7 Fragen an Magdalena Ebertz

Magdalena EbertzMagdalena Ebertz, geboren 1988, hat Katholische Theologie und Nahost-Politikwissenschaft in Tübingen, Rabat und Kairo studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin u.a. für den SWR und die FAZ und ist seit Ende 2016 GKP-Mitglied.
 

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?
Der Auslöser war – in der zehnten Klasse – ein Praktikum in der Fernsehredaktion Horizonte des Hessischen Rundfunks bei Meinhard Schmidt-Degenhard und Ilyas Meç. Während dieser Zeit empfahlen mir die beiden, für die Schülerzeitung zu schreiben, wenn ich wieder zu Hause sei. Gesagt, getan. Und ein Wink des Schicksals wollte es wohl so, dass der Chefredakteursposten der Schülerzeitung Goethes Faust just zu diesem Zeitpunkt vakant war. Von dort ging es dann weiter zu Wochenzeitungen am Oberrhein und zur Badischen Zeitung.
Während meiner Studienzeit konnte ich im Uniradio Tübingen meine ersten Radioerfahrungen sammeln. Das hat mich geprägt, vor allem weil ich in den wöchentlichen Redaktionskonferenzen, bei Interviews, Reportagen und zweistündigen Live-Moderationen im Selbstfahrerstudio enorm viel lernen und mitnehmen konnte. Dazu kamen mehrmonatige Praktika nochmals bei Horizonte im hr, bei Anne Will und im FAZ-Feuilleton sowie mehrmonatige Aufenthalte in Ägypten und Marokko – Erfahrungen, die mich schließlich dorthin gebracht haben, wo ich heute beruflich bin.

Ihre Vorbilder?
Ganz klar: Anne Will, die ich für ihre charmante Hartnäckigkeit und gute Laune bewundere. Und Dunja Hayali, deren Mut zum Rebellin-Sein ich nachahmenswert finde.
 
Ihr schönstes Erlebnis im Beruf ?
Wenn mich langjährig erfahrene Redaktionsleiter voll Vertrauen und Zuversicht losgeschickt und „einfach machen“ haben lassen. Dann hatte ich immer das großartige Gefühl von Freiheit und Verantwortung zugleich. Das motiviert unfassbar. Danke an dieser Stelle an Tom Hagenauer, Sigi Lehmann, Nils Minkmar, Meinhard Schmidt-Degenhard und Anne Will!

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?
Vollblut-Journalist-Sein. Damit meine ich einen wachen Blick für Themen, Fähigkeit zu Kritik und Selbstkritik und die Neugierde auf Perspektivwechsel.
 
Wie bringen Sie Privatleben und Beruf unter einen Hut?
Indem ich abends liebend gern Tagesthemen schaue, bei einem Drink mit Freunden die „Themen-Ohren“ spitze, wenn sie von ihren (Alltags-)Erlebnissen erzählen oder mich mal wieder bei meinem Partner darüber auslasse, dass schon wieder jemand im Radio die Begriffe muslimisch, islamisch und islamistisch synonym und (scheinbar) unhinterfragt verwendet hat. Und um auf die Frage zurückzukommen: Ich glaube, ganz gut. Es kommt ganz auf die Perspektive an. Luft nach oben ist ja bekanntlich immer.

Warum sind Sie in der GKP? Wer hat Sie hineingebracht? Was hält Sie?
Joachim Frank war so freundlich und gab mir den entscheidenden Schubs in die GKP – schließlich sind viele Kontakte und ein gutes Netzwerk die harte Währung eines (freien) Journalisten.
Mich halten in der GKP die durchweg positiven Erfahrungen bei meiner ersten Jahrestagung und Mitgliederversammlung in Passau: Diese Tage waren von gegenseitigem Interesse, Offenheit, Humor, spannenden Gesprächen und inhaltlicher Tiefe geprägt. Ganz besonders fiel mir die Wertschätzung von Seiten des Vorstands auf, sei es gegenüber den Referenten von extern, den Organisatoren einzelner Programmpunkte oder den Neumitgliedern, die vor versammelter Runde herzlich willkommen geheißen und aufgenommen wurden. Mein Eindruck: Von der GKP gehen „gute Vibes“ aus.
 
Was erwarten Sie von der GKP?
Die Möglichkeit zum Austausch unter Kolleginnen und Kollegen in ungezwungenem Rahmen und auf kurzem Wege, die verbandliche Interessensvertretung der Mitglieder und „das katholische Etwas“, das sich u.a. in den spirituellen Veranstaltungsangeboten, dem Geistlichen Beirat, Pater Christof Wolf SJ, und der Verbundenheit in Glaube und Beruf zeigt.

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