7 Fragen an Hermann Haarmann | GKP

Hermann Haarmann, Jahrgang 1955, „Kurz-Studium“ Medienwissenschaften, Volontariat, Redakteur im Landesbüro Bayern der KNA in München, stellvertretender Chefredakteur der Osnabrücker Bistumszeitung „Kirchenbote“, seit 1987 Pressesprecher des Bistums Osnabrück. Verheiratet, drei Kinder. Seit 1981 Mitglied der GKP.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?
Ich habe schon als Schüler eine gewisse Leidenschaft für den Journalismus entwickelt, abends Termine in meiner Heimatgemeinde wahrgenommen, danach bis spät in die Nacht zu Hause Fotos entwickelt, Artikel geschrieben und das ganze dann morgens vor Schulbeginn in den Briefkasten der örtlichen Lokalzeitung geworfen. Ach, wenn es damals schon Digitalfotografie und E-Mail gegeben hätte ... Nach Abitur und Wehrdienst habe ich zunächst ein Medienwissenschaftsstudium in Osnabrück aufgenommen, dieses dann aber abgebrochen, als mir der Chefredakteur der Bistumszeitung „Kirchenbote“ nach einem Praktikum ein Volontariat anbot. Diese Chance habe ich ergriffen und die Entscheidung nie bereut.

Ihre Vorbilder?
Konkrete Vorbilder habe ich nicht. Es gibt aber einige Journalisten, die mich geprägt haben: Ewald Hundrup zum Beispiel, damals Chefredakteur des „Kirchenboten“, der mit großer Liebe zu seinem Beruf Zeitung machte, der motivieren und begeistern konnte. Und Franz Feemers, seinerzeit Leiter des KNA-Büros in Hamburg, für den ich als freier Mitarbeiter Meldungen und Berichte schrieb und der mir in einem Presseseminar den „klassischen“ Nachrichtenstil vermittelte: sachlich, schnörkellos, prägnant und informativ.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?
In meinen bislang rund 33 Berufsjahren hatte ich eine ganze Reihe von schönen Erlebnissen. Als Pressesprecher habe ich Kontakt zu ganz unterschiedlichen Medien und Journalisten. Das ist spannend und bereichernd. In konzentrierter und kompakter Form war das beim Katholikentag 2008 in Osnabrück zu spüren. Er war in vielerlei Hinsicht ein Highlight.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?
Die Fähigkeit zur Neutralität, zumindest ein ausgeprägtes Bemühen um Objektivität und Sachlichkeit. Bericht ist Bericht, Kommentar ist Kommentar. Das muss für Leser, Hörer und Zuschauer erkennbar und verlässlich sein. Meines Erachtens wird diesbezüglich oft „gesündigt“.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?
Wer Familie hat, weiß, wie schwer das oft ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Zeiten gibt, in denen man mal mehr im Beruf und mal mehr in der Familie gefordert ist. Das muss immer wieder austariert und besprochen werden. Meine Frau und ich kommen diesbezüglich gut zurecht, zumal unsere Kinder inzwischen größer und selbstständiger sind. Klar war und ist für mich aber immer, wo mein Lebensmittelpunkt ist.

Warum sind Sie in der GKP- was hat Sie hineingebracht – was hält Sie?
In die GKP hineingebracht hat mich die KNA, bei der ich Anfang der 80- er Jahre Redakteur in der Münchener Redaktion war. Ich bin mit Überzeugung dabei geblieben, mittlerweile seit 31 Jahren, wenngleich ich nicht zum „aktiven Segment“ des Verbandes gehöre. Ich bin quasi ein passives Mitglied, das den Verband ideell und finanziell unterstützt. Wenn ich auch nicht aktiv an Treffen und Veranstaltungen teilnehme, habe ich dennoch Kontakt zu vielen Mitgliedern. Das ist mir wichtig.

Was erwarten Sie von der GKP?
Die GKP ist für mich nicht nur ein konfessioneller Berufsverband, sondern auch eine Werte- und Solidargemeinschaft. Sie sollte nach innen das Miteinander fördern (die „Informationen“ sind in dem Zusammenhang ein wichtiges Bindeglied) und nach außen sich zu Wort melden, wenn es sinnvoll und erforderlich ist. In der Beschreibung „Was wir wollen“ heißt es unter anderem: „Die GKP bietet die Möglichkeit zum offenen Gespräch unter Gleichgesinnten in einem konkurrenzfreien Raum und damit Orientierung in der journalistischen Arbeit.“ So soll es bleiben.

Zur 7-Fragen-Seite in den GKP-Informationen 02/2012

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