Barbara Litzlbeck (28) arbeitet als Online-Redakteurin beim 2. Ökumenischen Kirchentag 2010 in München. Zuvor hatte sie bei der Saarbrücker Zeitung volontiert. Barbara Litzlbeck studierte Politik, Neuere Deutsche Literatur und Komparatistik in München und Birmingham (GB). Während ihres Studiums absolvierte sie die studienbegleitende Journalistenausbildung am Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses und hospitierte unter anderem bei den Kieler Nachrichten und Inter Press Service in New York.
Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?
Ein guter Freund der Familie arbeitete als Journalist bei einem Magazin und erzählte immer die verrücktesten Geschichten aus seinem Arbeitsalltag. Als 13-Jährige hing ich fasziniert an seinen Lippen. So ein Leben wollte ich auch führen. Danach schlug ich den klassischen Weg ein: die ersten Geschichten in der Schülerzeitung, Praktikum und freie Mitarbeit bei der Lokalzeitung und nach der studienbegleitende Journalistenausbildung das Volontariat bei einer Tageszeitung.
Welches sind Ihre Vorbilder?
Meine Vorbilder finde ich im Alltag, wenn ich die Zeitung oder ein Magazin aufschlage und dort eine wirklich gute Reportage lese. Eine Reportage, die so lebendig und anschaulich geschrieben ist, dass ich das Gefühl habe, ich bin vor Ort. Eine Reportage, die starke Bilder und Vergleiche findet, fast schon ins poetisch geht. Eine gute Beobachtungsgabe und Sprachgefühl beeindrucken mich immer sehr. In diesem Moment wird der Kollege zum Vorbild. Und manchmal hat man das Glück, diesen Kollegen persönlich zu kennen.
Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?
Vor vier Jahren durfte ich als Reporterin bei einer Übung des Eurocorps in Frankreich teilnehmen. Eine Woche lang simulierten die Soldaten einen Einsatz unter realen Bedingungen. Zu den „realen“ Bedingungen gehörte natürlich auch der Umgang mit Journalisten und hier kamen eine Kollegin und ich ins Spiel. Wir gaben täglich eine Zeitung heraus und stellten den Soldaten all die kritischen und unangenehmen Fragen, die sie gar nicht gerne haben. Eine gute Übung für sie und uns Journalisten! Das macht mir am Journalismus auch so Spaß: Als Journalist bekommt man Einblicke in Bereiche, zu denen man als normaler Mensch sonst keinen Zutritt hat.
Wie bringen Sie privates Leben und Beruf unter einen Hut?
In den vergangenen zwei Jahren bin ich am Wochenende regelmäßig zwischen Saarbrücken und München gependelt. Das war anstrengend, da ich am Freitagabend oft auf dem letzten Drücker von der Redaktion zum Bahnhof gehetzt bin, um den letzten Zug aus dem Saarland zu erwischen. Das private Leben spielte sich dann vor allem zwischen Freitagabend und Sonntagnachmittag ab, dafür habe ich jede Minute umso mehr genossen. Seitdem ich nun wieder in München wohne, hat sich die Situation deutlich entspannt.
Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?
Neugierde und kritische Distanz sind für mich wichtige Eigenschaften eines Journalisten. Hinzu kommt absolute Genauigkeit. Im hektischen Arbeitsalltag passiert es immer wieder, dass sich Fehler in den Artikel einschleichen. Was für den Journalisten vielleicht nur eine unwichtige Kleinigkeit ist, kann für den, über den berichtet wird, böse Folgen haben.
Warum sind Sie in der GKP?
Carolin Meyer hat so viel von den Vorzügen der Gkp geschwärmt, bis sie mich überzeugt hatte. Ich erlebe es immer wieder, dass Journalisten lieber nicht sagen, dass sie katholisch sind. Katholisch. das wird oft mit unkritisch gleichgesetzt. Ich finde es wichtig, dass wir als GkP zeigen: Ja, wir sind katholisch, wir stehen dazu und trotzdem berichten wir unabhängig und mit einer gesunden Distanz.
Was erwarten Sie von der GKP?
Das Interesse für Journalismus und Glauben verbindet alle Gkp-ler. Auf der Basis dieser Gemeinsamkeiten erwarte ich mir spannende Gespräche und interessante Begegnungen.