7 Fragen an Dr. Raphael Rauch

Dr. Raphael Rauch (32) hat Geschichte, Politikwissenschaft und Kath. Theologie in Tübingen, Aix-en-Provence und an der Yale University studiert. Nach einer zeithistorischen Promotion an der LMU München folgte eine Redakteurstätigkeit fürs ZDF in Mainz. Seit April 2017 ist er Religionsredakteur bei Radio SRF 2 Kultur in Basel.

Ihr persönlicher Weg zum
Journalismus?

… begann zwei Häuser weiter: Ich bin in der ehemaligen Zeitungsstadt Leutkirch im Allgäu aufgewachsen und hatte Redakteure der „Schwäbischen Zeitung“ als Nachbarn. Die löcherte ich so lange mit Fragen, bis ich freier Mitarbeiter wurde. Später folgte das studienbegleitende Volontariat der Konrad-Adenauer-Stiftung. Stationen: dpa, ZDF Brüssel, Welt-Feuilleton, SWR. Während der Promotion: Producer-Tätigkeit für das ARD-Studio Genf.

Ihre Vorbilder?
... sind nicht nur Journalisten: Als Sohn von Entwicklungshelfern weiß ich, wie vor allem stille, unbekannte Helden die Welt ein bisschen besser machen. Der Religionspädagoge Albert Biesinger hat mich gelehrt, dass mit innerer Gelassenheit fast jede Herausforderung zu meistern ist. Und natürlich schätze ich viele Kolleginnen und Kollegen: Ich lese alle Texte von Evelyn Roll (SZ), schätze die Radiosprache von Judith Wipfler (SRF), die TV-Stücke von Daniel Hechler (ARD) und Stefan Leifert (ZDF) – und liebe die Interviews von Marietta Slomka (ZDF).

Ihre schönsten Erlebnisse im Beruf?
Leidenschaft zu spüren. Menschen und Orten zu begegnen, die mir sonst verschlossen blieben. Recherche-Reisen mit „magic moments“ zu erleben. Und jeden Tag Neues zu lernen, die eigenen Vorurteile zu hinterfragen und mit Geistesgegenwart und kritischem Blick Teil der vierten Gewalt zu sein.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?
Einen klaren inneren Kompass. Lust, den Mächtigen aufs Maul zu schauen. Hartnäckigkeit. Charmante Unverschämtheit.   

Wie bringen Sie Privatleben und Beruf unter einen Hut?
Unter der Woche manchmal gar nicht. Am Wochenende mit ganz bewusst gewählten Offline-Momenten. Das Zürcher Kulturleben und die Berge in der Nähe helfen abzuschalten (Freunde sagen: Schön wär’s. Ich antworte: Als Journalist ist man immer im Dienst.).

Warum sind Sie in der GKP?
Michael Schnieber hat mich schon als junger Ministrant auf die GKP aufmerksam gemacht. Eingetreten bin ich aber erst durch Michaela Pilters’ ebenso charmantes wie nachdrückliches Werben.

Was erwarten Sie von der GKP?
Ein Netzwerk zu kirchlichen und ethischen Themen. Und etwas mehr Stachel im Fleisch der katholischen Kirche: Wer, wenn nicht wir Journalisten, kann Bischöfen und Laien-Funktionären den Spiegel vorhalten, auf die Finger klopfen und vor Augen führen: Bitte mehr Taten statt Worte, wir leben im Jahr 2018?!

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