Der Katholische Medienpreis geht in diesem Jahr an Henning Sußebach sowie an Sven Kuntze, Gesine Enwaldt und Ravi Karmalker. Die Preisträger wurden aus insgesamt 200 eingereichten Beiträgen (74 Kategorie Print, 126 Kategorie elektronische Medien, davon 12 Internetangebote) von einer sechsköpfigen Jury unter Leitung des Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg- Stuttgart), ausgewählt.
In der Kategorie Print geht der Katholische Medienpreis 2010 an Henning Sußebach (Jg. 1972) für seinen Artikel "Die Okopus von nebenan" (Die Zeit vom 7. Mai 2009).
Der Journalist erzählt in seinem Beitrag die Hamburger Lebensgeschichte des Ghanaers Samuel Kwasi Okopu. Er ist vor 27 Jahren in Hamburg an Land gegangen und hat sein Glück in Deutschland gesucht. Heute putzt Samuel Okopu Stuhlreihen und Garderoben in der Hamburger Oper. Seine Kinder schickt der Afrikaner auf eine Hamburger Privatschule. Henning Sußebach erzählt die Geschichte der Okopus in einer lakonischen Sprache. Und er entlarvt damit manches Gerede über Integration in Deutschland, indem er die Wirklichkeit offen legt. Die Okopus wollen in diesem Land ankommen. Und sie wundern sich zugleich über ein Land, in dem Kinder ihre eigenen Eltern in Altersheime geben und Menschen und Hunde durch Leinen miteinander verbunden sind. Mit der Erzählung von den Okopus gelingt es Henning Sußebach, dieser Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Entstanden ist eine Geschichte über Deutschland, die einen Vergleich mit literarischen Vorlagen nicht scheuen muss.
In der Kategorie Elektronik werden die Autoren Sven Kuntze (Jg. 1942), Gesine Enwaldt (Jg. 1963) und Co-Autor Ravi Karmalker (Jg. 1963) für den Film "Gut sein auf Probe - Ein Egoist engagiert sich" (WDR/ Fernsehen vom 11. Mai 2009) ausgezeichnet.
Sven Kuntze, ein Journalist im Ruhestand, hat genug Geld, um sich alles zu leisten, was er zum Glücklichsein braucht. Das glaubt er zumindest - bis seine Tochter seine heile Welt in Frage stellt, indem sie ihn und seine Generation zu Egoisten stempelt. So begibt er sich auf eine Reise in die Welt des Ehrenamtes, auf der er lernt, dass an der alten Weisheit "Gutes tun tut gut" doch etwas dran ist. Er hilft im Obdachlosenheim aus, gestaltet eine Kinderfreizeit, spielt den Ersatz-Opa. Schließlich führt ihn sein Weg in ein Hospiz. Hier wird der Egoist Sven Kuntze zum Zuhörer, hält die Hand einer Sterbenden und träumt mit ihr von der nächsten Reise. Schwere Kost. Harte Themen. Kuntze ist auf der Suche nach dem, was die Welt im Innersten zusammenhält. Stellt Fragen, findet nicht auf alles eine Antwort - und ist gerade durch diese Brüche überzeugend. Keine übertriebene Dramatik, keine opulente und erdrückende Musik, das macht diesen Beitrag rund und sehenswert.
Das Prädikat Wertvoll vergab die Jury in diesem Jahr im Bereich Print-Medien an Anja Todt ("Deutsch-Deutsche Geschichte(n) - Beiträge zu 20 Jahren Mauerfall", Kirchenbote Osnabrück von Juni bis November 2009) und an Tim Pröse ("Paulas Krieg", Focus Nr. 5/2010 vom 1. Februar 2010) sowie im Bereich elektronische Medien an Laetitia von Baeyer ("Brief an die Eltern", Fernsehbeitrag ZDFneo vom 8. November 2009) und Sebastian Georgi ("Rollis für Afrika - Ein Rollstuhl, ein Leben", Fernsehbeitrag SWR vom 28. Oktober 2009).
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, wird im Rahmen eines Festaktes am 11. Oktober 2010 im Rheinischen Landesmuseum in Bonn den Preisträgern die mit jeweils 5.000 Euro dotierte Auszeichnung überreichen. Zu diesem Festakt um 18.30 Uhr werden rund 200 Gäste aus den Bereichen Kirche, Politik und Medien erwartet.
Der Katholische Medienpreis wird in diesem Jahr zum achten Mal von der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands e.V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband (KM.) verliehen. Zur Jury gehören neben Bischof Dr. Gebhard Fürst folgende Mitglieder: Dr. Claudia Nothelle (Rundfunk Berlin-Brandenburg, Potsdam), Werner Dieste (Mitteldeutscher Rundfunk, Erfurt), Stefan Kläsener (Braunschweiger Zeitung, Braunschweig), Bernhard Remmers (Medienwerkstatt, Osnabrück) und Dr. Johannes Schießl (Sankt Michaelsbund, München).
Weitere Informationen zum Katholischen Medienpreis finden Sie im Internet unter www.dbk.de. Dort stehen Kurzbiographien der Preisträger sowie die Begründungen der Jury zum Download bereit.
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