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schluss von Publizisten, die versuchen, aus christlicher Verantwortung auch im Beruf ihren Dienst für Gesellschaft und Kirche zu leisten. Mehr dazu
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Kommentare im Jahr 2005

Wider die Wortakrobatik

Spracharbeiter, die wir ja alle sind, müssen sorgsam mit ihrem Werkzeug, der Sprache, umgehen. Da gibt es vieles, was sich unter dem Deckmäntelchen der Modernität einschleicht. "Restrukturierungsmaßnahmen", "strategische Neuaufstellung" oder "strukturelle Anpassung" sind einige der Nebelkerzen, die uns untergejubelt werden zur Verschleierung dessen, worum es geht: um kürzen und sparen. Das gilt für Unternehmen wie Kirche gleichermaßen. Denn auch in den kirchlichen Debatten um die Neugliederung von Pfarrverbänden und Seelsorgeeinheiten hat sich längst der Jargon der Unternehmensberater breitgemacht. Das muss nicht immer falsch sein, denn schließlich ist eine effiziente Organisation immer auch im Sinne dessen, wozu die Organisation überhaupt besteht. Anders ausgedrückt: Wenn ich den Zweck meiner Arbeit leichter erreiche, indem ich meinen Alltag optimiere, dann macht jeder Aufwand dafür unter dem Strich Sinn. Ich gewinne am Ende Zeit und Ressourcen, auch wenn ich zunächst einen Mehraufwand feststelle.

Leider verlaufen die Prozesse - in Unternehmen wie in der Kirche - nicht immer nach diesem Wunschmuster. Meist verheddern sich solche Debatten in dem, was Einzelinteressen erfordern und was äußere, beispielsweise finanzielle Zwänge erfordern. In solchen Fällen sollte aber der Ehrlichkeit halber auch gesagt werden, warum eine ausführliche Diskussion gar nicht lohnt: Weil meist schon feststeht, was am Ende herauskommen muss. Soll der ganze Prozess überhaupt Sinn machen, muss das Ergebnis auch offen sein. Genau daran hapert es aber oft.

Das Ergebnis ist niederschmetternd: Enttäuschung bei denen, die sich eingebracht haben, Zynismus und Resignation bei denen, die es schon so haben kommen sehen. Ein Teil dieser Erfahrung ist das, was man als unabänderlich hinnehmen muss. Aber es gibt auch die Möglichkeit der Widerständigkeit, wenn nicht Auflehnung: Schließlich haben alle Debatten um Strukturen oder Neuorganisation nur dem Ziel zu dienen, unsere inhaltlichen Aufgaben besser voranzubringen. Wenn eine neu zugeschnittene Gemeinde nicht zusammenfindet, dann kann sie ihren Zweck, Zeuge Jesu Christi zu sein, nicht erfüllen. Damit ist sie sinnlos. Wenn eine Unternehmenseinheit so lange reduziert wird, bis sie ihre Kunden nicht mehr zufriedenstellen kann, dann sollte die Firma ehrlicherweise gleich vom Markt gehen. Letztlich liegt also bei den Inhalten der Schwerpunkt. Der Sinn dessen, was wir täglich tun, lässt sich nicht in den atomisierten Einheiten der Betriebswirtschaft messen. Im Wahn der Operationalisierbarkeit, der Messbarkeit und der vermeintlichen Objektivität geht das schnell unter. Am Ende hängt aber die Existenz von uns und unserem Tun doch nur am Sinn unseres Treibens. Wer das durch Wortakrobatik vernebelt, sollte auf Wächter treffen, die ihm auf die Finger klopfen. Wer sollte dazu besser gerüstet sein als christliche, überzeugte Publizisten.

Stefan Kläsener






Meine Freiheit - deine Freiheit

Mit großem Pomp hat Amerika George W. Bush in seine zweite Amtszeit eingeführt. Der dieses Mal zweifelsfrei Gewählte hat in seiner Antrittsrede unmissverständlich klar gemacht, woran er seine Präsidentschaft einmal beurteilt wissen will: Welche Fortschritte erreicht Amerika während seiner Amtszeit bei der Verbreitung der Freiheit in der Welt? Dabei bleibt trotz aller Beteuerungen von Kompromissbereitschaft gegenüber innenpolitischen Widersachern und kritischen Politikern des Auslands klar, dass es sich um eine Freiheit handelt, die der fundamentale Christ George W. Bush vom "realen Bösen" bedroht sieht. Das Böse, das Amerika und seine höchsten Werte und damit die höchsten Werte der Menschheit vernichten will. Deshalb muss die Freiheit, sich zu ihnen zu bekennen, verteidigt und durchgesetzt werden. Dann erst ist die Basis geschaffen, auf der Frieden gedeihen kann. Eine klare Wertehierarchie: Freiheit schafft Frieden, nicht Frieden schafft Freiheit. Ganz abstrakt betrachtet, scheint man eine solche Theorie nicht fürchten zu müssen. Übersetzt ins reale Leben aber wird sie schnell brisant. Freiheit, die ich meine, ist nämlich immer inhaltlich gefüllt. Will ich sie durchsetzen, verstoße ich gegen die berühmte Definition, dass Freiheit die Freiheit des anders Denkenden ist.

Die "Freiheits"rede des George W. Bush kann für katholische Publizisten in doppelter Hinsicht Anlass zum Nachdenken über ihr eigenes Handeln sein. Unser wichtigstes Handwerkszeug ist die Sprache. Sie kann aufdecken, sie kann aber auch verschleiern. Hinter großen Worten wird viel versteckt. Kaum jemand wird zu dem, der ihm verspricht, die Freiheit zu bringen, sagen: "Nein, danke." Für die Freiheit, wie sie Amerika anbietet, begeistert sich mancher allerdings selbst im abendländischen Kulturkreis nur mit erheblichen Einschränkungen, ganz zu schweigen von Menschen, die in anderen Kulturen leben. Der Journalist hat eine zweifache Aufgabe. Er muss die Sprache anderer auf das konkret Gemeinte hin prüfen, die Aussage des Redners nach dessen eigenen Interessen hinterfragen. Er muss aber genauso auch die eigene Sprache so kontrollieren, dass er das von ihm Erkannte so präzise wie ihm nur möglich formuliert.

Die Rede provoziert aber auch den kritischen Blick auf die eigene Lebenswelt. "Außerhalb der Katholischen Kirche kein Heil," die älteren Kollegen wissen noch, wie mühsam das Zweite Vatikanische Konzil endlich Deutungen dieses alten Glaubenssatzes offiziell Anerkennung verschaffte, die ein fruchtbares Gespräch mit der heutigen Weltgesellschaft überhaupt erst möglich machen. Die Kirche hat das von ihr verkündete Heil, die Freiheit des Christenmenschen lange mit Gewalt und Unterdrückung ausbreiten wollen. Sie hat einsichtigeren Glaubensboten das Leben oft schwer gemacht. Sie leidet bis heute darunter, dass das Evangelium, die "gute Botschaft", auf diese Weise an vielen Orten nicht freudig, sondern nur zähneknirschend aus Selbstschutz akzeptiert wurde und immer noch nicht wirklich verwurzelt ist. Unsere eigene Geschichte also macht hellhörig für kompromisslose Heilsbringer von heute. Deshalb plappern wir nicht nach, sondern fragen nach.

Georg Stingl







Konkurrenten statt Kollegen?

Gerne erinnere ich mich an meine Volontärszeit und an die Jahre davor, als ich - wie viele gleichaltrige Kollegen - meine ersten Schritte im Traumberuf machte. Keine Sorge, liebe Leser, ich werde jetzt nicht nostalgisch oder arg persönlich. Mir kamen diese ersten Jahre nur wieder in den Sinn, als ich mich mit Volontären von heute unterhielt. Das, was für meine Kollegen und mich so wichtig war, ist offenbar kaum noch zu finden: Aufmerksamkeit füreinander, Solidarität und gegenseitige Unterstützung beim Hineinwachsen in den gemeinsamen Beruf.

Angesichts der schlechten Stellenlage auch in unserer Branche werden aus Mitstreitern mehr und mehr Konkurrenten, aus Kollegen eine Reihe von Einzelkämpfern. Eifersüchtig werden selbst mögliche Praktikumsplätze voreinander verborgen, berichteten mir die jungen Journalisten - und dabei spiele es keine Rolle, ob der oder die dort selbst schon Praktikant war oder dort überhaupt jemals ein Praktikum absolvieren wollte. Von echtem menschlichem Interesse für die Arbeit und den Werdegang des anderen ganz zu schweigen. Ob das Einzelfälle sind? Ich fürchte nein. Natürlich ist es angesichts der wenigen offenen Stellen und der vielen hundert Bewerber für fast jede Stelle verständlich, dass jeder seine Pfründe hütet und erst einmal an sich denkt.

Doch damit hat die Entwicklung, glaube ich, gar nicht so viel zu tun, wie man vermuten könnte. Denn wer Politik- oder Wirtschaftsjournalist ist oder werden will, wird sich kaum für ein Mode-Ressort bewerben, und wer Fotograf ist, wird in der Regel nicht in den Hörfunk drängen. Warum also nicht der Kollegin den Tipp geben, die genau die Schreibe für das Mode-Ressort hat, oder den Kollegen auf den Hörfunkjob hinweisen, der schon als Schüler beim Bürgerfunk angefangen hat?

Natürlich gibt es kein Patentrezept, um aus Einzelgängern aufmerksame und offene Kollegen zu machen. Ich denke aber, dass wir alle mehr dafür tun müssten und könnten, junge Kollegen entsprechend zu fördern. Dazu gehört zu allererst, dass wir ihnen Solidarität, Fairness und Kollegialität vorleben. Aber dazu gehört auch, dass wir ihnen Mut machen und ihnen helfen, die Hoffnung zu bewahren, ihren Platz in unserer Branche zu finden - der Medienkrise zum Trotz. Das ist nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. Ich denke, es gibt in jeder Redaktion, in den Pressestellen und in Journalistenbüros mehr Möglichkeiten, junge Kollegen zu fördern und ihnen Werte mit auf den Weg zu geben, als wir uns im Alltag oft bewusst machen. Und das muss nicht einmal Geld kosten...Versuchen wir es doch! Viele gute Gedanken und viel Freude dabei, junge Kollegen heranwachsen zu sehen, die wissen, worauf es wirklich ankommt, wünscht Ihnen Ihre

Hildegard Mathies






Cool drauf ohne Perspektive?

Coole junge Leute, die sich für nichts als für das neueste Computerspiel interessieren, die keinen Ausbildungsplatz finden und mit Kirche und Glauben nichts mehr anfangen können - so oder so ähnlich lauten die bekanntesten Vorurteile gegenüber der Jugend von heute. Doch weit gefehlt, erklärte auf der Jahrestagung der GKP in Schmochtitz Professor Dr. Richard Münchmeier. Der Mitverfasser der Shell Studie 2002 zeigte anhand von Statistiken und Erlebnisberichten, dass die heutige Jugend durchaus daran interessiert ist, diese Gesellschaft mitzugestalten. Die jungen Menschen fordern dabei nur, Spaß bei der Sache zu haben. Ist die Freude am Tun gepaart mit einem persönlichen Nutzen, dann steht dem gesellschaftlichen Engagement nichts mehr im Wege. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung haben erfahren, dass Jugendliche sich zwar wenig aber doch mehr für Politik interessieren als Erwachsene. Dass sie sich in ihrer Freizeit um den Umweltschutz kümmern und sich für sozial Schwache und ein besseres Zusammenleben einsetzen. Doch einem Vorurteil muss anscheinend Recht gegeben werden: Für Kirche und Glauben interessieren sie sich offenbar wirklich nicht, so zumindest die Statistiken.

Aufklärung hierüber gab es unter anderem in der Podiumsdiskussion mit Andrea Hoffmeier, Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Pfarrer Gregor Giele, Diözesanjugendseelsorger des Bistums Dresden-Meißen, Peter Becker, Geschäftsführer des Kinder- und Jugendrings Sachsen, und Martin Dehnke vom Bundesverband Freies Radio.

Pfarrer Giele machte deutlich, dass die Kirche Aktionen der jungen Leute nicht immer als "gut-katholisch" erkennen könne und deshalb davon ausgehe, dass sich die Jugendlichen von der Kirche distanzieren. Doch die jungen Menschen aktivierten tatsächlich eine enorme Vielfalt in der Gestaltung ihres Glaubens, was durchaus sehr katholisch sei. Andrea Hoffmeier wies auf die Zunahme der Säkularisierung und den Vertrauensverlust hin, den die Kirche in den letzten Jahren bei der jungen Generation erlitten habe. Sie zeigte Chancen auf, die in den vorhandenen Organisationenformen wie den Jugendverbänden lägen. In ihrer alltäglichen Arbeit finde der Kontakt mit kirchen- und glaubensfremden Jugendlichen statt. Die Einbindung dieser jungen Leute, die Chance, ihr Interesse zu wecken, sei hier gegeben. Die gegenwärtige Kürzungspolitik - gerade in Sachsen - sieht Peter Becker mit großer Sorge. Die Diskussion zeigte, dass Extremisten Tür und Tor geöffnet werden, wenn den etablierten Strukturen die Mittel weiterhin gekürzt werden. Von einem Desinteresse an Glaube und Gesellschaft wollte auch Martin Dehnke nichts wissen. Die Notwendigkeit, die jungen Leute dort abzuholen, wo sie stehen, und nicht veraltete "Jugendmuster" anzulegen, betonten alle Diskutanten.

Eine solche Tagung kann nicht alle Facetten eines Themas aufgreifen und erörtern. Aber sie kann einiges an Klärung schaffen, und dies ist - so mein Eindruck - auch dieser Jahrestagung der GKP wieder einmal gut gelungen.

Beate Schneiderwind






Mediale Pontifikate?

Die historische und mediale Sensation war am 19. April 2005 perfekt, als sich Kardinal Joseph Ratzinger mit dem Namen Benedikt XVI. um 18.50 Uhr auf der Loggia des Petersdoms zeigte. Kein Kamin, kein Balkon und wohl auch kein Papst in der Geschichte standen so sehr im Fokus medialer Wahrnehmung wie am 19. April. Der neue Pontifex lässt die Medien an sich heran. In Kontinuität zu seinen Vorgängern galt den Medienschaffenden die erste Audienz nach der Wahl. Beim Betreten der versiegelten Räume im Apostolischen Palast waren die Teleobjektive dabei. Und auch nach der Amtseinführung im Papamobil in der Menge stand hinten auf dem weißen Jeep die Kamera, die Benedikt XVI. über die Schulter schaute und "Papst" erlebbar machte. Die Zeichen eines medialen Pontifikats stehen gut.

Fast wäre der Medienhype um Papst Johannes Paul II. schon vergessen. Was hat die Welt fasziniert am Papst, der aus dem Osten kam, an seinem Leiden und Sterben, an seinem Tod? Ein bisschen konnte man stolz sein, dass die katholische Kirche so ungefragt (und von vielen auch ungewollt) in den Wohnzimmern der Welt präsent war. Entziehen konnte sich dem keiner, und eine Menge volkshochschulähnlicher Aufklärung über Katholisches hat manche fragmentarische Erinnerung an den Religionsund Geschichtsunterricht aufgefrischt. Fasziniert hat die Person, die keine Privatheit zuließ, auch nicht im Sterben. Als Johannes Paul II. sprachlos im Rollstuhl an das Fenster der Gemelli-Klinik geschoben wurde, als er nach Artikulation am Ostersonntag rang und sich - drei Tage später - ein letztes Mal den Menschen zeigte, waren die Kameras der Welt dabei. Dieser Papst hat das mediale Miterleben selbst gewollt, weil er die Medien Zeit seines Lebens und in der Begleitung des Papstamtes geschätzt hat. Er hat es auch gewollt, weil er sein Leiden, sein Krank- Sein und sein Alter nicht tabuisieren wollte in einer Mediengesellschaft, in der nur der perfekte, makellose, schöne junge Mensch gilt. Es war aber auch seine engste Umgebung, die gegen dieses mediale Miterleben nicht einschritt, weil sie wusste, dass es papstgewollt war.

Natürlich mag es für manchen grenzwertig gewesen sein, so viel Papst und so viel Leid. Wie oft haben wir die Stimmen gehört, "lasst den armen Kerl doch nun in Ruhe." Und es bleibt in der Beurteilung eine Gratwanderung, ob es zuviel Leiden und Papst war oder gerade rich- tig oder gar (das wäre allerdings überzogen) zu wenig. Weil es der Wunsch des Papstes war - und zwar aufgrund seiner Überzeugung, Alter und Krankheit nicht zu tabuisieren -, wird man den ungezählten Kamera- und Fernsehobjektiven zugestehen müssen, dass sie auf eine Welle aufgesprungen sind, die im Vatikan gewünscht war. Milliarden Menschen haben so von einem politischen Pontifex in einer Art und Weise Abschied nehmen können, die ihresgleichen suchte, ja auch die Faszination ausmachte. Die Medien haben jedenfalls einen Freund und Fürsprecher verloren, einen, der ihre Klaviatur gespielt hat, nicht indem er sich anbiederte, sondern indem er sie für das Ursprünglichste des Hirtenamtes nutzte: Zur Verkündigung. Jetzt sind die Objektive auf den neuen Papst gerichtet.

Matthias Kopp





TÜV für Journalismusausbildung?

Qualitätssicherung gehört zu den Schlagworten im Handbuch des modernen Managements. Und niemand kann ernsthaft etwas dagegen haben, wenn Produkte, seien sie materieller oder geistiger Art, ständiger Kontrolle und dem Bemühen unterliegen, sie immer noch besser zu machen. Auch im Journalismus ist dieses Streben nach Qualität notwendiger denn je – nicht ohne Grund hat sich die Gesellschaft Katholischer Publizisten der „Initiative Qualität im Journalismus“ (IQ) gleich bei deren Gründung durch den Deutschen Journalistenverband angeschlossen. In Zeiten, in denen ökonomische Zwänge in Verlagshäusern und Rundfunkanstalten zu Stellenabbau führen und die Bereitschaft wächst, die strikte Trennung von Journalismus und Anzeigenbereich aufzuweichen, ist es besonders wichtig, die Fahne der Qualität hochzuhalten.

Wenn die Bundesregierung nun eine Zertifizierung der Journalistenausbildung verabschiedet hat und Kriterien für die Beurteilung von Instituten, Fortbildungsveranstaltern und Journalistenschulen festlegen will, ist dies im Grundsatz positiv. Es kann hilfreich sein für Bewerber zu wissen, wie der jeweilige Anbieter arbeitet, welche Lehrmittel an die Hand gegeben werden, wie der Personalschlüssel von Referenten und Auszubildenden ist. Auch im journalistischen Bereich tummeln sich schwarze Schafe, die versprechen, im Schnellverfahren für den Medienberuf zu qualifizieren.

Dennoch ist der Vorgang nicht unproblematisch, zumal die Vergabe von Fördermitteln durch den Bund davon abhängig ist. Es kann nicht im Interesse einer freien Presse sein, wenn der Staat die Kriterien für eine Zertifizierung festlegt. Dies sollte unbedingt dem Markt und der Selbstverpflichtung der jeweiligen Organisationen überlassen bleiben. 26 namhafte Ausbildungsträger, darunter das Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses, hatten sich ohnehin darauf verpflichtet, ihre Ausbildungskonditionen offen zu legen.

Problematisch bei der Gesetzesverordnung ist auch die Tatsache, dass bis 31.12.05 die Zertifizierung erfolgt sein muss, es bis jetzt aber keinen Zertifizierer gibt, der dies tun könnte. Vertreter der IQ haben daherim Wirtschaftsministerium Gespräche geführt, um einen journalistischen Sonderweg zu suchen, aber ohne Erfolg. Die Einsicht, dass journalistische Produkte und Fähigkeiten nicht vergleichbar sind mit der Produktion von Würsten oder der Fähigkeit, Haare zu schneiden, war leider nicht zu vermitteln.

Nichts gegen modernes Management. Aber wenn die Methoden wichtiger werden als die Inhalte, wenn Zielvereinbarungen, Profile und Zertifizierungen mit ungeheurem bürokratischen Aufwand erarbeitet werden und einen Verschleiß von Sitzungstagen für hochqualifizierte Mitarbeiter bedingen, dann sollte man dies durchaus in Frage stellen dürfen. Der gesunde Menschenverstand und das gepflegte Gespräch in Redaktionen und Organisationen über die eigenen Standards helfen weiter als ein staatlich verordneter TÜV.

Michaela Pilters


Mehr als Small-Talk

Netzwerke sind in. Behaupten jedenfalls die journalistischen Fachzeitschriften, die in diesen Tag per Post oder (immer öfter) per Mail ins Haus kommen. „Alle wollen gute Kontakte. Die wenigsten pflegen sie systematisch“, sagt das Fachblatt „pressesprecher“ und erklärt, „wann und wie man wirklich zueinander findet – und warum manches Come-together sich nicht lohnt“. Im Organ des Deutschen Journalisten-Verbandes lese ich über Netzwerke als „Wasserlöcher für Journalisten“, die sich dort, den Büffeln der Savannen Afrikas gleich, neben der journalistischen „Nahrung“ (sprich: Nachrichten) auch noch den „Tratsch“ (vor allem über frei werdende Stellen) abholen. Und der „Netzwerke“ gibt es genug – vor allem solche, die es (noch) werden wollen. Die meisten sind organisiert und damit auch finanziert durch Gruppen oder Interessenverbände, die den Journalisten etwas „verkaufen“ wollen. Da gibt’s das traditionelle Weihnachtsbaumschlagen mit der Krankenkasse XY, das Gulaschgelage der Bank Z, den regelmäßigen Medien- Stammtisch von Bürgermeistern, Abgeordneten oder auch Fußballgrößen.

Ehrlich gesagt: Mir sind jene „Netzwerke“ am liebsten, wo Journalisten unter sich sind. Oder wo jedenfalls Journalisten das Treffen organisieren und die Leitung haben, damit der „informelle Small Talk“ nicht zu sehr in die Ebene Public Relations abrutscht, sondern auch mal kritisch nachgefragt werden kann. Wo es nicht „Salm an irgendwas“ auf Kosten möglichst noch eines öffentlichen Haushalts gibt, sondern im besten Fall handfeste Informationen. Wo ich mich barrierenfrei mit Kolleginnen und Kollegen unterhalten (und tratschen) kann. – Mal nebenbei: Das sind auch die Hauptfaktoren dafür, dass ich mich bei den Regionaltreffen und Stammtischen der GKP so wohl fühle. Nicht dass ich es jedem abspräche, sich gegen schleichende Umarmungen der Industrie und Interessenverbände wehren zu können. Aber ich empfinde es einfach als angenehmer, in den reinen Journalistenzirkeln frei reden zu können.

Dennoch: Ganz ohne die Netzwerke geht es nicht. Weil in den Redaktionen leider kaum noch Zeit bleibt für den zwanglosen Informationsaustausch. Weil man auf den Terminen vor Ort kaum noch leitende Redakteure, sondern immer mehr „Freie“ findet – die aber über die Hausinterna des jeweiligen Verlags zu wenig wissen. So opfere ich weiter Familienzeit gegen den abendlichen Info-Treff, das „Nähkästchen“ oder „Get- Together“. Und pilgere zum Medienforum NRW, zum Mainzer Mediendisput, zu den Münchner Medientagen... Immer in der Hoffnung, mehr als nur Small- Talk-Gespräche zu führen.

Christian Frevel


Die Alten kommen

Der Weltjugendtag ist zu Ende. Obwohl im Mittelpunkt die junge Generation stand, zeigt auch er in der Begegnung mit Papst Benedikt XVI. die beiden Pole unsere Lebens: Jugend und Alter. Fast zeitgleich mit dem Abschluss des Kölner Großereignisses fand in Berlin inder Katholischen Akademie ein vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend initiierter Kongress statt mit dem Thema „Wohnen in der Zukunft – modernes Leben im Alter“. Er widmete sich verstärkt dem zweiten Pol, und zwischen beiden wird sich die Politik der Zukunft, wer immer sie gestaltet, bewegen müssen.

Der Berliner Kongress, eingeleitet durch einen Vortrag der Bundesministerin Renate Schmidt, diskutierte Denkansätze und Modelle des Wohnens im Alter. Kommunal- und Sozialpolitiker, Verbandsvertreter sowie potentielle Nutzer und Anbieter von Wohnungen waren miteinander im Gespräch. Der demographische Faktor sitzt auch der Wohnungswirtschaft im Nacken. Alternative Wohnmodelle, wie generationsübergreifende Gemeinschaften oder Senioren-WGs werden sicher an Zahl zunehmen, aber das Gros der älteren Menschen möchte am liebsten in der eigenen Wohnung, im eigenen Viertel bleiben können, wie Umfragen zeigen. Das Pflegeheim ist bei den Senioren selbst eine ungeliebte Perspektive. Selbstbestimmtes Wohnen bis zum Schluss wird bevorzugt. Sicher sind gut geführte Heime bei schweren Erkrankungen weiterhin nötig, aber statt diesen Sektor weiter auszubauen, sollte man dazu übergehen, den bisherigen Wohnungsbestand den veränderten Bedürfnissen entsprechend zu sanieren.

Heraus stellte sich, wie Heimrecht und Forderung völliger Barrierefreiheit oft selbst eine Barriere bilden. Die Ministerin trat zurecht für eine Entbürokratisierung des Heimrechts ein. Der Vertreter der Wohnungswirtschaft forderte, bei Sanierung und Neubau altenfreundlich zu bauen, was zu definieren wäre. Denn die Begriffe al - tengerecht - behindertengerecht - familiengerecht sind im Grunde nicht mehr zeitgemäß. Wohnungen sollten ganzheitlich die selben Standards haben.

Ein Umdenken von Politik und Wirtschaft ist also nötig. Der Kongress, dessen Anliegen noch vor einigen Jahren kein Thema war, zeigte, wie ein erster Schritt gemacht wurde. Das medial zu vermitteln, könnte eine lohnende Aufgabe für Journalisten sein. Auch ein zweiter Aspekt muss beachtet werden: Das Zusammengehen von Jung und Alt. In Dresden, wo ich lebe, gibt es seit zehn Jahren den Verein „Alt werden in Gemeinschaft“, der alternative Wohnmodelle für Senioren auf die Beine stellt und allmählich an Akzeptanz gewinnt. Diesen und ähnlichen Projekten ist zu wünschen, was die GKP seit langem erfolgreich praktiziert, nämliche die Einbeziehung von Jung und Alt und das vertrauensvolle Miteinander der Generationen.

Ursula Wicklein


Medienhype Kirche

Der Weltjugendtag ist vorbei – und er wirkt hoffentlich länger als er gedauert hat. Schon ist der Begriff „Nachhaltigkeit“ wie ein „Sesam öffne dich“ erschienen, um das Erlebte intellek-tuell wach zu halten, zu diskutieren, darüber nachzudenken, wie es weiter geht. Wir dürfen uns auf spannende Monate einstellen, wie die Kirche, wie Jugendverbände jedweder Coleur, wie unser Land mit dem Weltjugendtag „weitermacht“, ihn wirklich wirken lässt und nicht zerredet, die Aufbrüche und Ermutigungen in Gemeinden zulässt und nicht nachträglich mit dem Mehltau katholischer Pflichtnörgelei beginnt, mies zu reden.

Der Weltjugendtag war ein eindrucksvoller Erfolg, bei allen Schwierigkeiten, Problemen, ja auch Pannen, die es gegeben hat. Wann haben Kirche und dieses Land eine solche Glaubensfreude junger Menschen erlebt, eine solche Internationalität, die Kulturgrenzen nicht erst auf dem Marienfeld, sondern schon auf Bahnsteig 2 in den Hauptbahnhöfen übersprang, eine solche unaufdringliche Begeisterung für Kirche und Papst gesehen? Im nächsten Jahr werden sich viele an diese jungen, friedlichen, suchenden, konfessionsübergreifenden, singenden und lachenden Menschen erinnern, wenn Milliardenbeträge in Sicherheit und Organisation gesteckt werden, um die Fußballfans der Welt im Zaum zu halten. Der Weltjugendtag war eine bewegende Demonstration des Glaubens. Wir haben eine Woche erlebt, die nicht triumphalistisch, sondern ehrlich war, eine Woche, in der die Kirche gezeigt hat, dass sie auch künftig den Mut haben darf, sich nicht auf ihre eigenen Wände zu konzentrieren, sondern Element, besser Ferment dieser Gesellschaft zu sein.

Die Medien haben zum Erfolg des Weltjugendtags wesentlich beigetragen. Die Zahlen sprechen für sich: 40.000 Zeitungsartikel, 10.300 Sendeminuten im Fernsehen, 240 Millionen Fernsehzuschauer weltweit, fast 70 Millionen Internetzugriffe. Bemühten sich Reporter und Fotografen, Kommentatoren und Interviewgäste um die kritische Distanz, haben viele – vor allem aus Fernsehen und Hörfunk – nachher erzählt, wie ihnen eine Gänsehaut über den Rücken lief, wie es kaum möglich war,sich angesichts dieser jungen Generation emotional zurückzuhalten. Schön, dass das in unserer Medienlandschaft passieren konnte. Noch schöner, dass zum zweiten Mal in einem halben Jahr die Medien vom Thema „Kirche“ bestimmt waren: Der Tod des Medienpapstes hatte uns das ermöglicht, der Weltjugendtag und der neue, wenn auch auf andere Art aber eben dennoch auch Medienpapst Benedikt XVI., haben uns den Hype beschert. Der deutsche (und an sich auch weltweite) Fernsehzuschauer, Radiohörer, Zeitungsleser konnte sich dem Geschehen nicht entziehen. Schon kommen erste besorgte Stimmen auf, ob das denn jetzt immer so weitergehe. Tatsächlich scheinen sich Kräfte in der evangelischen Kirche diese Frage zu stellen. Etwa Neid? Bitte nicht, denn wir haben viele, sehr viele gemeinsame Themen und könnten, wenn wir wollten, auch für einen ökumenischen Medienhype sorgen.

Was also bleibt vom Hype? Viel Arbeit – vor allem fürdie Kirche. Die gigantische Welle der Sympathie – vom Tod des Papstes bis zum Deutschlandbesuch des neuen Papstes – weiter zu nutzen, sich den Medien zu stellen, durch ihre Botschaften und Bilder, Personen und Pastoral, Impulse und Initiativen weiter Ferment in der Gesellschaft zu sein. Tatsächlich: Die Kirche hat den Medien etwas zu sagen und die Medien der Kirche.

Matthias Kopp


Schleichwerbung

Von Journalisten aufgedeckt – was dem Berufsstand zur Ehre gereicht -, aber auch von Journalisten geduldet oder in Kauf genommen - was an der Ehre des Berufsstandes kratzt -, hat sich das Thema Schleichwerbung vor Monaten unerwartet einen prominenten Platz in der Berichterstattung erobert und behauptet ihn hartnäckig. Immer neue Enthüllungen belegen, wie weit Schleichwerbung verbreitet ist.

Aber schon die Definition ist schwierig. In fiktionalen Fernsehprogrammen, die Gegenwart realitätsnah abbilden wollen, bedeutet die Verbannung von Markenzeichen eine Verfälschung. Wenn Schleichwerbung beinhaltet, wie das Wort nahe legt, dass heimlich, verdeckt dem Leser oder Seher etwas untergeschoben wird, ist die Gefahr dann beseitigt, wenn im Abspann eines Fernsehbeitrages auf Sponsoren hingewiesen wird, oder müsste beim Erscheinen eines Markenlogos der Hinweis „gesponsert von XY“ eingeblendet werden? Ist der angeblich neuerdings heroische Kampf der Öffentlich-Rechtlichen glaubwürdig, wenn man offensichtlich der Meinung ist, dass die seit einiger Zeit erfolgende Nennung von Sponsoren im Abspann von „Wetten, dass...“ die Form der Finanzierung rechtfertigt? Teure Weltstars treten honorarfrei auf, machen dafür aber ungeniert Werbung für ihr in nächster Zukunft auf den Markt geworfenes Produkt.

Das Publikum scheint es zu schlucken, Aber merke: Gespartes Geld macht keinen Unterschied zu bezahltem Produktionszuschuss. Anders aber wäre der Quotenrenner nicht zu bezahlen. Das derzeit vorgeführte, kerzengerade Rückgrat der Programmverantwortlichen geht da gerne in eine leicht gebeugte Haltung über.Wenn ihr Zeigefinger auf die Produzenten weist, so deuten nach bekannter Redensart eben drei Finger auf die Auftraggeber der Produzenten zurück. Die Grenzziehung im Bereich Product Placement ist und bleibt schwierig. Theoretisch viel eindeutiger stellt sich die Lage bei journalistischen Beiträgen dar. Es gilt der eherne Grundsatz der Trennung von redaktionellem Beitrag und Werbung. Daran rütteln auch nicht immer neue Formen des Informationsflusses, den uns die fortschreitende Technologie beschert. Ein leichtes Aufatmen darüber, dass die schwierige wirtschaftliche Lage auch großer Verlagshäuser sich entspannt hat und damit auch die Gefahr des in Kauf genommenen Verrats dieses Grundsatzes, ist spürbar. Verlagshäuser und alle Programmverantwortlichen im dualen System unterscheiden sich in ihrer Wertung nicht. Verstöße gegen diesen Grundsatz schaden der eigenen Glaubwürdigkeit ungeheuer und führen in der Konsequenz auch in die wirtschaftliche Katastrophe. Merkwürdig aber, dass die Diskussion bisher überhaupt nicht die Frage nach dem Selbstverständnis derer aufgreift, die solche Manipulationen von journalistischen Beiträgen aktiv betrieben haben. Müssen sie denn gar nicht besorgt sein, dass die Offenlegung solcher Manipulation auch für sie verheerende wirtschaftliche Folgen hat? Die öffentliche Meinung scheint in Bezug auf diese Akteure weitherzig zu sein. Das bucht man unter Kavaliersdelikt, denn vom Interessenvertreter kann nichts anderes erwartet werden. In den PR-Abteilungen vieler Unternehmen arbeiten ausgebildete Journalisten. Einen Ehrenkodex für Ihre Handlungen für die Öffentlichkeit zu erarbeiten, wäre ein fruchtbares Ergebnis der gegenwärtigen Diskussion.

Georg Stingl



Nicht abgestimmt

„Keine Zeitung wie jede andere“ titelte die taz Nord am 9. November über einen Artikel, in dem es um das Thema Kirche und Medien – beziehungsweise kirchliche Medien – ging. Anlass war ein Streit um einen Bericht in der Neuen KirchenZeitung, Hamburg, über eine Veranstaltung, auf der die NS-Vergangenheit des evangelischen der vier Lübecker Märtyrer angesprochen worden war. Dem Redaktionsleiter und Autor, Andreas Hüser, hat die ökumenische Arbeitsgruppe „Lübecker Märtyrer“ vorgeworfen, mit seinem Bericht Schaden angerichtet zu haben. Es sei der Eindruck entstanden, der evangelische Pastor Karl Frie - drich Stellbrink sei nicht würdig, an die Seite der drei Katholiken, deren Seligsprechungsverfahren läuft, gestellt zu werden, lautete ein Kritikpunkt. Und vor allem: Der Bericht sei nicht abgestimmt worden.

Lange Schreibe, kurzer Sinn: Am Ende musste die Neue KirchenZeitung in einer der folgenden Ausgaben auf Geheiß ihres Herausgebers, Erzbischof Werner Thissen, eine Erklärung abdrucken, die dieser zusammen mit dem Bischof der Nordelbischen Kirche, Hans Christian Knuth, abgegeben hat – auch um das Problem in der Ökumene nicht eskalieren zu lassen. Kern ist die Feststellung, dass in dem umstrittenen Bericht „bedauerlicherweise Gesprächsinhalte ohne Absprache veröffentlicht“ worden seien. Ende des taz-Artikels: „Zumindest die Redakteure der Neuen Kirchen- Zeitung wissen nun, dass ihr Blatt keine ,Zeitung wie jede andere’ zu sein hat.“

Welche Folgen die Anordnung des Erzbischofs für die redaktionelle Arbeit hat, ist nicht abzusehen – aber zu befürchten: Wie ist es für die Redaktion und ihre journalistische Unabhängigkeit bestellt, wenn das ganze Bistum es schwarz auf weiß hat, was der Erzbischof zum Thema „Absprachen“ meint und er seiner Redaktion diese im Grunde öffentlich verordnet? Aus der Redaktion heißt es zwar, man werde nach normalen journalistischen Standards weiterarbeiten und Beiträge nicht von den Beteiligten gegenlesen lassen, es sei denn, es handele sich um Wortlaut-Interviews; aber besteht nicht die Gefahr, dass die Pressefreiheit um einiges auf der Strecke bleibt? Von der Glaubwürdigkeit des Blattes und der Wahrnehmung als „richtige“ Zeitung nnerhalb und außerhalb der Kirche ganz zu schweigen.

Der Vorgang macht deutlich, wie dünn die Luft in der Kirchenpresse sein kann und wie wichtig es ist, das Verhältnis zwischen Herausgeber und Redaktion sinnvoll zu regeln. In den vergangenen Jahren ist hier zwar vieles erreicht worden; aber wir sind offenbar noch nicht am Ende eines Weges zu einer Kirche, für die ein angemessener Umgang mit ihren Medien selbstverständlich ist. Es gibt also keinen Grund für uns, nachzulassen in der Wachsamkeit und in den Anstrengungen, das Miteinander von Kirche und Medien mitzugestalten.

Hildegard Mathies