7 Fragen an Dr. Axel Bernd Kunze

Dr. Axel Bernd Kunze, wohnhaft in Waiblingen, GKP-Mitglied seit 2003; Dr. theol., Privatdozent für Erziehungswissenschaft an der Univ. Bonn, Lehrbeauftragter für Soziale Arbeit an der KSFH München, Dozent für Pädagogik u. komm. Schulleiter an der Evgl. Fachschule für Sozialpädagogik Weinstadt; Mitglied im Herausgeberbeirat der pädagogischen Fachzeitschrift „Engagement“, geschäftsführender Mitherausgeber der Reihe „Forum Bildungsethik“, seit 2003 freier Mitarbeiter der Redaktion „Liturgie konkret“, Mitbegründer der Arbeitspapiere der Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?
Redaktionspraktika im Studium (z. B. bei der Kirchenzeitung und beim Bernward-Rundfunk Hildesheim oder beim Wissenschaftsforum der Sozialdemokratie) haben Freude am Publizieren geweckt. Interessant war nicht zuletzt die Mitarbeit bei „young press“ im Rahmen der ITB 1998 in Berlin, verbunden mit der Herausforderung, sich neben erfahrenen Journalisten behaupten zu müssen. Auch wenn ich hauptberuflich einen anderen Weg eingeschlagen habe, freue ich mich, als Theologe und Pädagoge heute publizistisch tätig sein zu können.

Ihre Vorbilder?
Autoren, beispielsweise der Medienwissenschaftler Norbert Bolz, die mit Sprache umzugehen verstehen, bei denen Lesen Genuss ist, deren Zeilen im Gedächtnis bleiben, da sie nicht den üblichen journalistischen oder gesellschaftlichen Moden folgen, sondern sich eine Freiheit im Denken bewahrt haben – eine Eigenschaft, die gegenwärtig leider viel zu selten geworden ist.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?
Lebendig in Erinnerung geblieben ist das erste eigene Interview mit einem Hannoveraner Transplantationsmediziner. Doch bleibt es immer wieder von neuem schön, Ideen umsetzen und schließlich das „Produkt“ in gedruckter Form in Händen halten zu können. Erfreulich ist es, wenn Gedanken etwas anstoßen, wenn sie Resonanz erfahren. Mitunter kommt Rückmeldung gerade zu solchen Beiträgen, bei denen man es gar nicht erwartet hätte.

Was halten Sie für unerlässlich für eine Journalistin/einen Journalisten?
Verantwortung, Unabhängigkeit, Aufrichtigkeit, eine persönliche Überzeugung, gepaart mit der Fähigkeit zum Perspektivwechsel … – Journalisten sollten Persönlichkeiten sein, die individuell frei sind. Ihre Rolle ist anspruchsvoll: Sie sollten anderen ihre Meinung nicht aufdrücken, schon gar nicht andere Meinungen einfach abschreiben, aber auch nicht auf eine eigene Meinung verzichten. Denn nur wer einen eigenen Standpunkt besitzt, hat auch etwas zu sagen. Aus vielem, was geschrieben wird, spricht heute eher ironische Distanziertheit, Beliebigkeit oder die Abhängigkeit von dem, was als politisch korrekt gilt. Solche Beiträge erzeugen Langeweile, schlimmer noch: Sie untergraben auf Dauer den gesellschaftlichen Diskurs. Hier sollte die GKP als wertgebundener Berufsverband in besonderer Weise eine berufsethische Vorbildrolle einnehmen.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einem Hut?

Das Schreiben ist die Kür neben anderen beruflichen Aufgaben. Nicht selten müssen dafür die Abendstunden oder auch mal eine Bahnfahrt herhalten. Was aber Freude macht, wird nicht zur Last – solange man dabei im gesunden Maße auch an sich selbst denkt und „Auszeiten“ offen hält.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht, was hält Sie?
Kennengelernt habe ich die GKP durch meinen Mentor, Ludger Schulte-Roling, während eines Studienpraktikums in der Münsteraner Bistumsakademie Franz-Hitze-Haus. Meine erste GKP-Tagung war in Speyer. Aufgefallen ist mir zunächst die große Bandbreite journalistischer und publizistischer Tätigkeiten, welche die GKP vereint, später auch das trotz aller Verschiedenheit hohe Maß an Kollegialität und Zusammenhalt.

Was erwarten Sie von der GKP?
Information, Interessenvertretung und gegenseitige Unterstützung – auf Basis einer christlichen Grundhaltung. Wichtig bleibt dabei die richtige Balance aus festen Prinzipien und persönlicher Freiheit, aus gemeinsamen Überzeugungen und gegenseitiger Toleranz.

Die Originalseite mit den 7 Fragen an Dr. Axel Bernd Kunze in den GKP-Informationen finden Sie hier

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