Katholischer Journalistenverband erfreut über Oscar für „Spotlight“

Bergisch Gladbach - Die GKP hat die Auszeichnung des Dramas „Spotlight“ mit dem Oscar 2016 für den besten Film als ermutigendes Signal für kritischen Journalismus gewürdigt. „Spotlight wirft ein Glanzlicht auf die Bedeutung beharrlicher Recherche der Medien“, sagte der GKP-Vorsitzende Joachim Frank. „Zugleich ist unerschrockene aufklärerische Arbeit das beste Gegengift gegen finstere, denunziatorische Parolen wie ‚Lügenpresse‘.“

Der Film Spotlight zeichnet nach, wie ein Reporterteam der Zeitung „Boston Globe“ die jahrzehntelange, systematische Vertuschung von sexuellem Missbrauch in der US-Erzdiözese Boston aufdeckte. Der mitverantwortliche Kardinal Bernard Law musste unter dem Eindruck der Berichterstattung 2002 seinen Posten als Erzbischof räumen.

„Auch in Deutschland wurde der Skandal des Missbrauchs und seiner Verschleierung zum Schutz der Täter und der Institution Kirche in seinem ganzen Ausmaß erst durch die hartnäckige Arbeit kritischer Medien offenbar“, so Frank. „Dankenswerterweise haben viele das auch anerkannt.“ In der Konsequenz sei bei der Aufarbeitung des Skandals sowie beim verbesserten Schutz von Kindern und Jugendlichen in kirchlicher Obhut viel erreicht worden. Gleichwohl habe es wie in den USA, so auch in Deutschland kirchlicherseits Versuche gegeben, „von eigenem Versagen durch Angriffe auf Journalisten abzulenken“.

Spotlight zeigt, dass sich auch die Redaktion des „Boston Globe“ dem Vorwurf des „Kampagnen-Journalismus“ ausgesetzt sah. Hinter solchen Attacken stecke eine verborgene Agenda, so Frank weiter: „Es geht darum, die kritische Presse mundtot zu machen. Das darf den Feinden der Freiheit und der Demokratie nicht gelingen.“

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