Buchtipp: Die Mechanismen der Skandalisierung

Warum löst in unserer Gesellschaft die Kritik an einigen Missständen große Skandale aus, während sie in anderen Fällen im Sande verläuft? Warum empören sich bei Skandalen die meisten Menschen über ein Geschehen, das sie kurze Zeit später kalt lässt? Und warum betrachten sich alle Skandalisierten auch dann als Opfer der Medien, wenn sie die Fehler zugeben, die man ihnen vorwirft? Der Mainzer Kommunikationswissenschaftler Hans Mathias Kepplinger beantwortet diese Fragen in 15 Kapiteln anhand von Fallbeispielen aus verschiedenen Bereichen, angefangen bei der Skandalisierung von Birkel-Nudeln 1985 bis zu Jörg Kachelmann 2011. Dabei geht es darum, welche negativen Nebenfolgen Skandale besitzen und ob die Öffentlichkeit durch sie eher aufgeklärt oder irregeführt wird. Die Grundlagen der Analysen sind differenzierte Studien bedeutender Skandale, für die hunderte Journalisten, Politiker und Manager befragt und Tausende von Skandalberichten in Presse, Hörfunk und Fernsehen analysiert wurden. Das Ergebnis ist eine empirisch fundierte Skandaltheorie, die den Verlauf aktueller Skandale verständlich macht. (rub)

Hans Mathias Kepplinger: Die Mechanismen der Skandalisierung. zu Guttenberg, Kachelmann, Sarrazin & Co.:
Warum einige öffentlich untergehen – und andere nicht. Olzog Verlag. ISBN 978-3-7892-8248-5 Euro 26,90

 

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