7 Fragen an Alexander Radej

ich bin seit Juni 2019 Mitglied der GKP. Beruflich arbeite ich an der Universität Bonn als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Forschungsprojekt „Sakralraumtransformation. Funktion und Nutzung religiöser Orte in Deutschland“. Studiert habe ich an der Goethe-Universität Frankfurt Katholische Theologie, Geschichte und Religionswissenschaft. Seit 2017 betreibe ich das Portal Orthodoxia-News.

Ihr persönlicher Weg zum
Journalismus?

Mein Weg zum Journalismus führte mich über die freiberufliche Tätigkeit bei kath.de. Später dann schrieb ich für die angegliederten Redaktionen explizit.net und hinsehen.net und absolvierte den Medienstudiengang an der PTH Sankt Georgen. Später gründete ich mein eigenes Portal Orthodoxia-News und schrieb für katholisch.de über das Thema Orthodoxie und stehe beratend für das Thema zur Seite. Mittlerweile bin ich neben meiner forschenden Tätigkeit im Bonner DFG-Projekt für die PR-Arbeit verantwortlich.

Ihre Vorbilder?
Mein Vorbild ist tatsächlich der ungläubige Thomas. Was jetzt erstmal sehr fromm klingt, deute ich eher symbolisch. Thomas, der nicht glauben will und dann noch den Finger in die Wunde legt, ist für mich das Symbolbild für meine journalistische, aber auch wissenschaftliche Arbeit. Immer gepaart mit ein bisschen Realismus, dass man eben doch nur der zweifelnde und kritische Mensch ist.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?
Das schönste und zugleich traurigste Erlebnis hatte ich während meines Besuches in der Ukraine. Ich wurde bezüglich der kirchlichen Streitigkeiten im Jahr 2019 von der ukrainisch-orthodoxen Kirche nach Kiew eingeladen, um über die Situation zu berichten. Neben spannenden Gesprächen mit Bischöfen, Besuchen in überfallenen Kirchen und Interviews im Kiewer Höhlenkloster durften wir in erster Reihe bei der Liturgie des Metropoliten Onufri mitfeiern und berichten. Die anschließenden Gespräche mit Bischöfen aus aller Welt zur ukrainischen Kirche waren mein persönliches Highlight.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?
Das Wichtigste ist das Prinzip, sich immer der Wahrheit zu verpflichten. Auch wenn Reisen, Finanzspritzen oder ähnliches die eigene Meinung beeinflussen können, ist es unabdingbar, jede Seite sehr genau zu beobachten und auch die „fütternde Hand“ zu kritisieren.

Wie bringen Sie Privatleben und Beruf unter einen Hut?
Dadurch, dass ich einen Teil meiner Arbeit von zu Hause erledigen kann, mit viel Verständnis von zu Hause aus. Klar ist jedoch, dass bei privaten Kontakten das Vorurteil herrscht „Wenn ich dir jetzt was sage, schreibst du deine nächste Story daraus!“. Natürlich stimmt das nicht, aber es zeigt eine gewisse Skepsis der Berufssparte gegenüber. Zwischen Forschung und Journalismus, bzw. PR-Arbeit muss ich jedoch klar unterscheiden können, was mir bisher immer gelungen ist.

Warum sind Sie in der GKP? Wer hat Sie hineingebracht? Was hält Sie?
Ich bin über den Kontakt mit dem Kollegen Felix Neumann in die GKP eingetreten. Wir kannten uns aus dem Medienstudiengang, Treffen bei Kirche im Web 2.0 und katholisch.de. Die GKP ist für mich ein Ort des Zusammenhalts, aber auch der Diskussion. Einerseits versammeln sich hier Menschen, mit denen man offen über den Journalisten-Alltag sprechen, gleichzeitig aber fachliche Themen austauschen kann. Unter anderem gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich über Themen zu informieren und mit Menschen zu sprechen, die von der GKP eingeladen werden.

Was erwarten Sie von der GKP?
Zusammenhalt in einer schwierigen Zeit für den Journalismus und die Vermittlung eines gemeinsamen ethisch-vertretbaren Berufsethos. Der Journalismus steht innerhalb der Gesellschaft sehr stark in der Kritik, weil sich einige Kolleginnen und Kollegen zu weit aus dem Fenster gelehnt haben, was natürlich der ganzen Branche geschadet hat. Zwar wird die GKP den Schaden nicht rückgängig machen, kann sich aber als Anker des qualitativen und ethisch korrekten Journalismus beweisen.

 

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