Buchtipp: Trübsal einer Straßenbahn

Der Schriftsteller Joseph Roth ist für viele Leser heute nur noch der melancholische Romancier einer versunkenen k.u.k.-Welt. Als Journalist verstand er es in seinen seit 1919 entstandenen Feuilletons aber auch meisterhaft, „das Antlitz der Zeit“ zu zeichnen. Roth interessierte keine scheinbar alles überschauende Perspektive, sondern das Detail, das vermeintlich Nebensächliche, aus der er das Große entfaltete: „Das Diminutiv der Teile ist eindrucksvoller als die Monumentalität des Ganzen“, erklärte er einmal. Dieser Band versammelt Texte, die in Wien, Berlin oder Frankfurt erschienen sind: Ob es das Waldmännlein vom Wiener Stephansplatz ist, das städtische Obdachlosenasyl am Prenzlauer Berg oder die Trübsal einer Straßenbahn des Ruhrgebiets. – Joseph Roth verdichtet virtuos die großen Themen der Stadt in der kleinen Form des Feuilletons. (rub)

Joseph Roth: Trübsal einer Straßenbahn. Stadtfeuilletons. Hrsg. und mit einem Nachwort von Wiebke Porombka. Verlag Jung und Jung. ISBN 978-3-99027-003-5 Euro 22,00

Weitere Buchtipps aus den GKP-Informationen

Druckversion

AddThis

|||||