7 Fragen 
an Eva-Maria Werner

Eva-Maria Werner (32), seit 2005 Mitglied der GKP. Nach dem Studium in Passau, Bamberg und Aix-en-Provence Volontariat beim ifp (Ausbildung in den Redaktionen der Kinder- und Jugendzeitschriften „Tierfreund“ und „Stafette“). Anschließend Redakteurin bei der „stadt gottes“, der Familienzeitschrift der Steyler Missionare, und deren Jugendzeitschrift „Weite Welt“. Seit September 2007 Redakteurin beim „Paulinus“, der Wochenzeitung im Bistum Trier.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Der war eher ein Zufall. Im letzten Studiensemester ist mir an der Uni Bamberg ein ifp-Plakat ins Auge gesprungen. Das Angebot darauf klang gut, ich habe mich beworben und es hat mit dem Volontariat geklappt. Geschrieben habe ich schon immer gerne, von klein an als „Redakteurin“ der Schülerzeitung „Krümel“ und der „Eule“, einer Zeitschrift, die ich für meine Geschwister und Cousinen im Alter von neun Jahren „herausgegeben“ habe. Zu Beginn des Volontariates hatte ich nur ein ernsthaftes Praktikum im Journalismus vorzuweisen. Dafür aber eine Reihe von Praktika aus anderen Bereichen, die mir damals auch verlockend erschienen: Entwicklungszusammenarbeit, Erwachsenenbildung, Musikschule.

Ihre Vorbilder?

Menschen, die begeisterungsfähig sind, gute Ideen haben und diese auch umsetzen. Die mit anderen immer respektvoll umgehen, mögen die Meinungen und Lebensweisen auch noch so unterschiedlich sein.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?

Das Zusammentreffen mit dem Jesuitenpater Christian Herwartz in Berlin. Eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die mit dem Projekt Straßenexerzitien einen so anderen Blickwinkel auf die soziale Wirklichkeit in Großstädten und gleichzeitig auf das „Innenleben“ der Teilnehmer an diesen Exerzitien offenbart. Faszinierend! Ich bin immer wieder glücklich darüber, mit welch interessanten Menschen mich mein Beruf zusammenbringt und an welch unterschiedliche Orte er mich führt: vom Besuch im Kreißsaal bis auf die Aussichtsplattform einer Windkraftanlage, vom Gespräch mit Basisgemeinden in Cochabamba/Bolivien bis hin zur Begleitung einer Wandergruppe auf den Sinai. Schön ist auch, wenn ich konkret mitbekomme, dass Berichte etwas bewirken, Leser auf unerwartete Weise darauf reagieren. So habe ich mich sehr über den Anruf eines Lesers gefreut, der selbst im Rollstuhl sitzt, und der nach der Lektüre meiner Reportage über einen schwerstbehinderten, fußballbegeisterten jungen Mann diesem seine Eintrittskarte für ein Pokalspiel überlassen hat.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?

Eine gute, möglichst breit gefächerte Ausbildung, um Arbeitsabläufe und Akteure im Mediengeschehen einschätzen und verstehen zu lernen. Dann noch Kreativität, Mut zur pointierten Meinungsäußerung, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, sich in Zielgruppen und Gesprächspartner hineinzudenken. Außerdem ein gutes Gespür für Stimmungen und (versteckte) Geschichten, Themen.

Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?

Gute Organisation ist alles. Aber natürlich schmeißt der Alltag auch mal die beste Planung über den Haufen.

Warum sind Sie in der GKP- was hat Sie hineingebracht – was hält Sie?

Hineingebracht hat mich eine gewisse Gruppendynamik unseres ipf-Volontärkurses. Ein ganzer Schwung von uns ist damals zusammen in die GKP eingetreten. Ich bleibe, weil ich die Vernetzung katholischer Publizisten wichtig finde.

Was erwarten Sie von der GKP?

Dass sie eine starke Stimme in der Medienwelt ist, Entwicklungen kritisch begleitet und ihren Mitgliedern weiterhin auf unterschiedliche Weise die Möglichkeit bietet, ihr Selbstverständnis als christliche Publizisten zu reflektieren und sich auszutauschen.
 

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