Symposium "Klick zum Kick"

Dass den Boten die Strafe für die Botschaft trifft, war schon in der Antike eine ausgesprochen prekäre Begleiterscheinung im Nachrichtengeschäft. Das Bedürfnis, sich bei ärgerlichen, bedrohlichen und aufwühlenden Neuigkeiten an den Übermittlern schadlos zu halten, ist bis heute geblieben. Mit aggressiver Erregtheit stritt in diesem Jahr das halbe Land über die Berichterstattung zum Absturz von Germanwings-Flug 4U 9525. Und Redaktionen in der ganzen Republik mussten – wieder einmal – „in Echtzeit“ entscheiden, wie sie sich verhalten sollten.

Viele Medien haben ihre Beiträge um Lektüre-Hilfen ergänzt. Sie haben ihre Standards erläutert, ihre Entscheidungen zur Namensnennung oder Abbildung des Co-Piloten begründet. Das ist eine – man könnte sagen – Web-2.0-sensible Kommunikation mit Lesern, Hörern und Zuschauern, auf die es in Zukunft immer mehr ankommen wird. Sie bedarf der Übung auf beiden Seiten.

Für die Betroffenheit der Branche im Zuge der 4U 9525-Debatte spielten gewiss auch die Anfeindungen eine Rolle, die sich im Schlagwort „Lügenpresse“ verdichtet haben. Nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik vermischten sich Bilder, Vorurteile und Klischees von „den Medien“, Negativ-Erfahrungen mit dem Agieren von Medienleuten samt dem (berechtigten) Ärger über Fehler und Falschmeldungen auf so explosive Weise vermischt. Gejammer der Journalisten oder gar Publikumsbeschimpfung helfen nicht. Selbstreflexion ist gefragt und – tatsächlich – die Überprüfung der eigenen Standards, Arbeitsweisen und Formate.

Unser Symposium am 02. November in München (vor der Verleihung des Katholischen Medienpreises) mit ausgewiesenen Experten möchte einen Beitrag leisten.

Mehr über das genaue Programm und die nötigen Informationen zur Anmeldung erfahren Sie hier.

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