7 Fragen an Jürgen Strickstrock

Jürgen Strickstrock ist seit 1971 Mitglied der GKP. Stationen seines Berufslebens als Journalist waren nach Theologiestudium und Seelsorgstätigkeit im Bistum Trier ein Volontariat bei der Katholischen Nachrichten-Agentur, anschließende Tätigkeit als KNA-Redakteur, unterbrochen durch die zweijährige Arbeit als Redakteur der Mainzer Bistumszeitung „Glaube und Leben“, danach Rückkehr zur KNA. 1982 übernahm er die Leitung der Bischöflichen Pressestelle in Mainz. Im Jahr 2004 trat er dort in den Ruhestand. Seither ist Jürgen Strickstrock weiter freiberuflich als Journalist tätig, unter anderem für die Allgemeine Zeitung Mainz, die Kir-chenzeitung „Glaube und Leben“, für die KNA und die Bischöfliche Pressestelle Mainz.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?
Mein Deutschlehrer am Gymnasium in Neunkirchen/Saar hat mir die Freude am Schreiben vermittelt. Als Theologiestudent in Trier habe ich beim „Kinder-Paulinus“ der Trierer Bistumszeitung mitgearbeitet. Als ich nach jahrelangem Seelsorgsdienst im Bistum Trier, zuletzt als Religionslehrer, nach einem beruflichen Neuanfang suchte, wurde mir auf Vermittlung von Karl Volker Schmidt (ZDF, Kirche und Leben) ein Volontariat bei der KNA angeboten. Stationen dieser Ausbildung mit den Schwerpunkten Nachrichten, Berichte und Interviews waren Bonn, Hamburg und München.

Ihre Vorbilder?
Ich hatte verschiedene literarische Vorbilder, denen ich Problembewusstsein und Verlässlichkeit verdankte, vor allem Theodor Haecker, Stefan Zweig und John Henry Newman. Meine persönlichen Vorbilder in der konkreten Arbeit wurden die KNA-Redakteure Franz Feemers (Hamburg) und Dr. Norbert Stahl (München), die mir als Mentoren zur Seite standen. Hinzu kam unter anderem der kollegiale Austausch mit dem Geschäftsführer von Pax Christi, Reinhold Lehmann, Bruder von Bischof Lehmann, der als Journalist und Lektor beim Herder-Verlag vielfältige Anregungen gab.

Wer hat Sie in die GKP hineingebracht?
Viel zu verdanken habe ich auch dem damaligen KNA-Chefredakteur Dr. Konrad W. Kraemer, der für meine Mitgliedschaft in der GKP sorgte.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?
Eines meiner schönsten Erlebnisse als Journalist war die Teilnahme an der Ehrenpromotion von Bischof Karl Lehmann in Oppeln. Daneben gab es eine Reihe weiterer Ehrenpromotionen von Lehmann, an denen ich teilnehmen und darüber berichten konnte. Dazu gehörten die Ehrenpromotionen an der Universität Krakau und im rumänischen Jassi. Diese hatte ein besonderes Gewicht, weil die Ehrung von der orthodoxen Kirche ausging und sein ökumenisches Engagement würdigte. Diese Auszeichnungen waren für mich jeweils mit großer Freude verbunden. Lehmann erhielt durch die Ehrungen die Anerkennung, die er aufgrund seiner wissenschaftlich-theologischen Kompetenz verdiente.
Ein Höhepunkt in der Reihe dieser Ehrungen, die ich hautnah bei den damit verbundenen Auslandsreisen miterleben durfte, war die Auszeichnung mit der Kardinalswürde im Jahr 2001 in Rom durch Papst Johannes Paul II. Lehmann erwies sich bei all diesen Ereignissen als hilfsbereiter Ratgeber, der immer auch die journalistische Umsetzung im Blick hatte.
Ein besonderer Höhepunkt war für mich eine Reportagereise im Auftrag des Bischöflichen Hilfswerkes Adveniat nach Mexico City im Jahr 1984. Zusammen mit dem Fotografen Wolfgang Radtke besuchten wir innerhalb von fünf Wochen eine Vielzahl von sozialen Brennpunkten in der Metropole mit ihren mehr als 20 Millionen Einwohnern. Für mich war dies ein besonders intensives Erlebnis durch die Konfrontation mit kaum vorstellbarer Armut, aber auch die Erfahrung von Solidarität und Hilfsbereitschaft.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?
Aus diesen Erfahrungen sind aus meiner Sicht journalistische Neugier, aber auch Mut, Empathie mit den Notleidenden, Objektivität und Wahrheitsliebe unerlässlich für einen Journalisten.

Wie bringen Sie Privatleben und Beruf unter einen Hut?
Privatleben und Beruf ließen sich bei mir nie klar trennen. Denn die begeisternden oder frustrierenden Erfahrungen drängten nach journalistischer Umsetzung.

Was erwarten Sie von der GKP?
Von der GKP erwarte ich die Wachheit, sich mit drängenden Zeitfragen auseinanderzusetzen und so zur Meinungsbildung in der Öffentlichkeit beizutragen. Dazu braucht es die Solidarität der Mitglieder, die Liebe zur Kirche und einen lebendigen Meinungsaustausch.

 

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