll eine ihrer Nieren hergeben. Aber die jetzt Elfjährige wehrt sich. Sie möchte doch auch leben und fröhlich sein, nicht bloß als „Ersatzteillager“ dienen. Weiterlesen »

Buchtipp: Wie katholisch ist Deutschland?

"Deutschland, evangelisch Vaterland"? Im Jahr des Reformationsjubiläums kann fast der Eindruck aufkommen, wesentliche Impulse für unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaftsordnung seien nur von Luthers Erben gekommen. Die Katholiken machten in den letzten Jahren mehr mit Skandalen und Problemen von sich reden. Doch der Eindruck täuscht! Der Katholizismus wirkte prägend für die Entwicklung der Bundesrepublik – die nach einem Wort des evangelischen Theologen Martin Niemöller "in Rom gezeugt und in Washington geboren" wurde. Neben den Gemeinwohldiensten der Christen insgesamt lassen sich spezifisch katholische Beiträge zu unserer politischen Kultur erkennen.

 

Das Buch beleuchtet konfessionelle Konkurrenzen und wagt eine kleine katholische "Leistungsschau". Es setzt sich aber auch kritisch mit den Versuchungen einer schrumpfenden katholischen Kirche sowie dem Rechtsruck innerhalb von Kirche und Gesellschaft auseinander und bricht eine Lanze für die Ökumene.
  Weiterlesen »

Tu Felix Austria

GKP-Reise nach Wien, 29.9. – 3.10.2017

Nein, wir haben nicht ganz Österreich besucht, nur  Wien. Wir haben auch keine Heiratspolitik betrieben wie Maria Theresia, die, wie wir jetzt wissen, nie Kaiserin war, nur Gattin eines Kaisers. Aber wir haben eine  Stadt kennen gelernt, die zur Hauptstadt zu haben ein Land sich glücklich preisen darf. Denn Wien hat

  • Geschick in der Politik
  • Gradlinige Kollegen in der Publizistik
  • Glaubwürdige Leute in der Kirche
  • Grandezza in der Kultur
  • Geschmack auf dem Teller und im Glas
  • Und Wien hat vor allem: Golli Marboe,einen großartigen Interpreten der Geschichte und  Gegenwart seiner Heimatstadt. Und der ist Mitglied unserer GKP und hat uns vier Tage lang seine Stadt,  seine Freunde und sein journalistisches Ethos so nahe gebracht, dass einige schon Wien II planen.

Termin mit Ilse Aigner muss erneut verschoben werden

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Das Bild, das wir abliefern, ist katastrophal“  Mit dieser Feststellung hat Ilse Aigner heftige Kritik am Machtkampf in ihrer Partei geübt. Wenig erfreulich ist auch die erneute Terminabsage der Ministerin. Obgleich sie es sehr bedauert und beteuert, nach den Koalitionsverhandlungen auf uns zuzukommen, haben wir erst einmal Zurückhaltung bekundet. Katja Auer und ich bedauern sehr, dass dieser Termin so große Schwierigkeiten bereitet. 

Max Kronawitter

  Weiterlesen »

Jens Joest: zu viel PR in der kirchlichen Medienarbeit

Jens Joest ist seit 2007 Print- und Online-Redakteur der Bistumszeitung „Kirche+Leben“ in Münster. Im Interview mit den GKP-Informationen beklagt er einen zu großen Einfluss der PR in der Medienarbeit der Kirche:

Worüber haben Sie sich zuletzt in den Medien so richtig geärgert?
Mich ärgert das bundesweit wachsende Übergewicht der PR in der katholischen Medienarbeit. Viele Bistümer bauen Pressestellen stark aus, während Redaktionen bei Bistumszeitungen schrumpfen, die sich – anders als Pressestellen – wirtschaftlich behaupten müssen. Weiterlesen »

Abenteuer im Beruf: Einsatz für Frieden und Sicherheit

Marlene Beyel ist Referatsleiterin für Presse-und Öffentlichkeitsarbeit beim Katholischen Militärbischofsamt in Berlin. Ihr berufliches Abenteuer ist die Arbeit für Frieden und Sicherheit:

In der Politik wird häufig über das  Rentenalter diskutiert. Man hat den Eindruck, dass alle schon mit spätestens 60 Jahren in den Ruhestand versetzt werden wollen. Es wird zu wenig beachtet, dass es Menschen gibt, die den Beruf als durchaus  sinnstiftend und lebenserfüllend empfinden. Dazu gehöre ich! Ich bin jetzt seit gut dreißig Jahren in der Presse- und  Öffentlichkeitsarbeit der Militärseelsorge tätig. Ich habe in diesen Jahren sehr intensiv die gewaltigen gesellschaftlichen Veränderungen in unserem Land miterleben dürfen: die Deutsche Einigung, das Ende des Kalten Krieges, den Einsatz der Bundeswehr im Rahmen der internationalen Verpflichtungen unseres Staates, das Zusammenwachsen Europas und jetzt leider auch die raue Wirklichkeit von Terror und Krieg und nationalem Egoismus. Weiterlesen »

AddThis

|||||
Inhalt abgleichen