Besinnungstexte 2008
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Besinnungstexte 2000
Texte von P. Albert Keller SJ und Br. Paulus Terwitte ofm.cap. aus dem Jahr 2006
Nütze die Zeit
Wo immer wir etwas fassen, in den Griff bekommen wollen, sind wir aber darauf angewiesen, dass es uns nicht immerfort entgleitet. Unsere Sprache verrät das. Wir fragen, ob etwas „feststehe“, wenn wir uns einer Tatsache vergewissern wollen. Möchten wir etwas genauer in Augenschein nehmen, dann „fixieren“ wir es mit den Augen. Und falls wir einen Sachverhalt untersuchen wollen, treffen wir „Feststellungen“ darüber. Dem allem entzieht sich die Zeit, da sie unaufhaltsam vorüber fließt.
Doch die Zeit läßt sich einteilen, ja sie ist messbar, weil sie ausgefüllt ist mit Bewegungen und Veränderungen; in diesem steten Wandel lassen sich Regelmäßigkeiten entdecken, die uns gestatten, die Zeit zu gliedern in Stunden, Tage und Jahre. So können wir mit ihr umgehen. Aber sie ist auch eingeteilt und zugemessen, insofern Naturprozesse unabhängig von unserem Zutun in bestimmten Zeitgrenzen ablaufen, am merklichsten im Wechsel von Tag und Nacht und in der Folge der Jahreszeiten. Bemessen ist, wie uns die Wissenschaft sagt, sogar die Frist des gesamten Naturablaufs, die Zeit, in der Leben auf der Erde möglich ist, die Dauer der Erde selbst, wohl sogar die Zeit unseres Kosmos im ganzen.
Auch unser Leben nimmt als ein solcher Naturprozess eine begrenzte Zeitspanne ein, die sich nicht nach Belieben verlängern lässt. „Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?“ fragt Jesus im Evangelium nach Matthäus (6:27). Wir mühen uns jedoch vielfach - und nicht ohne Erfolg - unsere Lebenszeit auszudehnen. Doch wir verlängern nur das Alter und fürchten es zugleich nach dem Spruch: Alle wollen alt werden, und keiner will alt sein. Dem Ende aber entgeht niemand; daran ändert auch all unser Sorgen nichts. „Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben davor bewahren, dass es vergeht und endet“, könnte man die Frage Jesu abwandeln, und die Antwort steht fest: Das vermag niemand, und wäre er noch so klug und reich und mächtig.
Diese ablaufende Zeit, die uns gewährt ist, gliedert sich uns wieder in größere oder kleinere Abschnitte, etwa die Phasen unseres Lebens wie Kindheit, Jugend, „Blüte der Jahre“, Alter; in Arbeitszeit und Freizeit,„saure Wochen, frohe Feste“, wie Goethe sagt; also auch in glückliche oder traurige, in sorglose oder beängstigende oder in banal „alltägliche“ Zeiten. Sie können uns lang oder kurz scheinen, köstlich oder finster. Man hat Zeit oder hat keine. Man kann sich diese Zeit vertreiben, sie gar totschlagen, sie als „Tagedieb“ stehlen oder vergeuden, sie vertrödeln. Man kann Zeit gewinnen oder verlieren. Man kann sich die Zeit lassen oder nehmen oder sie einem schenken.
Wir müssen uns auch damit abfinden, dass alles „seine Zeit“ braucht, also geduldig abwarten können, und das Sprichwort beachten: „Eile mit Weile!“, aber auch das andere beherzigen: „Warte nie, bis du Zeit hast!“ Es ist bei alledem aber weniger zu fragen, wieviel Zeit wir haben, wie lange unsere Lebenszeit währt, als was wir damit anfangen. Denn nur sie steht uns für unser Tun zu Verfügung, wir haben nur dieses eine Leben. „Noch ist es Tag, da rühre sich der Mann, / die Nacht tritt ein, da niemand wirken kann“ fasst Goethe ein Wort Jesu in einen Reim („Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann“ (Joh 9,4)). Es gilt also die Zeit, die uns zu Verfügung steht, auszunützen, sie „auszukaufen“, wie ein anderes Wort des Neuen Testaments fordert, das die Tage als „böse“ schilt, wohl weil es ein „böses Ende“ nähme, wenn wir ihnen untätig ihren Lauf ließen (Eph 5, 16). Und es ist gut zu überlegen, was wir mit diesem kostbaren Schatz „Zeit“ kaufen; wer sich damit nur mehr Zeit einhandelte, stünde nur erneut vor der Frage, was er damit anfangen will.
Leon Bloy beantwortet die Frage, wohin unsere Reise durch die Zeit führen soll, im „Pilger des Absoluten“ so: „Man geht von Gott aus, um zu Gott zu gelangen. Dies ist die einzige Bewegung mit würdigem und nützlichem Ziel. Alles andere, jede andere Reise, die einen anscheinend irgendwohin führt, ist sinnlos, und je schneller man geht, desto törichter ist es.“
Albert Keller SJ
Februar 2006
Religion in den Medien
Medienschaffende können ihre Produkte auch als Ware ansehen, die es an möglichst viele abzusetzen gilt. Dabei setzt sich die Überzeugung durch, dass zuletzt die Kunden - und nicht irgendwelche ihnen vorgesetzte Gremien - zu bestimmen haben, welche Sendungen sie empfangen. Das führt nun leicht zu einem Niveauverlust im Angebot, denn leider ist der Massengeschmack nicht anspruchsvoll. Doch wer so die Gesetze des Marktes auch in den Medien berücksichtigt, sollte auch beachten, dass einerseits der Markt nicht nur bestehende Kundeninteressen zu bedienen versucht, sondern sich auch bemüht, erwünschte Bedürfnisse zu wecken und zu lenken - die gesamte Werbebranche lebt davon - , und dass er andererseits neben dem Massenangebot auch für Sonderwünsche kleiner Kundenkreise Spezialgeschäfte bereithält.
Daher würden es sich Medienanbieter zu einfach machen, würden sie sich ausschließlich dem Diktat des Massengeschmacks unterwerfen. Gerade wenn sie die Macht der Medien beachten, die in dem Satz zum Ausdruck kommt: Was nicht in den Medien ist, ist nicht in der Welt, müssten sie sich auch der gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sein, die sie als Programmgestalter haben. Wenn jeder einigermaßen Mitfühlende, der einen von Hunger Getriebenen in Mülltonnen nach Genießbarem wühlen sieht, sich gedrängt fühlt, dem zu besserer Nahrung zu verhelfen, müssten sie doch angesichts des geistigen Unrats, den viele, von ihrem Hunger nach Informationen oder Unterhaltung getrieben, sich einverleiben, das Ihre dazu beitragen, ihnen zu zuträglicher geistiger Nahrung und zu kritischem Umgang mit dem Medienangebot zu verhelfen.
Klarheit über den Begriff "Religion"
Natürlich gehen in unserer pluralistischen Gesellschaft die Meinungen darüber auseinander, was in ein Programmangebot hineingehört und woraufhin etwa das Publikumsinteresse zu lenken ist. Das gilt wohl nicht zum wenigsten in der Frage nach religiösen Gehalten dieses Angebots. Die lässt sich nur sinnvoll diskutieren, wenn man sich über den vieldeutigen und vielschichtigen Begriff "Religion" Klarheit verschafft. Der kann allgemein die Beziehung des Menschen zum Absoluten bezeichnen, sofern dieses Unbedingte vom Menschen anerkannt und verehrt wird, ohne dass es zwangsläufig als Gott erkannt und bekannt werden müsste. Dann hätten wir es wohl mit einer Grundhaltung des Menschen über alle Zeiten und Kulturen hinweg zu tun. Die manifestiert sich in unterschiedlichen Formen, oft als ein durch Lehre und Satzungen festgelegter Glaube, der von einer größeren Gemeinschaft angenommen und vor ihr bekannt und gelebt und in gemeinsamen Ritualen ausgedrückt wird. Dann haben wir es mit verschiedenen Religionen und Glaubensgemeinschaften, hierzulande vor allem mit den christlichen Kirchen, zu tun, zunehmend auch mit dem Islam.
Schiefes Bild der Kirche
Wer sich über den Einfluss der Medien auf unsere Gesellschaft im klaren ist, wird Wert darauf legen, im Medienangebot einen guten Platz zu erhalten, auch für seine religiöse Überzeugung. Dabei setzt er sich aber dem Druck des Marktes aus. Er kann sich dann zu eilfertig auf die Felder konzentrieren, die gerade modisches Interesse finden, also etwa ihr Engagement im Umweltschutz oder für Randgruppen hervorheben, östliche Meditationspraktiken vorstellen oder Hildegard von Bingen rühmen, nicht weil sie eine heilige und gelehrte Frau war, sondern wegen ihrer Rezepte für Heilkräuter und Dinkel. Das mag alles ehrenwert sein; Aber es fragt sich ,ob man dafür Religion und Kirche braucht. Wenn man zudem neben Fürstenhochzeiten und kirchlichen Begräbnisfeiern für extravagante Persönlichkeiten oder neben Papstmessen zu Ostern und Weihnachten nur noch exotisch anmutende Rituale präsentiert wie eine Fronleichnamsprozession mit Booten auf dem Chiemsee oder auf dem Rhein, wird das Bild der Kirche völlig schief. Sie erscheint dann zuständig für Folklore, als Brauchtumshüterin oder als Verschönerungsverein für festliche Angelegenheiten.
Was das Christentum zu sagen hat
Allerdings haben derartige Sendungen den Vorzug, sich anschaulich und sinnfällig gestalten zu lassen. Da ist es gewiss schwieriger, die entscheidenden Aussagen der christlichen Botschaft zu vermitteln. Dennoch müssen auch die mediengerecht und kundenorientiert präsentiert werden; die Kunden aber sind - zum Unterschied zu der sonst meist binnenkirchlich angelegten Verkündigung - hier überwiegend kirchenfremde Mediennutzer. Um die zu erreichen, muss man zunächst ihre Sprache reden, ihnen nach einen Lutherwort "aufs Maul schauen". Das ist etwas anderes, als ihnen nach dem Mund zu reden. Aber ihre Interessen gilt es zu kennen und zu berücksichtigen. Dahinter muss die Überzeugung stehen, dass das Christentum etwas zu sagen hat, was die Menschen interessiert und was ihnen von niemandem sonst geboten wird. Sie müssten etwa erfahren, wie Menschen mit Schuld umgehen sollen, wieso sie "Zur Freiheit berufen sind", weshalb allein in der christlichen Aufforderung zur Feindesliebe Toleranz gründen kann, die nicht über Unrecht und Ausbeutung hinwegsieht - worin schließlich der Sinn des menschlichen Lebens liegt, als dessen höchste Werte weder Gesundheit noch Wohlstand gelten können, sondern Mitmenschlichkeit oder - christlich ausgedrückt - Liebe, die stärker ist als der Tod. Diese Art "Religion" verdient gewiss einen Platz in den Medien; die Mediennutzer haben ein Recht darauf.
Albert Keller SJMärz 2006
„Fürchtet euch nicht!“
Wir werden im Neuen Testament wiederholt zu einer mutigen Haltung aufgefordert. „Fürchtet euch nicht!“ heißt es in der Engelsbotschaft bei der Geburt Jesu (Lk 2,10) wie nach seiner Auferstehung (Mt 28,5) „Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben“ (Lk 12:32), sagt Jesus zur Kirche, und zu uns allen: „Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.“ (Mt 10:31) Und er mahnt: „Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung?“( Mt 6:25) „Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.“(Mt 6:34)
Aber lassen sich denn solche Einstellungen und Grundstimmungen befehlen? Kann man Furcht verbieten? Die scheint doch gar nicht in unserer Gewalt zu liegen? Der Mensch ist nämlich weithin nicht gelenkt durch seinen Kopf, durch Vernunft, Einsicht, Willensentscheidung, sondern vorgängig dazu durch Grundstimmungen, Triebe und Ängste. Ein Grundtrieb etwa ist der zur Selbsterhaltung. Wenn irgendwo Panik ausbricht, rennen die Menschen „kopflos“ um ihr Leben, trampeln andere nieder. Auch außerhalb einer solchen Extremsituation besteht ständig die Gefahr, dass wir, um unser Leben oder Wohlleben zu sichern, andere niedertrampeln. Wenn der Mensch sich bedroht fühlt in seiner Selbsterhaltung, dann reagiert er, ohne viel zu überlegen, mit Angst und Furcht. „Angst“ kommt von „eng“, sie würgt uns die Kehle zu, aber wir wissen oft gar nicht, wovor wir uns da fürchten. Sie ist „Zukunftsangst“, weil man nie genau weiß, was die Zukunft bringt. Dagegen „fürchten“ wir um bestimmte Dinge, an denen wir hängen, Gesundheit, Ansehen, unser und anderer Wohlergehen, Alterssicherung, die Zukunft des Sozialstaates. Darum sorgen wir uns zu Recht, denn Liebe verlangt Für-sorge. Die Meinung, der Glaube müsse angstfrei machen, scheint hingegen wirklichkeitsfremd. Nur dumme Menschen sind immer furchtlos, weil sie Gefahren nicht sehen. Man kann und sollte Angst nicht abschaffen. Sie ist unser biologisches Erbe. Beutetiere - und dazu gehört der Mensch - haben nur überlebt, weil sie Vorsicht und Angst hatten. Allerdings kann Angst kopflos machen und ist daher ein schlechter Ratgeber. Deshalb gilt es zu überlegen, wo wir angstgesteuert sind und wovor wir uns fürchten. Dann entdecken wir hart, dass das meiste, das wir befürchten, eintreten wird. Wir fürchten um Gesundheit: Wir werden sie verlieren, Tote sind nicht gesund. Wir fürchten um Ansehen: Wir werden es verlieren, und bald kräht kein Hahn mehr nach uns. Alles, was wir haben, was wir besitzen, werden wir verlieren, wenn es vergänglich ist. Zwar müssen wir uns darum sorgen und kümmern; wir aber wissen: Letzten Endes bleibt davon nichts. Das zu bedenken, schafft unsere Ängste nicht ab, aber es kann sie in Ordnung bringen. Wir nehmen viel zu viele Dinge für entscheidend wichtig, die es nicht sind, weil sie vergehen. Daher mahnt Jesus: „Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen.“( Mt 6:19) „Macht euch Geldbeutel, die nicht zerreißen. Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, droben im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frißt. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.“ (Lk 12:34f)
Was einer an Gutem tut, was er liebend für andere Menschen einsetzt, das ist unvergänglich, da braucht er keine Angst zu haben. Nur das, was man verschenkt, behält man letzten Endes. Wer weiß, dass er auf dieser entscheidenden Ebene durch Gott unerschütterlich getragen ist und den Satz lebt: „Glaube ist: Feststehen in dem, was man erhofft“ (Hebr 11,1), der kann den Ängsten des Lebens gelassen begegnen. Weil alle Ängste Todesängste sind, die fürchten, Verlierbares zu verlieren, hält gegen sie nur die Überzeugung stand: „Liebe ist stärker als der Tod“, die uns inmitten der Ängste aufatmen lässt.
Wir stehen als Einzelne wie als Kirche vor der Frage: Wo ist euer Herz? Was ist euer Schatz? Geht es um Vergängliches, dann habt ihr ein verdrehtes Leben. Ist der Schatz und folglich das Herz aber aufseiten Gottes, dann erlebst du an dir selbst - und die angstgeplagte Kirche, die sich an Macht und Gewohnheiten klammert, könnte es ebenso erfahren: Liebe ist stärker als Vergänglichkeit und triumphiert über alle Ängste.
Albert Keller SJ
April 2006
Passion Ostern
Wieder muss das Unbeschreibliche beschrieben werden. Wir greifen zu Bildern aus der Erfahrung und stoßen dennoch an Grenzen. Die aufblühende Knospe erzählt natürlich von der Möglichkeit eines neuen Lebens. Doch jedes Kind weiß, dass die Blüte nicht ewig bleibt. In der Mitte der Nacht ist der Anfang des neuen Tages. Doch wird auch dieser wieder im Abend landen. Selbst das Weizenkorn ist endgültig gestorben. Es steht nicht selbst zum Leben auf. Wenigstens – oder höchstens? - ermöglicht es einer neuen Pflanze zu werden, auf dass aber auch diese wieder stirbt.
Ich habe immer weniger Lust, mich in dieser Bilderwelt um Verständigungshilfen für Ostern zu bemühen. Sie sind mir zu glatt und sagen letztlich nichts Neues. Von ihnen zu erzählen ist weniger Verkündigung als Basismeditation des Lebendigen in dieser Welt. Das muss nicht schlecht sein. Ganz im Gegenteil: Dem Supermarkt- Zugreifer unserer Tage muss auf die Beine geholfen werden, was Grundeinsichten ins Leben angeht. Tod und Konflikt, Bewährung und langer Atem sind auch Leben. Vitalität erweist sich nicht nur in der erfolgreichen Abwehr von Krankheit, sondern auch im Leben mit der Krankheit. Frieden ist keine Wellness- Erfahrung, sondern starkes Ertragen der Gegensätze und beständiger Kampf für Wahrheit und Recht.
In der Öffentlichkeit redet sich allein davon schon nicht leicht. Man wird schnell zum Auszugrenzenden, wenn man Wunden als Normalfall des Lebens bezeichnet, eine Krebserkrankung nicht nur als Unglück und Altern nicht nur als Schande, vor der einem zu grauen hat. Ich verstehe Jesu Wort von der Einladung in die Kreuzesnachfolge als Aufforderung, im wirklichen Leben lebendig zu bleiben. Wer sich nur im Traum aufhält, verhungert durch den Abstand, den er zwischen sich und seiner Umwelt schafft. Der Stein vor dem Grab erzählt von der Isolation, in die die Glücksmacher unserer Tage sich und andere bringen. Im Grab ist es sicher. Aber im Grab ist es auch tot. Das aufgeplatzte Grab weist in eine neue Richtung. Berührt von Gottes Heiligem Geist, wird Jesus wiederhergestellt.
Glück und Erfüllung lassen sich nicht von der Erde in den Himmel bauen. Der richtige Weg ist die demütige Annahme der Zuneigung Gottes, der vor der Dornenkrone ebenso wenig halt macht wie vor dem Dornbusch dazumal. Ich stelle mir Erlösung wie ein riesiges Aufatmen vor. Hier mitten unter uns bleibt Gott der „Ich-bin-für-dich-da“. Im Auferstehungsjubel bleibt die Passion sichtbar. Der Sieger trägt die Wundmale. Er wird weniger erkannt an der neuen Herrlichkeit denn an der bleibenden Zuwendung und dem bleibenden Verständnis für alles Verwundete. Gott wird identifizierbar in den Erfahrungen der Begrenzung des Lebens. Der Normalfall christlicher Ostererfahrung ist nicht der Halleluja-Jubel. Der Normalfall ist die Treue zum Armen, das Stehen zu Gott in den Wechselfällen des Lebens und die tägliche Übung seiner demütigen Annahme als Herrn und Erlöser.
Diese Botschaft wurde noch nie gern gehört. Als Christen in der Medienarbeit wissen wir nur zu gut, wie verführerisch es ist, auf der „Alles wird gut“ – Welle zu schwimmen. Wir halten dagegen: „Alles ist gut“, und schlussendlich führen Tod und Untergang der Welt und des Menschen darin nicht zur Vernichtung, sondern zum Auftrag, dagegen aufzu(er)stehen. „Alles ist gut“ als Frohe Botschaft versteht sich nicht als Beschreibung eines Zustandes, sondern als gehorsame Annahme der Präsenz Gottes, des Über-Allem-Guten (Franziskus von Assisi) in den Wunden der Welt. Christi Passion war es und wurde es, die Präsenz der brennenden Fürsorge Gottes im Blinden, Lahmen und Stummen, im Sünder und in anderen Ausgeschlossenen zu glauben und zu bekennen. Aus seiner Auferweckung erwächst uns der Beistand, dieses Unbeschreibliche immer neu zu beschreiben und zu Menschen mit einer Oster-Passion für Gott und den Menschen zu werden.
Bruder Paulus Terwitte, Kapuziner
Mai 2006
Mittel.Punkt.
Mittel.Punkt.
Doch ist nicht am Ende gerade alles offen.
Abschließende Worte sollte es nicht geben.
Aufschlussreiche Worte sind notwendig.
Mein Bruder Franziskus findet im TAU den Schlüssel
TAW – Letzter Buchstabe des hebräischen Alphabetes
Tor zum Raum des Unsagbaren
Segensbogen über die Standhaften
Bekenner der lehrenden Leere
FUNDSTÜCK
Neulich kamen zwei Väter miteinander ins Gespräch. Der eine stellte die Frage: „Was machen Sie denn so?“, und bekam zur Antwort: „Ich studiere“. „Ach“, erwiderte der andere Vater interessiert, „und was studieren Sie, wenn ich fragen darf?“ „Meine Kinder“, war die Antwort.
in: Christoph Schmitt
Erstkommunion als Familienkatechese.
Eine Einführung in die „catequesis familiar“
Mittel.Punkt. wird gestaltet und verantwortet vom geistlichen Beirat der GKP, Br. Paulus Terwitte, Kapuziner
Juni 2006
Mittel.Punkt.
Mittel.Punkt.

An die Mauer des kaiserlichen paedegogium, der Schule für römische Pagen, wurde dieses Spott-Kruzifix eingeritzt. Es zeigt einen gekreuzigten Eselskopf mit der Inschrift: Alexamenos betet (seinen) Gott an.
FUNDSTÜCK
Dem amerikanischen Geistlichen Henry Ward Beecher wurde einmal vor einem Sonntagsgottesdienst ein Brief überreicht. Darin stand ein einziges Wort: »Blödmann«. Beecher erzählte seiner Gemeinde von dem Brief. „Ich kenne viele Beispiele dafür, dass jemand einen Brief schreibt und vergisst, seinen Namen darunter zu setzen“, sagte er, „aber das ist der erste mir bekannte Fall, dass jemand seinen Namen darunter setzt und vergisst, den Brief zu schreiben.“ Von einem Kalenderblatt
Mittel.Punkt. wird gestaltet und verantwortet vom geistlichen Beirat der GKP, Br. Paulus Terwitte, Kapuziner
Juli 2006
Mittel.Punkt.
Mittel.Punkt.
Björn
Maria
Urlaubsfahrt
Höllenfahrt
Himmelfahrt
joggen
skydiven
entfalten
ich
du
wir
ankommen
ewig
lang
kurz
vollendet
fragmentarisch
aufgelöst
geöffnet
angerissen
verschlossen
zum 15. August
FUNDSTÜCK
„Was genau hat euch denn gefallen?“ fragt der Priester zwei Mädchen, vielleicht 16 und 18 Jahre alt, die sich nach
einer Eucharistiefeier in einer Pfarrkirche bei ihm bedanken. Die Antwort kann eigentlich nur sein: „Die Musik“,
denn Chor und Instrumentalisten hatten bei den überwiegend jugendlichen Mitfeiernden Begeisterungsstürme
ausgelöst. Aber nicht dieses Wort fällt, sondern: „Wie Sie Eucharistie gefeiert haben.“ Die Formulierung verrät
schon die Insider und tatsächlich stellt sich heraus: Es sind Ministrantinnen. „Das interessiert mich jetzt sehr,
könnt ihr noch genauer sagen, was?“ Die beiden tun sich schwer: „Die Gebete, die Sie gesprochen haben – das
war eine Sprache, die hat man einfach verstanden, das war ganz anders als sonst.“ Der Priester greift in seine Brusttasche,
gibt den beiden seine Visitenkarte: „Das ist ein Freifahrschein. Nein, nicht für euch, sondern für mich.
Ladet mich einmal ein: für einen Nachmittag oder für ein ganzes Wochenende. Das kostet nichts. Und dann reden
wir darüber, warum wir heute in der Kirche immer noch den gleichen Text verwenden, den Christen schon vor
mehr als 1700 Jahren gebraucht haben. Dann reden wir über das zweite Hochgebet. Oder hat in den letzten fünf
Jahren schon einmal jemand mit euch darüber gesprochen, warum wir nach so langer Zeit immer noch mit den
gleichen Worten beten wie unsere Vorfahren? Und was alle diese alten Sätze bedeuten?“
aufgezeichnet von Eduard Nagel
Mittel.Punkt. wird gestaltet und verantwortet vom geistlichen Beirat der GKP, Br. Paulus Terwitte, Kapuziner
September 2006
Mittel.Punkt.
Mittel.Punkt.
daheim
menschenfischer
doch
wir lassen uns
nicht
gern fischen
im land
der dichter und denker
dichten und denken
brücken bauen
zum
herrn
der
ernte
zum Besuch von Benedikt XVI.
in seiner Heimat (9.-14. September 2006)
HEIMAT KIRCHE
Heimat ist, wo sich die Menschen verstehen und füreinander da sind. Unter dem fürsorgenden Blick der Eltern haben wir die ersten Schritte ins Leben gewagt. Ihre Liebe ließ uns den ersten festen Boden unter den Füßen gewinnen, den wir als Zuhause bezeichnen. Wenn Benedikt XVI. in diesem Monat seine bayrische Heimat besucht, erinnert er uns daran, wie wichtig sie für unsere Existenz und Identität ist. Unsere Herkunft und unsere Familie sind bedeutsame Spiegel einer Heimat, die Gott selber dem Menschen geben will. Unser Zuhause ist nicht der Himmel auf Erden. Oft wird es mit unrealistischen Erwartungen überfrachtet. Es ist eine Illusion zu glauben, dass sich Menschen vollkommen verstehen können, dass es Familien gibt, in denen absoluter Friede herrscht. Wenn wir uns jedoch als Botschafter einer Liebe sehen, die Gott gibt, fällt es uns leichter, in der Familie täglich neu um Verständnis und Liebe zu ringen. Wie jede gute Familie gibt es auch in der Kirche Probleme, die teilweise öffentlich wahrgenommen werden. Beide leben jedoch nicht von dem, was sie repräsentieren. Trotzdem kann es sein, dass viele Menschen, die zwischen dem 9. und 14. September dem Papst zujubeln „nur“ an seiner öffentlichen Person und damit an der äußeren Darstellung der Kirche hängen bleiben. Deswegen fürchte ich die Tage des Papstbesuches auch ein wenig. Denn wir Christen glauben nicht an den Heiligen Vater, sondern an den Vater im Himmel. Wir glauben nicht an die Kirche, sondern – wie es im Credo heißt – an den Heiligen Geist, der uns den langen Atem gibt, einander Heimat zu schaffen. Benedikt XVI. weiß das. Ob es alle in der Kirche wissen, kann ich nur hoffen. Manchmal wird mir auch innerkirchlich zu viel von Papst und Vatikan gesprochen. Denn dann gerät schnell aus dem Blick, dass Kirche viel mehr ist: Sorge um die Kranken und uneigennützige Hilfe. Das wird in vielen Fernsehsendungen und Zeitungen nicht aufgegriffen, obwohl dies viel intensiver davon zeugt, wo wir uns beheimatet wissen.
Erstveröffentlichung in LIBORIUS-MAGAZIN 9/2006
November 2006
Mittel.Punkt
Das ist mein Streit:Sehnsuchtsgeweiht
durch alle Tage schweifen.
dann, stark und breit,
mit tausend Wurzelstreifen
tief in das Leben greifen -
und durch das Leid
weit aus dem Leben reifen,
weit aus der Zeit.
RILKE
So spannend ist Menschsein: Sehnsüchtig schweifend durch die Tage ziehen einerseits. Dann dem aber ein Ende machen und tief in das Leben greifen. Es beginnt Reifung und ein Hinwachsen aus der Zeit in die Ewigkeit. Schön, wenn solche Schritte hintereinander erfolgen können. Biographien sind jedoch heutzutage und nicht nur heute vielfältig gebrochen. Menschen müssen ihrer Arbeitsstelle hinterher reisen. Partnerschaften enden, noch bevor oder auch nachdem man einander die Ehe versprochen hat. Der Beruf, für den man die Ausbildung anfing, existiert nach der Abschlussprüfung schon gar Abschlussprüfung schon gar nicht mehr.
Kinder wachsen ohne Vater oder – weniger ist dies der Fall - ohne Mutter auf. Die Reihe lässt sich aus Ihren Erfahrungen, liebe Kolleginnen und Kollegen, leicht fortsetzen. Solche Belastungen der menschlichen Existenz sind nicht neu. Eine um sich greifende Geschichtsvergessenheit erweckt dem Zeitgenossen den Eindruck, heute ginge es ihm besonders schlecht. Das christliche Menschenbild weiß schon seit jeher: Es steht um den Menschen so, dass er tatsächlich voller Sehnsucht ist nach Dem nämlich, dessen Ebenbild er ist. Doch gehört zu einem vollen und gültigen Menschsein ebenso unserer Behinderung, uns selber diese Sehnsucht zu erfüllen. Solange der Mensch in der Illusion lebt, es gäbe ein Leben ohne Leid, ohne Streit und ohne Schweigen zwischen den Menschen, wird er im Leid, im Streit und um Schweigen meinen, er lebe nicht oder zumindest nicht richtig.
Zu meinen ersten Übungen als junger Ordensmann gehörte es, in all dem Kleinkram, der sich zwischen uns Brüdern ereignen kann, den ICH BIN DA zu suchen. Gott erscheint im Dornbusch, und er wendet sich uns endgültig unter der Dornenkrone zu: DA IST GOTT. In meiner Hauptaufgabe der Berufungspastoral für unseren Orden möchte ich der Versuchung widerstehen, anzupreisen, was man alles werden kann mit Gott und dem Orden. Oft kommt es im Leben ja doch ganz anders, als man es sich vornimmt. Vielmehr möchte ich verkünden, dass die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben einen Grund hat, den man ansprechen kann. Erst der Glaube an einen verlässlichen Gott kann Menschen dazu anstiften, ihre Wahl zu treffen und Wurzelstreifen ins Leben zu treiben.
Wir Christen erwarten nicht etwas vom Leben, sondern Jesus, den Herrn, in unserem Leben. Wenn November und Advent mit Nebel und frühem Dunkel das Fürchten lehren, klingt in der Kirche das Maranatha – Komm Herr Jesus, komm. Unsere Gemeinschaft ist kein Zweckverband gegen die Angst, sondern eine Weggesellschaft, die voller Hoffnung Dem hinterhergeht, Der uns vorangeht. Solche Hoffnung macht nicht blauäugig, sondern hellwach. Sie macht tragfähig und lernbereit, sie treibt zu engagierter Kritik und befähigt zur Umkehr.
Im Synodenbeschluss „Unsere Hoffnung“ heißt es: „Der Weg der Kirche ...ist der Weg gelebter Hoffnung. Er ist auch das Gesetz aller kirchlichen Erneuerung. Und er führt uns in die einzige Antwort, die wir letztlich auf alle Zweifel und Enttäuschungen, auf alle Verwerfungen und alle Indifferenz geben können. Sind wir, was wir im Zeugnis unserer Hoffnung bekennen? Ist unser kirchliches Leben geprägt vom Geist und der Kraft dieser Hoffnung? Eine Kirche, die sich dieser Hoffnung anpasst, ist schließlich auch dem Heute angepasst, und ohne Anpassung an diese Hoffnung hilft ihr kein noch so brisantes Aggiornamento. „Die Welt“ braucht keine Verdoppelung ihrer Hoffnungslosigkeit durch Religion; sie braucht und sucht (wenn überhaupt) das Gegengewicht, die Sprengkraft gelebter Hoffnung. Und was wir ihr schulden, ist dies: das Defizit an anschaulich gelebter Hoffnung auszugleichen. In diesem Sinn ist schließlich die Frage nach unserer Gegenwartsverantwortung und Gegenwartsbedeutung die gleiche wie jene nach unserer christlichen Identität: Sind wir, was wir im Zeugnis unserer Hoffnung bekennen?“
Ich freue mich, einigen von Ihnen zu begegnen bei unserem Treffen in Bamberg oder auch bei den Besinnungstagen unserer Gesellschaft in Amöneburg.
Ihr Bruder Paulus
Mittel.Punkt
Dezember 2006Beachte …die Armut dessen, der da in der Krippe liegt und in Windeln eingehüllt ist. O wunderbare Demut, o staunenswerte Armut! Der König der Engel, der Herr des Himmels und der Erde wird in eine Krippe gelegt! KLARA VON ASSISI
Knapp dreißig Jahre alt mag der junge Mann gewesen sein, den ich fragte, warum er seine Freundin nach acht Jahren gemeinsamen Wohnens nicht heirate. Die Antwort war ebenso schnell wie lakonisch: „Es könnte ja noch was Besseres kommen.“ Als ich ihn mit offenem Mund anstarrte, erbleichte er. Ihm wurde bewusst, dass er im seine Freundin tagtäglich um die Bessere betrogen hatte und betrügt. Er war und ist nicht bereit, sich mit allen Konsequenzen vollkommen auf sie einzulassen. Er hält das Beste von sich für „was Besseres“ zurück. Gleichzeitig hält er seine Freundin auch davon ab, sich einen Mann zu suchen, für den es keine Bessere geben soll als sie.
Mir zeigt diese Episode, dass wir die Adventszeit bitter nötig haben. In ihr erwarten die Christen Jesus, der für sie das Beste, besser: der Beste ist. Sein Kommen entlastet von dem gnadenlosen Bestreben, im täglichen Leben das Allerbeste finden, wählen, schenken oder – schlimmer noch – der Allerbeste sein zu müssen. Die adventliche Hoffnung auf die Ankunft Christi macht fähig, mit den eigenen Unzulänglichkeiten und denen der Anderen zu leben. Auch Entscheidungen müssen nicht hundertprozentig von mir abgesichert sein; so klug ich auch sein muss, so hoffnungsvoll darf ich Gott alle Restunsicherheiten überlassen.
Der Advent ist Große Trostzeit für das Leiden des Menschen daran, dass er sein Leben nicht allerbestens einrichten kann. Was aufgrund seiner Entschlüsse alles auf ihn zukommt, hat er nicht in der Hand. Aber was ihm aufgrund seines überlangen Abwartens auf das Allerbeste erspart bleibt, oder, je nach Perspektive, vorenthalten wird, ebenfalls nicht. Die Adventsstimmung verführt dazu, in (hoffentlich) selige Kindertage zurückzugehen, wo andere unser Wohlsein verantworteten. Der Advent, wie er gefeiert werden will, meint aber unsere erwachsenen Tage. Er meint die Wirklichkeit unserer Existenz und die erlösende Botschaft, dass nicht wir den vollkommenen Himmel zu vollbringen haben, sondern den kommenden Himmel in unseren Grenzen empfangen dürfen, um mit ihm die Welt zu gestalten. Mich entstresst diese Botschaft ungemein. Unser Leben bleibt, wie wir es auch drehen und wenden, bescheiden. Lichtund Goldglanz um Adventskranz und Krippe weisen auf das Wunder, dass sich Gott den Luxus seiner Gegenwart darin leistet.
Die Gefährtin des heiligen Franziskus, Klara von Assisi, macht ihre Mitschwester Agnes von Prag auf dieses Geschenk Gottes in poetischen Worten aufmerksam. Das Beste legt sich hinein in unsere Armut. Unsere Fragen und Auseinandersetzungen macht sich Jesus zu eigen, um sie und uns mit ihnen auf Gott hin aufzubrechen.
Lernen wir in diesen Wochen neu, dass es zwar ganz auf uns, mehr jedoch auf Gott ankommt, wenn wir uns fragen, was aus uns und unserem Leben wird. Das Grunddatum der Erlösung, der Eintritt des Schöpfers in den Schoß eines Geschöpfes, um selber Schöpfung zu werden, adelt die Schöpfung und alles, was wir darin anstellen und angestellt haben. Erlösung und Glückseligkeit sind nicht Folge einer verkrampften Suche weg von der Wirklichkeit hin zum vermeintlich noch Besseren und Besten (und unselig damit verbunden oftmals auch gleichzeitig die Suche nach dem Billigeren und Billigsten). Es kommt nichts Besseres mehr, weil das Beste schon gekommen ist. Hier und jetzt ist die Stunde der Hingabe Gottes an uns. Hier und jetzt packen wir an und beginnen mit ganzer Hingabe, zu leben und zu arbeiten. Verschenken Sie doch im Blick auf die Armut Jesu in der Krippe ein offenes Wort über Ihre eigene Bedürftigkeit: Schreiben Sie in Ihren Weihnachtsgrüßen, warum der Empfänger für Sie ein Geschenk ist. Bitten Sie ihn konkret um etwas. Auf der anderen Seite können Sie auch einen Vorschlag machen, wo Sie Ihren Nächsten unterstützen wollen. Suchen Sie nicht nach den allerschönsten Formulierungen. Entlasten Sie sich davon, das originellste Geschenk des Freundeskreises zu finden. Befreien Sie sich vom Streben nach der raffiniertesten Verpackung. Seien Sie mit ganzer Hingabe einfach und ehrlich in all Ihren Grenzen. Darin wird Gott am Besten ankommen.
Ihr Bruder Paulus
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