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home > Geistliches Wort > Mai 2009

Mittel.Punkt.

… in der Einheit des Heiligen Geistes … Liturgie

Auf dem Weg zum 2. Ökumenischen Kirchentag in München konnte ich mitwirken an der Veröffentlichung: Beten und Handeln auf dem Weg zum 2. Ökumenischen Kirchentag. Ins Gespräch gebracht vom Arbeitskreis „Pastorale Grundfragen“ des Zentralkomitee der deutschen Katholiken. (vgl. http://bit.ly/bQUxKZ)

Der Arbeitsgruppe ging es darum, einen Weg vorzuschlagen, Ökumene auch als ein geistliches Geschehen zu begreifen. Dabei griffen wir die schöne ökumenische Erfahrung auf, dass über die Grenzen der Konfession hinweg das VATER UNSER gebetet wird.

In der Einleitung schreiben wir: „Viele Christinnen und Christen sind sehr bewegt, wenn sie gemeinsam das VATER UNSER beten. Nach Ausweis alter liturgischer Quellen ist dieses Gebet von früher Zeit an das gemeinsame Gebet der Getauften. Sie wagen so zu sprechen, weil Jesus selbst sie in der Bergpredigt diese Worte gelehrt hat. Ermutigt durch viele Vorbilder in der Tradition, für die das VATER UNSER einen Weg zur Bekehrung bereitete und die es daher als einen gedanklichen Grundriss für die christliche Katechese herangezogen haben, möchte der Arbeitskreis „Pastorale Grundfragen“ des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) eine Auslegung des VATER UNSER vornehmen, bei der ökumenische Gesichtspunkte leitend sind. Auf diese Weise möchten wir mithelfen, den Weg zum 2. Ökumenischen Kirchentag in München 2010 als eine geistliche Besinnung zu gestalten.

Täglich sprechen viele Christinnen und Christen weltweit dieses Gebet. In ökumenischen Gottesdiensten sind die überlieferten Gebetsworte ein Bindeglied. Der reiche Schatz der gemeinsamen Gebetstradition ist jedoch noch nicht gehoben. Das VATER UNSER kann als ein Gebet entdeckt werden, mit dem sich die gegenwärtigen Herausforderungen der Ökumene verbinden lassen. Diese bestehen nicht zuletzt in der Aufgabe, bei der Gestaltung der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation aus der Kraftquelle des gemeinsamen christlichen Glaubens zu schöpfen.“

Im Anschluss an die Einleitung legen wir dann die einzelnen Bitten aus, betrachten sie unter ökumenischen Gesichtspunkten und schlagen dann vor, welche praktischen Folgen für ein gemeinsames geistliches Tun sich daraus ergeben. Ich habe gern an dieser „Anregung“ mitgewirkt, weil vor allen theologischen Fragen oder auch Fragen der traditionellen Verwurzelung Gebet und Christuserfahrung stehen müssen. Es geht nicht um die Kirche! Es geht um den Vater im Himmel, der im Heiligen Geist seinen Sohn gesandt hat und ihn in der Welt gegenwärtig hält.

Am Anfang steht das Tun Gottes. Darauf bezieht sich auch die Einleitung zu dem Begleitband zu diesen Anregungen, der erprobtes ökumenisches Handeln zur Kenntnis gibt (… so auch auf Erden. Ökumenisch handeln mit dem Vater unser, hrsg. v. Hunstig, Hans-Georg; Sattler, Dorothea, 2010, Echter-Verlag): „Die älteste biblische Erzählung von der Erschaffung der Welt nennt den ersten Menschen einen „Erdling“ – „Adam“, der nach Gottes Willen der „adamah“, dem Erdboden, zugehörig ist (vgl. Gen 2,7). Die Erde ist die Wirkungsstätte des Menschen: Sehr mühsam ist das Tagewerk des Menschen aus eigenem Verschulden geworden (vgl. Gen 3,17). Die Rückkehr in paradiesische Zeiten ist erst im Himmel wieder zu erwarten. In der Zwischenzeit gilt es, „auch auf Erden“ Annäherungen an die Erfüllung dieser Hoffnung zu versuchen. Nach dem gemeinsamen christlichen Bekenntnis hat Jesus Christus „die Himmel durchschritten“ (vgl. Hebr 4,14). Er ist ein Erdling geworden, ein Mensch wie wir. Er ist nach seiner Auferweckung in den Himmel, in die Wohnstätte Gottes, zurückgekehrt. Hinterlassen hat er ein Gebet, das Himmel und Erde verbindet: das Vater unser.“

In München wird oft Gelegenheit sein, dieses Gebet des Herrn gemeinsam zu sprechen. Wenn wir der einheitstiftenden Kraft des Heiligen Geistes, die den Vater und den Sohn in Liebe miteinander verbindet, in uns selber und zwischen uns Vorrang geben, ist mir um Fortschritte im ökumenischen Miteinander nicht bange. Sie ist auch der Motor, dass Christen aller Konfessionen an der Einheit der zerrissenen Menschheit mitwirken, damit sie Hoffnung hat. Ich freue mich auf das geistliche Ereignis des 2. ÖKT 2010.

Ihr Bruder Paulus


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