Medieneinrichtungen der katholischen Kirche sollen enger zusammenarbeiten

Die Deutsche Bischofskonferenz hat in Bonn ein Medienhaus errichtet, in dem bestehende kirchliche Medienorganisationen künftig unter einem Dach zusammenarbeiten sollen. Der Leiter des Bereichs "Kirche und Bildung" beim Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Matthias Meyer, hat für die GKP-Informationen Interviewfragen von Georg Stingl zu diesem Projekt schriftlich beantwortet.

 

Herr Dr. Meyer, kann man einen Erfinder des Projektes Medienhaus benennen?

Das Projekt Medienhaus ist aus der Arbeit der Publizistischen Kommission entstanden.

Welche bestehenden Defizite sollen durch das Medienhaus behoben werden?

Die im Medienhaus ansässigen katholischen Medieneinrichtungen nutzen gemeinsam Räumlichkeiten sowie eine technische Plattform. Sie sollen in der Erstellung von Inhalten  enger zusammenarbeiten.

Welche langfristige Zielvorstellung besteht für das Medienhaus?

Längerfristige Zielvorstellung ist es, bei der Erstellung von Inhalten besser zusammenzuarbeiten und die unterschiedlichen medialen Verbreitungswege besser zu nutzen.

Welche Vorstellungen bestehen bezüglich der langfristigen Finanzierung des Medienhauses?

Das Medienhaus finanziert sich durch die das Medienhaus nutzenden Einrichtungen.

Wird das Medienhaus lediglich ein Ort der zentralen Zusammenführung bereits bestehender, im Medienbereich tätiger Organisationen sein oder werden diese Organisationen Abteilungen des Medienhauses unter zentraler Leitung sein?

Zu dem Medienhaus kommen rechtlich eigenständige Einrichtungen zusammen, eine Auflösung der rechtlichen Strukturen ist nicht vorgesehen.

Wird es auch Neugründungen von Medienorganisationen für das Medienhaus geben?

Derzeit sind außer einer Intensivierung der Internetarbeit (katholisch.de) keine Neugründungen von Medienorganisationen vorgesehen.

Besteht nicht die Gefahr, dass es bezüglich der Ausrichtung der  kirchlichen Medienpolitik zu Rivalitäten zwischen dem Medienhaus  und den zuständigen Abteilungen der Deutschen Bischofskon-ferenz kommt?

Die Steuerung des Medienhauses erfolgt strategisch durch das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Die das Medienhaus nutzenden überdiö-zesanen Medieneinrichtungen haben überwiegend den VDD als (Haupt-)Gesellschafter. Eine Rivalität ist nicht zu befürchten.

Soll das Medienhaus einen Leiter bekommen und ist diese Person schon bekannt?

Das Medienhaus wird durch eine Medienhaus-GmbH betrieben. Hundertprozentiger Gesellschafter ist der VDD. Die Medienhaus-GmbH wird-geschäftsführend geleitet durch Herrn Juncker.

Wer ist verantwortlich für die Wahl des Leiters des Medienhauses?

Für die Wahl von Geschäftsführern ist der jeweilige Aufsichtsrat zuständig.

Wird der mögliche Leiter den im Medienhaus angesiedelten Firmen und Organisationen  Direktiven für die kirchliche Medienarbeit ausgeben oder soll sich der Leiter des Medienhauses auf die organisatorische Leitung des Hauses selbst beschränken?

Für die Ausrichtung der kirchlichen Medienarbeit ist die Bischofskonferenz und die durch die Bischofskonferenz berufene Fachkommission (Publizistische Kommission) zuständig.

Sollen bestehende kirchliche Organisationen in der Medienarbeit, die auf gleichen oder ähnlichen Feldern arbeiten, im Medienhaus zusammengeführt wer-den, um Doppelarbeit und doppelte Ausgaben zu vermeiden?

Im Medienhaus sollen Einrichtungen, die mit der Erstellung und Bearbeitung von Inhalten befasst sind, zusammenarbeiten.

Wird das Medienhaus kostspielige Technik bereitstellen, die den Mietern im Medienhaus günstiger als zu marktüblichen Bedingungen zur Verfügung ge-stellt wird?

Das Medienhaus wird Technik für die das Medienhaus nutzende Einrichtungen bereitstellen.

Werden im Medienhaus alle Medien gleichberechtigt vertreten sein oder erfolgt eine Konzentration auf das Internet?

Das Medienhaus wird alle medialen Distributionswege im Blick behalten. Zentral hierfür ist die Nutzer- und Zielgruppenanalyse.

 

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