Eckpunkte: Vom Wahrnehmen des Wirklichen

Heinz von Foerster erzählt in seinem bemerkenswerten Buch „Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners. Gespräche für Skeptiker“ folgende Geschichte: Ein reicher amerikanischer Reisender, der genug Geld hat, um ein Gemälde zu kaufen, besucht Picasso in seinem Schloss; Picasso ist entzückt, führt ihn herum, zeigt ihm seine Bilder. Schließlich sagt der Amerikaner: „Lieber Herr Picasso, warum malen Sie die Menschen nicht so, wie sie sind?“ Und Picasso fragt nach: „Wie soll ich das machen? Wie geht das? Wie sind die Menschen? Können Sie mir ein Beispiel geben?“ Da zückt der Amerikaner seine Brieftasche, nimmt ein kleines Foto heraus und sagt: „Hier sehen Sie meine Frau, wie sie ist.“ Fasziniert nimmt Picasso das Bild in die Hand, dreht es herum und meint: „Aha, das ist Ihre Frau. So klein ist sie. Und so flach!“ Weiterlesen »

Kultur als Unterbrechung im Getriebe

Johannes Loy (49) steht seit 1988 als Journalist in Diensten der Westfälischen Nachrichten/Zeitungsgruppe Münsterland und leitet seit 1995 das Feuilleton-Ressort

Wenn ich auf fast 30 Jahre Journalismus zurückblicke, kommt mir vieles abenteuerlich vor. Ich bin zwar kein typischer Jobhopper, der mit Kind und Kegel durch die Weltgeschichte zieht, heute hier und morgen da. Dafür bin ich viel zu bodenständig, liebe meine Heimatstadt Münster und das Münsterland und verfüge über die vielleicht typisch westfälische Skepsis gegenüber atemlosen Abenteuern und oberflächlichen Kicks. Aber „abenteuerlich“ im Sinne von spannend und herausfordernd sind diese 30 Jahre seit dem ersten „Termin“ als Freier Mitarbeiter mit 19 Jahren dennoch verlaufen. Weiterlesen »

Zu meinem Ärger: "Sexpriester" und "Prügelnonnen"

In der Rubrik "Zu meinem Ärger" äußert sich in den GKP-Informationen 06/2012 äußert sich Eva-Maria Kolmann, sie arbeitet im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Hilfswerk „Kirche in Not“.

Worüber haben Sie sich zuletzt in den Medien so richtig geärgert?

„Priester dürfen nicht mit Kindern in die Sauna“ wusste WELT ONLINE kürzlich zu berichten. Wie werden Tausende katholische Geistliche nun ihre Zeit verbringen, möchte man sarkastisch fragen. „Sexpriester“ und „Prügelnonnen“ bevölkern die Medienlandschaft. Gefühlte 98 Prozent aller Priester und Ordensleute sind pervers. Die Kirchengeschichte in der Berichterstattung vieler Medien: Eine Orgie aus Sex and Crime. Weiterlesen »

Katholisches Medienhaus in Bonn eingeweiht

Bonn - Als eine wichtige Wegmarke für die katholische Medienarbeit in Deutschland hat am 11. Juni der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, die Einweihung des neuen Katholischen Medienhauses in Bonn bezeichnet. „Hinter dem Begriff ‚Katholisches Medienhaus’ steht eine Idee, die größer ist als das konkrete Gebäude. Es geht um den Versuch, die seit langem diskutierte Notwendigkeit einer Bündelung der Kräfte und einer besseren Vernetzung kirchlicher Medienengagements konkret umzusetzen. Wir wollen damit sachgerechte Antworten auf die Herausforderungen des digitalen Medienzeitalters finden und im gemeinsamen Interesse aller der Kirche und den Themen des Glaubens eine stärkere Präsenz in der Öffentlichkeit verschaffen“, sagte Erzbischof Zollitsch. Weiterlesen »

"Clearingstelle Medienkompetenz" der Bischofskonferenz nimmt Arbeit auf

Bonn/Mainz - Die katholische Kirche in Deutschland stärkt ihr Angebot auf dem Feld der Medienkompetenz. Dazu hat jetzt die von der Deutschen Bischofskonferenz eingerichtete Clearingstelle Medienkompetenz an der Katholischen Hochschule in Mainz ihre Arbeit aufgenommen. Ziel ist es, Mediennutzer zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Medien zu befähigen. Wie die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz am 05. Juni mitteilte, hatten die Bischöfe bereits auf ihrer Frühjahrsvollversammlung 2012 in Regensburg betont, dass verbesserte Medienkompetenz als „grundlegend für ein friedliches Zusammenleben der Menschen gilt.“ Die meisten Formen von Fehlverhalten wie digitale Sucht, Datenmissbrauch, Gewaltverherrlichung oder Cybermobbing basieren auf Einstellungen und Gewohnheiten, denen  durch Angebotsverbote und Einschränkungen nicht zuverlässig beizukommen ist. Aus diesem Grund soll die Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz Angebote schaffen, um den Risiken persönlicher Fehlentwicklung entgegen zu treten und Medienkommunikation konstruktiv in das menschliche Miteinander zu integrieren. Dabei werden die bereits vorhandenen Ressourcen kirchlicher Medienpädagogik besser für Eltern, Kinder und Jugendliche sowie Multiplikatoren nutzbar gemacht. Weiterlesen »

Buchtipp: c.h.m.

„Claus Heinrich Meyer zählte zu jenen Journalisten, ohne die die Süddeutsche Zeitung nicht geworden wäre, was sie ist“, urteilte SZ-Chefredakteur Kurt Kister einmal. Meyers Kürzel war "chm" und diese drei Buchstaben, gesprochen "ze-ha-emm", waren sein Rufname in der Münchner Zeitung. Im Jahr 1964 kam er zur SZ und begann dort als Innenpolitiker, aber mit den Jahren erschloss er sich immer neue Themengebiete. Legendär waren seine Reportagen über die Bonner Republik oder seine Städteporträts. Jahrzehntelang prägte Meyer auch mit anderen zusammen das Streiflicht, die berühmte Glosse auf Seite eins, von denen er in all den Jahren rund 2000 verfasste. Der gebürtige Gelsenkirchener war ein Autor, der alle journalistischen Formen souverän beherrschte: Essays, Rezensionen, Porträts, Leitartikel und Kommentare, aber auch die Fotografie. Seine „Zeitungsstücke“ – Texte wie Bilder – sind nun in einer von Gernot Sittner getroffenen Auswahl als Buch erschienen. (rub) Weiterlesen »

Zu meinem Ärger: Who the fuck is ... Gottschalk live?

In der Rubrik "Zu meinem Ärger" äußert sich in den GKP-Informationen 05/2012 Martin Fuchs. Er ist Pressesprecher, Leiter Marketing/ Öffentlichkeitsarbeit bbtgruppe.de und selbsterklärtes Mitglied der Freundinnen und Freude des gepflegten Schachtelsatzes.

Worüber haben Sie sich zuletzt in den Medien so richtig geärgert?

Who the fuck is … Gottschalk live? Die gefühlte Relevanz des Nachrichtenwertes von Einschaltquoten einer Sendung im ARD-Vorabendprogramm ist, gemessen an der Situation im Süd-Sudan, der Diskussion um Betreuungsgeld oder einer der größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen, die Sicherung der Pflege, für mich so überzogen wie ärgerlich. Weiterlesen »

AddThis

|||||
Inhalt abgleichen