7 Fragen an Christine Seuss

Christine Seuss wurde 1979 in München geboren. Nach Abschluss ihres Germanistik-Studiums in München und Pisa hat sie ihren Lebensmittelpunkt im Jahr 2005 nach Rom verlegt. Seit 2012 ist sie dort bei Radio Vatican/Vatican News als Redakteurin tätig. Dabei verantwortet und moderiert sie Radiosendungen, verfasst Artikel für die Homepage und den Newsletter, übernimmt CvD-Dienste und betreut Social Media wie Facebook und Twitter. Seit 2012 ist sie GKP-Mitglied.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?
Nach ersten kleinen Schritten in der Schülerzeitung war für mich schnell klar, dass ich „irgendwas mit Journalismus“ machen wollte. Studiert habe ich deswegen Germanistik, Medienrecht und Politische Wissenschaften. Doch dann kam mir Italien dazwischen… Und meine Priorität wurde tatsächlich, in Rom zu landen – was mir mit einer Stelle bei Mercedes-Benz (PR und anschließend IT-Projektmanagement) gelungen ist. Aber der Traum, journalistisch tätig zu sein, hat mich nie verlassen. Über das Alumni-Netzwerk des Cusanuswerks erfuhr ich dann, dass Radio Vatikan neue Mitarbeiter sucht: mein Traumjob in meiner Traumstadt…

Ihre Vorbilder?
Natürlich könnte ich jetzt bekannte Menschen aufzählen, mit denen jeder sich irgendwie identifizieren kann. Wirklich geprägt haben mich persönlich aber eher die Menschen, denen ich während meines Freiwilligen Sozialen Jahres in einer Schule für mehrfach schwerstbehinderte Kinder begegnet bin: zunächst einmal die Familien, die ihre Kinder uneingeschränkt so lieben, wie sie nun einmal sind – ein dringend nötiges Beispiel in unserer Leistungsgesellschaft. Dann die Betreuer, die diese Kinder körperlich und seelisch pflegen und ihnen ihren schwierigen Lebensweg so gut es geht erleichtern. Und vor allem die Kinder selbst, die das Wort „Lebensfreude“ für uns alle vollkommen neu ausbuchstabiert haben…

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?
Eigentlich habe ich ständig „schönste Erlebnisse“. Denn das Privileg, im Vatikan und seinen versteckten Winkeln ein und aus zu gehen, dem Papst immer mal wieder über den Weg zu laufen und dabei auch einer Arbeit nachzugehen, die einem letztlich viel mehr Freiheiten lässt als man sich das vielleicht erwarten würde, ist eigentlich kaum zu toppen. Wenn ich jetzt an DAS schönste Erlebnis denken soll, dann vielleicht eines, bei dem sich Privates und Berufliches vermischen: nämlich die Taufe meines Sohnes in der Sixtinischen Kapelle durch Franziskus persönlich…

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?
Es mag abgedroschen klingen, ist deshalb aber nicht weniger wahr: eine unbedingte Liebe zur Wahrheit. Und um die zu verteidigen, muss man manchmal eben auch gegen den Strom schwimmen. Und wie es so schön heißt: Objektivität sollte man sich dabei natürlich auch bewahren… Ob das auch allen gelingt (die Verfasserin schließt sich dabei ausdrücklich ein), sei dahingestellt…

Wie bringen Sie Privatleben und Beruf unter einen Hut?
Ich muss gestehen, das ist ausbaufähig… Wir alle leben mit der Herausforderung, mit immer weniger Ressourcen immer mehr „Content“ in einem immer schnelllebigeren Umfeld zu liefern. Auch der Vatikan macht da, hört hört, keine Ausnahme. Hinzu kommt, dass der Papst seine Tagesplanung eher nicht von Kindergarten- und Schulzeiten abhängig macht und auch mal in Länder reist, die eine Berichterstattung zu ziemlich unchristlichen Zeiten erfordern… Aber letztlich muss man auch in diesem Umfeld die Disziplin haben, die „Pausetaste“ zu drücken - wenn ich es mir oft genug vorsage, funktioniert es vielleicht auch.

Warum sind Sie in der GKP? Wer hat Sie hineingebracht? Was hält Sie?
Unser ehemaliger Redaktionsleiter Bernd Hagenkord S.J. hat mich auf die GKP aufmerksam gemacht. Wie wertvoll und belebend Netzwerke unter Menschen sind, die letztlich ähnliche Werte und Prinzipien vertreten, hatte mich schon das Cusanuswerk gelehrt. Ich bin dankbar für die guten Kontakte, interessanten Einsichten und neuen Freundschaften, die sich über dieses professionelle Netzwerk geradezu zwangsläufig selbst ergeben.

Was erwarten Sie von der GKP?
Das, was sie sich auch selbst auf die Fahnen geschrieben hat: eine wichtige Plattform für publizistisch tätige Menschen darzustellen, die eine gemeinsame Wertebasis haben. In unserer Zeit ist es wichtiger denn je, dafür einzustehen, dass christliche und ethische Werte keineswegs ein Auslaufmodell darstellen, sondern vielmehr die Grundlage (nicht nur) journalistischen Schaffens sein sollten. Dabei unterstützt uns die GKP.

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