7 Fragen an Jutta Maria Kalbhenn

Geboren am 25.3.1971 in Wiesbaden. Abitur 1990 an der St. Ursula-Schule in Geisenheim. Auslandsjahr bei einer Pfarrersfamilie in Norwegen, danach Ausbildung beim Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp) in der Redaktion Liboriusblatt. Arbeit als Redakteurin beim „Sonntag“ Limburg und in der Redaktion Liboriusblatt und LiboriusMagazin. Verheiratet, Mutter von Judith (9), Elias (7) und Noemi (1, im Bild rechts mit der Mutter zu sehen). GKP-Mitglied seit 2005.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Meine allerersten journalistischen Gehversuche waren gleich sehr umfassend. Ab der siebten Klasse war ich Herausgeberin, Redakteurin, Grafikerin und Layouterin in Personalunion: Meine zwölfseitige Klassenzeitung erschien monatlich, und für 20 Pfennige gab es die neuesten Klasseninfos (oder was ich dafür hielt), Wettbewerbe, Unterhaltsames, Kleinanzeigen sowie einen doppelseitigen Comic. Ungeachtet der inhaltlichen Qualität kann ich mich doch rühmen, damals 100 Prozent meiner Zielgruppe erreicht zu haben – die mir das jeweils neueste Druckwerk aus den Händen riss. Nicht schlecht fürs Ego! Ansonsten habe ich eher über Schul- und Abizeitung in der Schreiberei Fuß gefasst als durch sporadische freie Mitarbeit bei Tages- und Bistumszeitung. Sehr spannend waren dabei aber die Einblicke in die Arbeit einer norwegischen Lokalredaktion, die ich während meines Auslandsaufenthaltes dort bekommen konnte.

Ihre Vorbilder?

Keine namentlichen. Aber wenn mich Artikel beeindrucken, schneide ich sie aus und hefte sie ab. Ergründe, warum ich sie gut finde und versuche, mir eine Scheibe davon abzuschneiden. Ich finde, es taugt jeder zum Vorbild, der nicht durch den Redaktionsalltag abstumpft, aus gemachten Fehlern zu lernen vermag und die Ich-Fom aus dem Geschriebenen heraushält.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Ich freue mich über jede positive Rückmeldung zu einem meiner Artikel. Besonders gerührt jedoch hat mich die frohe Reaktion einer Gesprächspartnerin, die mir – lange später – gestand, dass sie sich eigentlich vorgenommen hatte, aufgrund schlechter Erfahrungen mit Journalisten nie mehr mit einem/einer reden zu wollen. Dabei hat gerade sie mir unglaublich persönliche Einblicke gewährt. Es ist schön, dass, Monate nach unserem Interview, daraus eine bis heute anhaltende Freundschaft entstand. Gefreut habe mich auch über den Drück von Günter Strack sowie einen anhaltend freundlichen Briefkontakt mit Max Kruse, der mittlerweile auf meine lesebegeisterte Tochter übergegangen ist.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Neugier, Begeisterung, stetes Bemühen um eine gute Schreibe und, ja: eine gewisse Bescheidenheit.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Bei aller Begeisterung für den Beruf darf man sich nicht davon auffressen lassen. Dass die Familie ernsthaft leidet, ist kein Job der Welt wert! Zugegeben: Ich habe einen familienfreundlichen Arbeitgeber, dennoch ist auch hier straffe Organisation vonnöten. Ohne Omas vor Ort hilft uns da auch ein gutes Freundesnetzwerk. Und in der schlecht planbaren Zeit meiner freien Mitarbeit während der Erziehungszeiten war das Babytragetuch mein bester Verbündeter. In gewissem Umfang ließen sich meine beiden Großen auch als Kleinkinder in lokale Berichterstattung integrieren. Aber als meine Tochter dreijährig auf einer Tastatur herumtippend „Mama“ spielte, fand ich es an der Zeit, die Notbremse zu ziehen.

Warum sind Sie in der GKP? Was hat Sie hineingebracht? Was hält Sie?

Lange Jahre versuchte mein damaliger Chefredakteur, mein Interesse an der GKP zu wecken. Das ließ die vereinten Werbeversuche zweier Mitglieder während des ifp-Treffens 2005 in Berlin auf sehr fruchtbaren Boden fallen! Seither habe ich viele wunderbare Menschen kennen und schätzen gelernt und genieße auf den Jahrestreffen das angenehme, ungezwungene Miteinander Gleichgesinnter.

Was erwarten Sie von der GKP?

Weiterhin spannende Jahrestreffen, aus denen viele gute Freundschaften hervorgehen. Und irgendwann, wenn die Kinder groß genug sind, möchte ich auch gerne an dem allseits gerühmten Reiseprogramm teilnehmen!

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