Lobbyismus eine ausgesprochen sinnvolle Sache!?

Berlin - Eine "ausgesprochen sinnvolle Sache", das kann Lobbyismus zumindest in manchen Fällen sein, sagt CDU-Bundestagsmitglied Matthias Zimmer. Denn durch Lobbyisten könnten die Politiker schnell und unkompliziert Informationen bekommen, die sie sonst lange recherchieren müssten.

Bei einer Podiumsdiskussion der GKP, moderiert von Christoph Strack vom Hauptstadtstudio Deutsche Welle TV, berichtete der Abgeordnete von seinen Erfahrungen. Die wichtigen Lobbyisten würden zwar nicht mit einfachen Abgeordneten reden, "aber schon in der ersten Woche im Amt habe ich einen ganzen Stapel Post mit Einladungen bekommen".

Er habe erst lernen müssen, welche Veranstaltungen und Kontakte hilfreich sein können. Die Fülle an Themen, die er politisch einordnen müsse, mache es notwendig, sich auch bei Fachleuten außerhalb der eigenen Fraktion zu informieren, um sich so einen Gesamteindruck zu verschaffen. "Wir nicken nicht willenlos alles ab, was uns Experten raten", betonte er.

Volker Pasch bezeichnet sich nicht als Lobbyist, sondern als entwicklungspolitischer Beauftragter der Hilfsorganisation Misereor. Er berichtet von seinen Erfahrungen im Umgang mit Presse und Öffentlichkeitsarbeit. Eine seiner Aufgaben sieht er daran, überhaupt erst auf Themen aufmerksam zu machen und sie in die  Politik hineinzutragen, die sonst nicht an die Öffentlichkeit gelangen würden. 

Hans-Christian Maaß nimmt, so sagt er, die  Interessen eines Unternehmens in der Politik wahr. Er ist Leiter der Repräsentanz der Volkswagen AG in Berlin und hat vor dieser Tätigkeit als Sprecher für mehrere Ministerien gearbeitet, kennt also sowohl den politischen wie auch den wirtschaftlichen Aspekt des Lobbyismus. "Wir sind Kommunikations-Handwerker und gehören zum Betriebsgeräusch" so  Maaß.

Bei vielen Gesprächen und Anhörungen gehe es darum, handwerklich sauber ein Thema zu besprechen und dazu auch Experten zu befragen. Außerdem sei seine Arbeit keine Einbahnstraße, vielmehr würde er auch Informationen in das Unternehmen zurück tragen.

"Manchmal muss man politisch komplizierte Sachverhalte in einer verständlichen Sprache so darstellen, dass ich damit auch das Herz eines Ingenieurs begeistern kann", sagte Maaß.

Das bestätigte Kienbaum-Repräsentant Thorsten Alsleben. "Deshalb sind viele Journalisten Lobbyisten geworden", erklärte er, "weil sie einfach gelernt haben, komplizierte Sachverhalte verständlich darzustellen. Alsleben hatte vor seinem Wechsel zu Kienbaum als Redakteur beim ZDF gearbeitet.

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