7 Fragen an Stefan Teplan

Stefan Teplan war viele Jahre lang leitender Redakteur im Print-Journalismus. Seit nunmehr 14 lebt er als freier Autor, Journalist und Übersetzer bei München. Journalistisch hat er sich in den letzten Jahren stark auf die Kommunikation weltweiter sozialer Projekte der Caritas spezialisiert. Daneben arbeitet er an Buchpublikationen, derzeit zusammen mit einer syrischen Journalistin über den Krieg in deren Land. Er ist seit dem Jahr 2011 Mitglied der GKP.

 

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?
Schreiben wollte ich schon immer. Und daraus einen Beruf machen. Unter hohem Zeitdruck zu recherchieren und druckreif zu schreiben, lernt man am besten bei einer Tageszeitung und in diesem Sinne habe ich von meinen Anfangsjahren bei der „Süddeutschen Zeitung“ viel profitiert. Später wechselte ich, in diversen leitenden Positionen, in den Zeitschriftenbereich, zunächst im Burda Verlag, später bei „Weltbild“. Daneben produzierte ich zahlreiche Hörfunkbeiträge für den „Rundfunk Neues Europa“, dem Vorläufer des heutigen „Radio Horeb.“ Seit nunmehr 14 Jahren arbeite ich freiberuflich, journalistisch unter anderem für „Caritas international“, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, für die ich deren weltweite soziale Arbeit kommuniziere.

Ihre Vorbilder?
Ich begeisterte mich für den Journalismus, als ich als Jugendlicher Reportagen von Egon Erwin Kisch las. Als Vorbilder folgten später Hans Ulrich Kempski, Georg Stefan Troller und Marcel Reich-Ranicki, von dessen spitzer Feder ich - so hoffe ich doch zumindest ;) - für meine Literaturkritiken viel gelernt habe.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?
Oh, da gibt es eine ganz Menge. Spontan fällt mir, auch wenn es schon länger zurückliegt, ein:  Angela Merkel hat mich, als sie noch Ministerin für Frauen und Jugend war, persönlich zweimal in ihr Büro in der Bundesregierung eingeladen und mir und ihre politische Unterstützung zugesichert, weil ich als „Weltbild“-Redakteur eine  Kampagne und große Unterschriften-Aktion für mehr Jugendschutz und weniger Gewaltdarstellungen im Fernsehen startete. Wir führten ein sehr anregendes Gespräch und ich ahnte damals nicht, dass ich vor der künftigen Bundeskanzlerin sitze. Aber es gab noch eine ganze Reihe sehr interessanter,  denkwürdiger Begegnungen und „schöner Erlebnisse“ mit vielen faszinierenden Persönlichkeiten aus Politik, Kulturwelt und Showbusiness, an die ich gerne zurückdenke.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?
Ganz klar: Neben dem unerlässlichen schreiberischen Handwerkszeug: Neugier. Wahrheitsliebe. Einhalten der Sorgfaltspflicht. Ja, und auch eine gehörige Portion Frechheit und Unerschrockenheit.

Wie bringen Sie Privatleben und Beruf unter einen Hut?
Zugegeben sehr schwer. Die Kehrseite dieses schönen Berufs ist eben, dass er von unregelmäßigen Arbeitszeiten geprägt und wenig familienfreundlich ist. Den überwiegenden Teil meiner Zeit bin ich  nicht zu Hause. Zur Kompensation bringe ich dafür aber berufliche Opfer, wann immer es geht. So versagte ich mir zum Beispiel sogar einmal einen Lebenstraum, weil ein Termin genau auf unseren Hochzeitstag fiel: Ich sagte ein Treffen und Interview mit den Ex-Beatles Paul McCartney und George Harrison ab, wozu ich, als einer der ganz wenigen Journalisten weltweit, persönlich eingeladen war, als McCartney erstmals seine Bilder ausstellte.

Warum sind Sie in der GKP? Wer hat Sie hineingebracht? Was hält Sie?
Mich hat meine Kollegin Marilis Kurz-Lunkenbein angeworben, die ich seit unserer gemeinsamen Zeit im Weltbild Verlag kenne.  Was mich hält? Die sehr wertvolle Möglichkeit des Austausches und Netzwerkens mit vielen anderen katholischen Publizisten. Und die überzeugenden Angebote der GKP.

Was erwarten Sie von der GKP?
Glaubwürdigkeit, Transparenz, offene und furchtlose Auseinandersetzung auch bei kritischen kirchlichen Themen wie etwa bei Missbrauchsfällen. Dies geschieht auch erfreulicherweise. Generell  finde ich, die GKP macht ihre Arbeit schon so gut, dass ich nur noch sagen kann:  Weiter so!

 

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