Eckpunkte: Recht haben

Christof Wolf, der Geistliche Beirat der GKP, schreibt über unser Bedürfnis, Recht zu haben, das  leicht zu Konflikten in Beziehungen führen kann:

Wenn wir Nachrichten von Kriegen hören, dann scheint das ganz weit weg. Haben wir doch seit über siebzig Jahren in Deutschland und großen Teilen Europas Frieden. Als sei Frieden die einfachste Sache der Welt. Im Neuen Testament ist Frieden zunächst Verheißung der Engel: „Friede auf Erden“ (Lk 2,14). Und dann Zusage Jesu an seine Jünger: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch.“ (Joh 14,27) Wie aber gibt die Welt den Frieden? Für uns heute durch den Rechtsstaat mit seinen Gesetzen, die nicht nur für alle gelten, sondern die auch strafbewehrt sind. Die Gerichte sprechen im Staat Recht. Der Staat mit seinem Gewaltmonopol verschafft dem Recht Geltung. Ein Zweites ist unsere Wirtschaftsordnung. Der freie Wettbewerb auf einem freien Markt. Normalerweise halten sich alle Beteiligten an die Spielregeln. Und dass dies nicht das höchste der Ideale ist, wissen wir auch. Es gibt auch hier Regulierungsbedarf. Wirtschaftsordnung und Rechtsstaat basieren beide auf der Idee, dass man sich an die gemeinsamen Regeln hält. Weiterlesen »

Abenteuer: Die Christen im Heiligen Land

Cornelia Kimberger (Jahrgang 1963) ist seit 2004 Mitglied im Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Viele Male im Jahr ist sie ehrenamtlich mit Gruppen, privat und als Vorsitzende der Heiligland Kommission der Deutschen Statthalterei des Ritterordens im Heiligen Land, also in Israel, Palästina und Jordanien unterwegs. Von ihren Erfahrungen berichtet sie in Zeitungen und auf Vorträgen.

„Was, Du fährst nach Israel? Das ist doch total gefährlich!“, höre ich immer wieder. Nein, ich bin keine Kriegsreporterin, wenn ich von meinen Erfahrungen aus einem Land im krisengeschüttelten Nahen Osten berichte. Vielmehr von einer anderen Warte der Auseinandersetzungen möchte ich informieren. Mir geht es um die Menschen, um das Menschsein im Heiligen Land. „Na, Du bist aber eine Abenteurerin!“, heißt es, wenn ich erzähle, dass ich wieder einmal nach Palästina reise. Weiterlesen »

Ärger über Welt am Sonntag

Astrid Prange de Oliveira ist Redakteurin in der brasilianischen Redaktion der Deutschen Welle in Bonn. Sie hat sich über ein Titelbild der WAMS geärgert:

Worüber haben Sie sich zuletzt in den Medien so richtig geärgert?
Richtig geärgert habe ich mich über das Titelblatt der Welt am Sonntag vom 25. November dieses Jahres.  Unter einem schwarzen Balken mit der Dachzeile „UN-Migrationspakt“ stand in riesigen Buchstaben als Überschrift „Einladung an alle“, darunter öffnete sich ein Tor mit UN-Logo in blau, durch die Öffnung schob sich eine anonyme Menge von Migranten. Hinter der Schlagzeile befand sich ein Fragezeichen, allerdings war es kaum zu erkennen, denn es war typografisch abgesetzt, nur mit einer schmalen weißen Linie auf blauem Untergrund umrandet. Mit diesem Titel unterstützt die WAMS die AfD-Kampagne gegen den UN-Migrations-Pakt, die mit falschen Informationen politische Meinungsmache betreibt. Die WAMS dient sich als Trittbrettfahrer der AfD an, ein echter journalistischer  Absturz. Weiterlesen »

Botschafter der VAE schaut gespannt auf einen historischen Papstbesuch

Mitglieder der GKP-Regionalgruppe Berlin trafen den Botschafter der VAE, Ali Abdullah Al Ahmed.Papst Franziskus, sagt Botschafter Ali Abdulla Al Ahmed, "ist global geachtet als Symbolfigur der Toleranz. Er steht für menschliche Barmherzigkeit, Solidarität, Brüderlichkeit, für ein friedliches Zusammenleben."

Zehn Tage vor dem ersten Besuch eines katholischen Kirchenoberhaupts auf der arabischen Halbinsel äußerte sich der Vertreter der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) in der deutschen Hauptstadt im Gespräch mit Mitgliedern der Berliner GKP-Regionalgruppe zur Bedeutung dieser historisch einmaligen Reise. Der Besuch des Papstes, der vom 3. bis 5. Februar auf Einladung von Abu Dhabi-Kronprinz Scheikh Mohammed bin Zayed  an einem internationalen Religionstreffen zum Thema "Human Fraternity" teilnehmen will, sei weit über die Region hinaus "von überragender Bedeutung". Franziskus sei damit ein Wegbereiter hin zu einem friedlichen Miteinander der Religionen. Weiterlesen »

Ärger über negative Berichterstattung

Lars Schäfers ist Wissenschaftlicher Referent in der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle (KSZ) in Mönchengladbach. Er ärgert sich, dass in den Medien der Fokus vor allem auf Katastrophen und Skandale gelegt wird.

Worüber haben Sie sich zuletzt in den Medien so richtig geärgert?
Das politische Berlin wirkte im vergangenen Jahr wegen der Streits rund um Migration, Maaßen und Minister wie eine Tragikomödie mit besonders stümperhaftem Libretto. Doch auch nicht wenige Journalistinnen und Journalisten performten schlecht in ihrer Rolle, sofern sie immer wieder neue Skandale publizistisch ausschlachteten, ohne die Perspektive einmal zu weiten und für ihre Leserinnen und Leser Antworten auf die Frage nach dem „Was jetzt?“ zu suchen. Weiterlesen »

Abenteuer im Beruf: Im Mittelpunkt der Mensch

Angelika Kamlage, Jahrgang 1967, arbeitet als freie Fotografin bundesweit für Orden, Kirchen, Gemeinden, Bistümer und alle Menschen, die sie anfragen.

Keine Kriegsschauplätze. Keine Politiker. Weder Schauspieler noch Popstars. Auch lädt mich der Papst nicht regelmäßig zu sich zu einem Kaffee ein.  Wo also ist mein „Abenteuer im Beruf“?
„Hier beginnt Ihr Abenteuer“, las ich neulich beim Vorbeigehen an einem Reisebüro. Jetzt muss ich wieder daran denken. Was ist mein alltägliches aufregendes Erlebnis, das meine Arbeit für mich so einzigartig macht? Weiterlesen »

Eckpunkte: Mehr als nur ein Name

Pater Christof Wolf, der geistliche Beirat der GKP, macht die Taufe (Jesu) zum Thema seiner Betrachtungen im Monat Januar.

Wohl jeder weiß, wann er Geburtstag hat. Aber kennen wir auch unser Taufdatum? Ersteres feiern wir regelmäßig jedes Jahr – letzteres eher selten oder gar nicht. Obwohl unsere Taufe ebenso wie die Geburt ein einmaliges Ereignis ist, das Folgen zeitigt. In den Evangelien beginnt mit der Taufe Jesu sein öffentliches Wirken. Nur bei Lukas, dessen Evangelium wir dieses Jahr hören, ist es das ganze Volk, das sich taufen lässt. Und Jesus kommt nicht als Superheld mit Anspruch auf Erhabenheit, sondern stellt sich einfach in die Reihe der normalen Leute. Wahrscheinlich war „das Volk“ nur ein Bruchteil des ganzen Volkes, das zum Jordan hinauszog. Menschen, die von Johannes dem Täufer gehört hatten, seine Aufforderung „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium“ (Mk 1,15) ernst nahmen, und die andere Menschen kannten, die sich durch die Taufe des Johannes merklich verändert hatten. Die plötzlich eine Ausstrahlung hatten, eine andere Sicht auf die Welt. Von Lukas wird uns weiter berichtet, dass Jesus betet, während er getauft wird. Auch wenn uns nicht überliefert ist, was Jesus genau gebetet hat – Gott antwortet ihm: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ (Lk 3,22). Beten ist ein dialogisches Geschehen. Gott antwortet nicht nur – er macht Jesus eine Liebeserklärung. Nur zu gerne wüsste man, was diese Worte für Jesu Selbstverständnis bedeuteten und was sich die Umstehenden dabei gedacht haben. Weiterlesen »

Nachruf auf Helmut Ruppert

Helmut Ruppert war ein Kosmopolit, der 50 Länder bereiste. Er konnte sich in vielen Sprachen verständlich machen, unter anderem in Afrikaans und Luganda. Mit seiner Frau Sally gründete er eine deutsch-ugandische Familie, aus der vier Kinder und (bislang) zwei Enkel hervorgingen. Er war ein begeisterter Chorsänger und Karnevalist. Radiosendungen der Deutschen Welle verplauderte er mit beneidenswerter Leichtigkeit, und als Schreiber hatte er die Gabe, treffsicher Menschen und Situationen zu skizzieren. Als Chefredakteur leitete er die Katholische Nachrichten-Agentur von 1996 bis 2005. Ich war damals Korrespondent der KNA in Rom und wurde 2005 zu seinem Nachfolger berufen, weil die Parkinsonsche Krankheit sein Nervensystem befallen hatte und ihm konzentriertes Arbeiten in der Folge schwer fiel. Weiterlesen »

Eckpunkte: Abba - Vaterunser

P. Christof Wolf, der Geistliche Beirat der GKP, schreibt über das allen Christen gemeinsame Gebet, das Vaterunser:

Journalistinnen und Journalisten sind in der Regel ein reiselustiges Volk. Wer etwa in Rom zu tun hat, trifft auf dem Petersplatz im Vorbeigehen garantiert einen Berufskollegen. Wenn man dann dort einen Gottesdienst auf Italienisch besucht, obwohl man der Sprache nicht mächtig ist, weiß man als guter Katholik sofort, wo man in der Messe gerade ist. Das Vaterunser kann man sogar im Stillen in seiner Muttersprache mitbeten, ohne aus dem Rhythmus der Gemeinde zu fallen. Faszinierend, ist doch diese Art von gemeinschaftlicher religiöser Erfahrung etwas Besonderes und in gewisser Weise genau der Ursprung des Vaterunsers. Im Lukas-evangelium bitten die Jünger Jesus: „Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger beten gelehrt hat!“ (Lk 11,1) Nicht dass die Jünger keine Ahnung gehabt hätten, wie sie beten sollten. Vielmehr wollten sie wie die mit ihnen wetteifernden Jünger Johannes’ des Täufers ein Gebet haben, das identitätsstiftend für ihre Gruppe sein würde. Und das ist es in der Tat nicht nur für sie, sondern für die ganze Christenheit geworden. Weiterlesen »

"Wie schnell können Sie hier sein?"

Marc Lenzke ist Unternehmensberater für Krisenkommunikation aus Mainz und ehrenamtlicher Pressesprecher des Kartellverbands katholischer deutscher Studentenvereine. Er muss meist komplexe Probleme unter Zeitdruck lösen und immer wieder neue Strategien entwickeln. Das ist sein Abenteuer im Beruf.

Gerade schlüpfe ich in meine Sportklamotten, da klingelt das Handy. Kunde dran: „Herr Lenzke, wir haben gerade den Hinweis von der Kripo bekommen – ja, den Kollegen haben sie eben festgenommen. Wie schnell können Sie hier sein?“ – uff, eigentlich habe ich einen freien Tag und möchte jetzt joggen. Aber wir haben mit dem Anruf gerechnet; der Koffer steht gepackt, unser Team ist vorbereitet. „Ich rufe Sie in fünf Minuten zurück!“, sage ich und suche hastig eine Verbindung in den Süden Deutschlands. Eine halbe Stunde später sitzen wir zu dritt im Zug. Von unterwegs klären wir die Details mit der Staatsanwaltschaft ab: Wann genau wurde der Kollege festgenommen? Haben Sie ihn zu Hause angetroffen? Wie genau lautet der Vorwurf? Werden Sie selbst aktiv kommunizieren? – dann passen wir den Text für die Mitarbeiterversammlung an und leiten ihn an den Kunden weiter. Beim Kunden angekommen richten wir unseren Krisenstab ein und schicken eine Pressemitteilung an den Medienverteiler. Keine zehn Minuten später kommen die ersten Nachfragen. Los geht’s! Weiterlesen »

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