Medienbischof Fürst stellt Medienethisches Impulspapier vor

Mainz - Die Deutsche Bischofskonferenz plädiert dafür, in der Bildungsarbeit einen größeren Schwerpunkt auf die Vermittlung von Medienkompetenz zu legen. „Nicht Informationsmangel ist das Problem der digitalen Mediengesellschaft, sondern vielmehr die verantwortliche Produktion und Nutzung der unendlich vielen Medieninhalte“, sagte der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst, bei der Vorstellung des medienethischen Kommissionspapiers „Virtualität und Inszenierung – Unterwegs in der digitalen Mediengesellschaft“ in Mainz. „Es muss kontinuierlich eine öffentliche Diskussion und Aufklärung über psychologische und medizinische Konsequenzen extremen Medienkonsums erfolgen. Vor diesem Hintergrund plädieren wir dafür, die Medienpädagogik in den säkularen und konfessionellen Bildungseinrichtungen auszubauen.“ Auch die Kirche sei gefordert, kompetent auf die Veränderungen im Medienbereich zu reagieren, sagte Fürst weiter. Dies umfasse neben der Wahrung der traditionellen Medien und des Engagements bei den Neuen Medien auch die Ausbildung und Qualifizierung der Mitarbeiter.

In dem Text geht es um die Einordnung von Entwicklungen, die durch die Medien ausgelöst und beschleunigt werden. So wird etwa der Frage nachgegangen, welche Folgen die medialen Veränderungen für das Zusammenleben der Menschen haben. Bischof Fürst betonte, dass „die Ausgestaltung der Medienordnung wegen ihrer großen Bedeutung für die politische und soziale Kultur einer Gesellschaft eine Gemeinschaftsaufgabe sei, an der sich möglichst viele Institutionen, Gruppen und einzelne Bürger beteiligen sollten“. Gemeinsam sollten Wege gefunden werden, um die zentralen Anliegen des Impulspapiers umzusetzen. Dazu gehöre etwa, dass „die Gesellschaft nicht nur technisch, sondern auch sozial anschlussfähig“ bleibe, so Bischof Fürst. Die Teilhabe an den digitalen Medien müsse für alle Menschen möglich sein, „um eine Wissenskluft zwischen Informierten und Nichtinformierten zu vermeiden“. Weiter sei eine Stärkung des professionellen Journalismus notwendig. (rub)

Sekretariat der Deutschen Bischofkonferenz (Hrsg.) Virtualität und Inszenierung. Unterwegs in der digitalen Mediengesellschaft. Ein medienthisches Impulspapier. Bonn 2011 (Die deutschen Bischöfe - Publizistische Kommission Band 35)

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