
Tamara Häußler-Eisenmann (35), Diplom- Journalistin. Studierte Journalistik in Dortmund und Stockholm. Volontariat bei der Deutschen Welle in Köln, Berlin und Brüssel. Arbeitete danach für den WDR und die Deutsche Welle, bevor sie 2003 begann, PR für Non-Profit- Organisationen zu machen. Seit 2005 Pressesprecherin der Steyler Missionare.
Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?
Schreiben, schreiben, schreiben, seitdem ich sieben war. Praktika bei Text, Ton und Bild. Journalistikstudium in Dortmund und Stockholm, Volontariat bei der Deutschen Welle in Köln, Berlin und Brüssel. Seit 2000 als freie Journalistin für Print und Hörfunk. Seit 2003 Pressesprecherin verschiedener Non- Profit-Organisationen – jetzt bei den Steyler Missionaren.
Ihre Vorbilder?
Richtige Vorbilder habe ich nicht. Aber eine Frau, die mir durch Zufall in meinem ersten Journalistiksemester „über den Weg lief “, hat mich tief beeindruckt: Gerta Taro. Eine junge deutsche Jüdin, die sich in den zwanziger und dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts mit Talent und Hartnäckigkeit in der Männerdomäne des Fotojournalismus einen Namen macht. 1933 floh sie vor den Nazis nach Paris, wo sie Robert Capa kennenlernte. Fluch und Segen zugleich, denn viele Jahrzehnte blieb sie und ihr Werk im Schatten ihres berühmten Lebensgefährten. Es reichte offenbar, in ihr die Geliebte Robert Capas zu sehen. Dabei war sie weit mehr als das. Als Kriegsberichterstatterin dokumentierte sie gemeinsam mit Capa ab 1936 die Gräuel des Spanischen Bürgerkriegs. 1937 starb sie bei der Flucht aus der Kampfregion. Der Trauerzug in Paris wurde zur Demonstration gegen den Faschismus.
Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?
Mich haben viele Begegnungen unglaublich beeindruckt. Jesus Freaks, ein Flüchtling aus der Colonia Dignidad, Pilger am Kailash … ich könnte kein „schönstes Erlebnis“ benennen. Was mich allerdings persönlich am nachhaltigsten beeindruckt hat, war eine Reportage über Vegetarier. Ich aß zu dem Zeitpunkt der Reportage vor 14 Jahren selbst nur noch weißes Fleisch, hatte aber nie mit dem Gedanken gespielt, ganz damit aufzuhören. Ein halbes Jahr nach den Interviews machte es dann „Klick“! Von jetzt auf gleich war das Thema Fleisch für mich Geschichte. Das war definitiv eine Folge dieser Gespräche, die bei mir ganz offensichtlich einen enormen Reflektionsprozess in Gang gesetzt hatten.
Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?
Objektivität und Hartnäckigkeit sind ja die Beschreibungen, die auf solch eine Frage fast schon gebetsmühlenartig heruntergebetet werden. Ich könnte sie nicht pauschal beantworten, weil Journalismus viel zu vielschichtig und unterschiedlich ist und gewisse Grundlagen sowieso immer für alle gelten. Zurückhaltung, Empathie und Sensibilität sind beispielsweise in einer Sozialreportage sicherlich wichtiger als im Politikerinterview. Viel wichtiger ist für mich daher die Perspektive. Sich auch nach vielen Berufsjahren noch als Anwalt von Leser, Hörer oder Zuschauer zu begreifen und sich nicht im Medienzirkus zu verlieren – das ist eine immerwährende Aufgabe und für mich unerlässlich für Journalisten.
Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?
Ein gutes Netzwerk ist für eine Familie unerlässlich. Da haben wir großes Glück mit Eltern, Freunden und Geschwistern. Ein Arbeitgeber, den der plötzliche Ausfall der Pressesprecherin durch die Krankheit ihres kleinen Sohnes nicht in Hoffnungslosigkeit verzweifeln lässt, ist ebenso notwendig, um „beide Leben“ in Balance zu halten. Ohne diese Kombination stelle ich es mir, ehrlich gesagt, ziemlich unmöglich vor…
Warum sind Sie in der GKP - was hat Sie hineingebrachtt - was hält Sie?
Hereingebracht haben mich die Kollegen von steyl medien, Max Kronawitter und Anton Deutschmann. Seit gut einem Jahr bin ich nun dabei und verbinde meine Dienstreisen wenn möglich immer mit dem Besuch bei GKP-Kollegen. Der kollegiale Austausch ist nicht nur sehr nett, sondern ermöglicht mir immer wieder einen neuen Blick auf meine Arbeit und liefert mir manch gute Idee.
Was erwarten Sie von der GKP?
Gegenseitige Unterstützung zu bieten und kritische Stimme zu sein.
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