Exerzitien der GKP in Traunstein

Der Film „Touch the Sound“ um die fast völlig ertaubte Schlagzeugerin und Komponistin Evelyne Glennie zieht uns in seinen Bann: Da kann eine Frau fast nichts mehr hören, aber sie spielt perfekt mit anderen Musikern zusammen. Aus einer einzigen Trommel, die sie in der New Yorker Central Station rührt, lässt sie eine kleine Symphonie erklingen, die hunderte von Zuhörern in den Bann zieht. Und aus einem riesigen Klangbecken, das in einer alten Fabrik bei Köln steht, zaubert sie zunächst mit ganz leisen Tönen, die sich immer mehr steigern, so dass sogar wir vor dem Beamer eine Gänsehaut bekommen.
Ein gelungener Einstieg, den P. Christof Wolf SJ uns bei den Exerzitien der GKP vom 7.-9. Februar im Haus St. Rupert in Traunstein bietet. Um zu „hören“, muss man nicht wirklich hören können wie die meisten. Wenn man bewusst hinhört, dann kann man mit seiner Umwelt ganz anders kommunizieren – intensiver, eindringlicher. Wir vereinbaren, dass wir nach dem Ende des Films am Freitagabend bis Samstagnachmittag Stille halten. Und so machen wir bemerkenswerte Erfahrungen: Jede/r sieht, was andere am Esstisch brauchen könnten und unaufgefordert wird das Benötigte gereicht – was bei üblichen Tischgesprächen eher selten geschieht. Wir erleben, dass selbst kurze Schweigeperioden dazu führen, dass die Sinne geschärft werden, wir aufmerksamer und mehr bei uns sind. Spannend!
Trotzdem freuen wir uns natürlich, dass wir zunächst in Kleingruppen wieder miteinander reden dürfen und dann auch beim Abendessen und danach im „Korbiniansstüberl“. Schließlich haben Kollegen einander viel zu erzählen, wenn man sich lange nicht gesehen hat oder wenn man sich gerade neu kennenlernt…    Gabriele Riffert

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