GKP kritisiert Schließung der Redaktion "Der Dom" in Paderborn
Fatale Entwicklung in der Bistumspresse
Bergisch Gladbach (gkp), 22.12.2009. Verlegerisch fragwürdig und menschlich tragisch ist die Entscheidung des Paderborner Verlages Bonifatius GmbH, die Redaktion der Bistumszeitung "Der Dom" zu schließen. Drei Tage vor Heiligabend hat das Unternehmen des Bistums Paderborn seine Mitarbeiter um Chefredakteur Christian Schlichter über diese Entscheidung informiert. Künftig wird die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) redaktionelle Inhalte für die Zeitschrift liefern.
Die Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands e.V. (GKP) kritisiert diese fatale Entwicklung in der katholischen Medienlandschaft. Die als Kooperation bezeichnete Verbindung ist weder für die Zukunftsfähigkeit der Bistumszeitung noch für die der Nachrichtenagentur der richtige Weg.
Die Glaubwürdigkeit beider Medien hängt ab von ihrer Unabhängigkeit. Eine Nachrichtenagentur ist zur Neutralität und Sachlichkeit verpflichtet und muss unabhängig über diözesane Entwicklungen berichten - eine Bistumszeitung muss einordnen, kommentieren, kritisch berichten und im Bistum verwurzelt sein. Was passiert im Interessenskonflikt? Zudem gerät die KNA dadurch in eine Konkurrenzsituation zu anderen Bistumszeitungen, deren Dienstleister sie ist.
Die Zukunft der Bistumspresse ist zudem unmittelbar verknüpft mit einem klaren eigenen Profil. Sie kann sich nur als Identität stiftendes Medium der Ortskirche behaupten. Dies ist bei einer starken Abhängigkeit von einer externen Agentur nicht zu gewährleisten. Kooperationen wie nach dem Modell der Verlagsgruppe Bistumspresse, wo acht Bistumszeitungen von elf Bistümern einen im Kern gemeinsamen Mantel teilen, sind sinnvoll, auch aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus. Doch auch hier zeigt sich immer: Ein Bistum braucht eine starke Redaktion vor Ort mit gut ausgebildeteten und unabhängigen Redakteuren.
Die katholische Publizistik lebt von ihrer Vielfalt. Mit der Zustimmung der Bistumsleitung zur Entlassung der Redakteure des "Dom" wird eine sehr positive Entwicklung im Bereich der Bistumspresse konterkariert. Konzeptionell und inhaltlich war die Bistumszeitschrift auf einem guten und vielversprechenden Weg. Erst vor kurzem war sie erneut mit einem European Newspaper Award ausgezeichnet worden. Es ist zudem unverständlich, dass keines der bisher erarbeiteten Zukunftskonzepte für die Bistumspresse in Betracht gezogen worden ist.
Beschämend ist, dass der christliche Verlag dem schlechten Vorbild weltlicher Großverlage folgt und offiziell wegen schlechter Auflagenentwicklung aus Kostengründen seine Redaktion schließt und seinen Redakteuren kündigt. Die Solidarität der GKP gilt den betroffenen Kollegen und ihren Familien!
Die GKP ist ein Zusammenschluss von über 560 katholischen Publizisten.
Für Rückfragen: Hildegard Mathies, Vorsitzende, 0170-1476807, hmathies@arcor.de Gesellschaft Katholischer Publizisten, Overrather Str. 51-53, 51429 Bergisch Gladbach, www.gkp.de
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