Immer unterwegs: Seit dem Studium zuerst für die KNA, dann bei verschiedenen ARD-Sendern. Nach dem Studium Korrespondentenberichte aus dem Balkankrieg. Nächste Station Köln: Moderationen und Redaktion im WDR bis 1996. Berichte über den Aufbruch in Osteuropa aus politischer, kultureller und religiöser Sicht. Perspektivenwechsel: Recherchereisen zu entwicklungspolitischen Themen in Lateinamerika. Zwischendurch Exkurse in die Lehre, zuletzt bei der Akademie „International Media Studies“ der Deutschen Welle in Bonn. Bis 2006 Geschäftsführerin eines Medienbüros. Für eine Hörbuch-Aktion zugunsten von Kinderrechten ausgezeichnet mit dem „Deutschen Schallplattenpreis“. Gut zwei Jahre Leiterin des Regionalprogramms „Medien und Demokratie in Lateinamerika“ der KAS. Rückkehr in die Region, diesmal in die Pressestelle der IHK Aachen, als Mitglied der Geschäftsführung. Seit drei Jahren bei der GKP.
Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?
Im Studium hat es mich gepackt: Ich war neugierig auf viele Themenfelder - die Fächerzahl begrenzt. Der journalistische Weg kam mir sehr entgegen. In diesem Beruf ließen sich viele Interessen bündeln, gesellschaftliches und politisches Engagement einbringen und viele Kontakte knüpfen. Die Krönung war das Stipendium der Journalistenschule ifp – das war das Beste, was mir für meine beruflichen Wünsche passieren konnte.
Ihre Vorbilder?
Hans-Joachim Friedrichs war einer von ihnen. Andere fand und finde ich weiterhin im Deutschlandfunk, in der FAZ oder der Süddeutschen. Immer wieder lasse ich mich von hervorragenden Kollegen inspirieren. Ich mochte Julita Münch als Radiomoderatorin im politischen Programm von WDR 5, höre heute gerne Maybritt Illner in Diskussionen zu.
Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?
Unter anderem: Dass ich heil aus Kriegs- und Krisengebieten herausgekommen bin. Hohe Achtung vor allen Menschen, die im Leben viel ausgehalten haben und bereit waren – wenn auch manchmal nur anonymisiert - es für die Öffentlichkeit zu schildern.
Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?
Der journalistische Wettlauf im Alltag hat so gnadenlos zugenommen, dass oft nur minimale Zeit bleibt, die Fakten gründlich zu checken – und doch bleibt es so wesentlich, weil nur die gut recherchierte Information Medienbeiträge glaubwürdig macht. Junge Kollegen ermuntere ich: sich nicht abspeisen zu lassen mit billigen Erklärungen, sich nicht einschüchtern lassen von hochrangigen Persönlichkeiten. Ganz oben auf der Skala: Verantwortung übernehmen, im Umgang mit Informationen und Personen, die man befragt hat. Das schließt ebenso ein, dass ein Bericht möglichst nicht nur kritische Beschreibungen liefert, sondern auch Ausblicke und Auswege mitgedacht werden. Es geht darum, den Wissensvorsprung, den man als Journalist genießt, zum Wohl einer möglichst breiten Öffentlichkeit zu nutzen. Auch Menschen ohne Lobby haben viel zu sagen, wenn man sie anhört.
Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?
Das bleibt wohl eine ewige Übungsaufgabe. Es hilft, sich immer wieder neu darauf zu besinnen. Ein Fachmann für Zeitmanagement hat das Mal von hinten aufgerollt: Wer soll was über Sie in der Trauerfeier sagen? Ein heilsamer Satz.
Warum sind Sie in der GKP- was hat Sie hineingebracht – was hält Sie?
Viele jüngere, sympathische und aufgeschlossene Kollegen habe ich hier wieder gefunden. Auch reifere, deren professionelles Engagement ich sehr achte. Die monatlichen GKP-Informationen bieten Interessantes zu lesen. Die GKPler greifen aktuelle Themen aus der Gesellschaft und aus christlichem Blickwinkel kreativ auf.
Was erwarten Sie von der GKP?
Ein Netzwerk von Kollegen, die es verstehen, herausfordernde politische, gesellschaftliche und kirchliche Themen offen aufzugreifen sowie Lösungen für ein paar Fragen unserer Zeit aus christlicher Sicht zu erarbeiten.