7 Fragen 
an Stefan Reis Schweizer

1967 in Mainz geboren, verheiratet, zwei Kinder. Theologiestudium in Mainz, München und Wien, dort Intermezzo als Gymnasiallehrer. Journalistische Ausbildung bei der Katholischen Nachrichten- Agentur (KNA) und dem Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp). Weitere Stationen unter anderem WDR (Köln), n-tv, Frontal 21 (ZDF) und Deutschlandradio (alle in Berlin). Seit 2008 bei der „Neuen Zürcher Zeitung“; als Nachrichtenredakteur bei NZZ Online besonders mit Themen der internationalen Politik betraut

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Anderen etwas zu erklären und zu vermitteln, hat mir schon immer Spaß gemacht. Lange Zeit wollte ich den Lehrerberuf mit dem Journalismus verbinden. Begonnen habe ich mit dem Schreiben nicht unüblich als Jugendlicher in der Schülerzeitung und später im Regionalblatt. Der journalistische Anspruch war immer, ein Stück Welt transparent zu machen. Das ist mir vielleicht nicht jeden Tag vor Augen, ist aber doch mein tiefster Antrieb für diesen Beruf.

Ihre Vorbilder?

Am ehesten noch der nimmermüde Stillehrer Wolf Schneider; seine Bücher haben mich sicher beeinflusst. Das gilt auch für manche Reportage von Herbert Riehl-Heyse in der „Süddeutschen“. Vorbildlich finde ich auch die Sprachpflege im eigenen Haus. In Zweifelsfällen steht den NZZ-Redaktoren, wie man in der Schweiz sagt, jederzeit die Hotline des Korrektorats zur Verfügung. Gern gesehen ist auch der Griff zum „Vademecum“, dem „sprachlichtechnische Leitfaden“ der NZZ. Ein verpflichtendes vierteljährliches Sprachkolloquium für die gesamte Redaktion und die Institution des „Sprachchefs“ im Ressort kommen zur fürsorglichen Überwachung hinzu. „Die Arbeit an der Sprache ist die Arbeit am Gedanken.“ Dieser alte NZZ-Werbespruch bringt durchaus etwas vom Selbstverständnis des Hauses zum Ausdruck.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Als erstes fiel mir erstaunlicherweise eine lange zurückliegende Begegnung in Mainz ein. Zu Studienzeiten - bei mir in den Achtzigern – schrieb ich für die dort ansässige „Allgemeine Zeitung“ über eine Kircheneinweihung. Nach dem Gottesdienst hatte ich auch den Architekten zu seiner Arbeit befragt. Tage später traf ich ihn zufällig auf der Straße wieder. Er meinte, ich hätte die Idee des Kirchenbaus verstanden und gut in der Zeitung erklärt. Das hat mich damals sehr gefreut.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Neugierde, Sorgfalt, Quellenstudium

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Kein einfaches Thema, wenn man Vater von zwei kleinen Söhnen ist. Mein Alltag kommt mir relativ eingetaktet vor. Letztlich hilft nur der tägliche Versuch, sich auf Wichtiges in beiden Bereichen zu konzentrieren. Klappt beileibe nicht immer, die lieben Kleinen werfen elterliche Pläne gerne einmal über den Haufen. Gut, wenn die Arbeitgeber dann Verständnis zeigen.

Warum sind Sie in der GKP- was hat Sie hineingebracht – was hält Sie?

Weil eine Vernetzung mit weltanschaulich Gleichgesinnten immer gut ist. Im Volontariat bei der KNA habe ich bald von der GKP erfahren. In einen Verein wollte ich damals allerdings noch nicht eintreten. Später dann hörte ich begeisterte Berichte von den Reisen der GKP und den Jahrestagungen. Das hat mich neugierig gemacht. Das bin ich auch hinsichtlich der Mitgliederversammlung im März in Freiburg - meiner ersten.

Was erwarten Sie von der GKP?

Zunächst einmal interessante Begegnungen in Freiburg, auf längere Sicht die Intensivierung dieser Kontakte. Als jemand, der bei einem säkularen Medium in der Schweiz arbeitet, will ich den Kontakt zu meinen journalistischen Ursprüngen nicht abreissen lassen.

Druckversion

AddThis

|||||