Abend beim Bonifatiuswerk

Bericht in "Zenit - Die Welt von Rom aus gesehen":

Bonifatiuswerk: Neue missionarische Pastoral ist nötig
Bonifatiuswerk präsentiert sich vor Gesellschaft katholischer Publizisten

PADERBORN, 9. März 2010 (ZENIT.org).-„Diaspora-Hilfe ist heute von zentraler Bedeutung für die katholische Kirche in Deutschland und Europa." Das machte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen, der deutschen Katholiken gegenüber 80 Journalisten und Medienschaffenden der Gesellschaft katholischer Publizisten Deutschlands (GKP) am Freitag in Paderborn deutlich. Der katholische Journalistenverband GKP hielt in diesen Tagen seine Jahrestagung unter dem Thema: „Irgendwie religiös - Die Rede von Gott in einer säkularen Gesellschaft" in der Bischofsstadt ab.

Das Bonifatiuswerk richtete einen Abend für die Teilnehmer der Tagung aus und präsentierte dabei seine Arbeit und die Problematik der Diaspora in Deutschland und Nordeuropa. Gemeinsam mit dem Präsidenten des Bonifatiuswerkes, Georg Freiherr von und zu Brenken, informierten der Generalsekretär und Mitarbeiter des Werkes über die deutsche Diasporahilfe. Der Kabarettist Erwin Grosche sorgte für Unterhaltung.

In seinem Vortrag (Vgl. ZENIT Dokumente) ging der Generalsekretär auf das Thema der GKP-Tagung ein und sprach über „die veränderte Situation von Diaspora in Deutschland und Europa und die Notwendigkeit einer neuen missionarischen Pastoral". Monsignore Austen verwies auf die sich ausbreitende Glaubensdiaspora, in der Christen in ihrer Gesamtheit einer nichtchristlichen Bevölkerungsmehrheit gegenüberstehen. Außer in den fünf ostdeutschen Bundesländern, in denen sich nur 20 Prozent der Bevölkerung zu einer christlichen Kirche bekennen, zeige sich die Glaubensdiaspora mittlerweile in zahlreichen westdeutschen Großstädten, analysierte Monsignore Austen die Diaspora-Verhältnisse in Deutschland. So stellten die Christen in Frankfurt am Main und in Hamburg mit 46 und 41 Prozent der Bevölkerung nicht mehr die Mehrheit. Aber auch in München, Stuttgart und Düsseldorf kämen sie nur noch auf gut die Hälfte der Einwohner, so Monsignore Austen. Der Generalsekretär machte auch auf eine innerkatholische Diaspora aufmerksam. „Der Begriff Diaspora umschreibt mittlerweile auch eine Minderheitensituation aktiver Christen in der Kirche selbst." Wer regelmäßig sonntags in die Messe gehe oder sich im Pfarrgemeinderat engagiere, müsse sich kritischen Anfragen stellen, auch von Menschen, die katholisch getauft seien, so Monsignore Austen.

Diese veränderte Diaspora-Situation stelle die Kirche in Deutschland im Allgemeinen so wie das Bonifatiuswerk im Besonderen vor neue Herausforderungen, betonte der Generalsekretär vor den Journalisten der GKP. Er forderte deshalb eine neue missionarische Pastoral. „Wir brauchen mehr missionarische Initiativen, mehr missionarisches Handeln".

Das Bonifatiuswerk habe sich die Fragen zu stellen: „Wie können wir Katholiken in den Kirchengemeinden, Verbänden, Orden und Initiativen unterstützen, offen über ihren Glauben zu sprechen? Wie können wir helfen, neue Wege der Glaubensweitergabe zu finden, die vor allem in einem säkularen Umfeld fruchten? Wie kann eine missionarische Pastoral aussehen, die den Glauben niemandem aufdrängt, sondern attraktiv anbietet?"

Als erste Schritte des Bonifatiuswerkes zur Förderung einer fruchtbaren missionarischen Pastoral sprach Monsignore Austen den neuen Bereich „Missionarische und diakonische Pastoral" im Bonifatiuswerk an sowie die Förderung befristeter Personalstellen für missionarische Initiativen und den Bonifatiuspreis für missionarisches Handeln, der in diesem Jahr vergeben wird.

Zum Abschluss überreichte Generalsekretär Monsignore Austen der Vorsitzenden der GKP, Hildegard Mathies, ein druckfrisches Exemplar der neuen Publikation des Bonifatiuswerkes über „Norwegen - Aufbrüche einer Diasporakirche". Es ist ein Ergebnis der Journalistenreise, die das Bonifatiuswerk im letzten Jahr mit dem katholischen Journalistenverband GKP durch das nordeuropäische Land unternahm.

(PM) 

"Zenit - Die Welt von Rom aus gesehen" dokumentiert die Ansprache von Msgr. Georg Austen in zwei Teilen.
Teil 1 
Teil 2 

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