7 Fragen an Max Cappabianca OP

P. Max Cappabianca OP ist 1971 in Frankfurt am Main geboren, die Eltern stammen aus Neapel (Italien). 1996 trat er dem Dominikanerorden bei. Nach der Priesterweihe im Jahr 2000 Tätigkeit als Kaplan in der Düsseldorfer Altstadt. 2003-2005 journalistisches Volontariat bei der Katholischen Fernseharbeit und dem IFP. 2006-2009 Redakteur in der deutschen Sektion von Radio Vatikan. 2009-2016 Mitarbeiter der vatikanischen Ostkirchenkongregation und weiter Mitarbeit bei Radio Vatikan. Seit 2017 kath. Hochschulpfarrer an den Universitäten und Hochschulen in Berlin und Sprecher des Verkündigungsformats „So gesehen“ bei SAT1 (Samstagnachmittag).

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?
Es begann 1999 mit einem 9-monatigen Praktikum beim „Jour du Seigneur“ Paris, der katholischen Fernseharbeit bei „France2“: Jeden Sonntag gestaltet ein Team von 40 Leuten eineinhalb Stunden Programm (Magazinsendung, Messübertragung). Ich war damals gerade fertig mit dem Theologiestudium und konnte erleben, wie wichtig die Medien für die Kirche in Frankreich sind, einem Land, das viel stärker säkularisiert ist als Deutschland. Als Kaplan in Düsseldorf habe ich 2000 und 2002 zwei ZDF-Fernsehgottesdienste gefeiert. 2003 schließlich die Entscheidung, ein journalistisches Volontariat bei der Katholischen Fernseharbeit der Deutschen Bischofskonferenz in Frankfurt zu absolvieren. Seitdem bin ich in unterschiedlichster Weise journalistisch unterwegs.

Ihre Vorbilder?
Mich haben immer Menschen beeindruckt, die loyal sind, zugleich aber kritisch und unbestechlich bleiben. Da fällt mir z. B. Pater Federico Lombardi SJ ein, der frühere Generaldirektor von Radio Vatikan, der sich in einem Biotop wie dem Vatikan bewegen konnte, ohne sich zu verbiegen; aber auch Journalistinnen wie Deutschlandfunk-Redakteurin Christiane Florin, die mit herrlichem Humor ihre Zuhörerinnen und Zuhörer zwingt, gegen den Strich zu denken.

Ihre schönsten Erlebnisse im Beruf?
Seit vielen Jahren kommentiere ich liturgisch für das ZDF die Gottesdienstübertragungen aus dem Vatikan, zusammen mit Michaela Pilters. Der Tod von Papst Johannes Paul II. und die Wahl Benedikts XVI. haben auch als Medienereignis bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen – bei allem, was man an dem damaligen Medienhype kritisieren kann.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?
Man muss Spaß daran haben, Menschen komplexe Themen zu vermitteln und die Fähigkeit, sich auf die Perspektive der Rezipienten einzulassen. Sonst hebt Journalismus ab. Als Dominikaner ist mir die Leidenschaft für die Wahrheit eingeimpft (unser Ordensmotto heißt „Veritas“). Diese Leidenschaft teilen wir mit guten Journalisten.

Wie bringen Sie Privatleben und Beruf unter einen Hut?
Ich lebe seit 22 Jahren als Dominikaner in einer Gemeinschaft, die mich privat und beruflich trägt. Besseres hätte mir gar nicht passieren können.

Warum sind Sie in der GKP?
Ich glaube, mein damaliger Kollege in der Katholischen Fernseharbeit und jetziger Sprecher des Erzbistums Freiburg, Michael Hertl, hat mich auf die GKP angesprochen. Ich bin dankbar für die Netzwerke, die sich durch die GKP erschlossen haben und die in den verschiedenen Etappen meines bisherigen Berufslebens wertvoll waren.

Was erwarten Sie von der GKP?
Ad extra: Ich finde es wichtig, dass sich die GKP zu medienpolitischen Themen äußert. Ad intra: Die GKP sollte auch innerkirchlich weiterhin als kritischer Gesprächspartner in Medienfragen auftreten.

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