7 Fragen an Benjamin Lassiwe

Benjamin Lassiwe

Benjamin Lassiwe, selbständiger Journalist in Berlin und Potsdam, berichtet als Landeskorrespondent für die Lausitzer Rundschau, den Prignitzer und den Nordkurier aus dem Potsdamer Landtag und ist mit kirchlichen Themen bundesweit in diversen Regionalzeitungen vertreten. Im Ehrenamt ist Benjamin Lassiwe Vorsitzender der Brandenburger Landespressekonferenz.

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?
Als ich 1997 mit meinem Studium begann, war mir klar, dass man mit den Fächern, die mich interessieren - Mittelalterliche Geschichte und Skandinavistik - nicht viel werden kann. Konsequenterweise habe ich gleich in meinen ersten Semesterferien das erste Redaktionspraktikum gemacht, mancher Kommilitone lachte damals darüber. Dann kam eines zum anderen: Die Erkenntnis, dass man im Bereich von Kirche und Religion eine Marktlücke hat - die für jemanden, der als Jugendlicher in der Kirchengemeinde mitwirkte, gut zu schließen war. Und die Möglichkeit, an der einen oder anderen Stelle frei zu arbeiten - als das Studium vorbei war, stand der Bauchladen so, dass der Magister bequem davon leben konnte.
Ihre Vorbilder?
Da gibt es viele - und manche von ihnen werden diesen Fragebogen lesen. Deswegen möchte ich hier niemanden namentlich nennen.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?
Schöne Erlebnisse hat man immer dann, wenn sich Leser melden und für einen Artikel bedanken. Einmal hat sogar eine heute in der Nähe von Bremen lebende ehemalige Schulkameradin meinen Text im „Weser-Kurier“ bemerkt und sich dann über die Redaktion nach meiner Adresse erkundigt. Seitdem haben wir wieder losen Kontakt.

Was halten Sie für unerlässlich für Journalisten im Beruf?
Ehrlichkeit,  Aufrichtigkeit und Taktgefühl. Man sollte bei allen Geschichten, die man aufschreibt und bei aller berechtigten Kritik in Kommentaren immer in der Lage sein, dem Gegenüber am nächsten Tag noch in die Augen zu sehen. Das gelingt auch mir nicht immer. Dazu kommen Hartnäckigkeit, Recherchefreudigkeit und ein gewisses Verkaufstalent. Gerade für den Selbständigen - den doch sehr an Prostitution erinnernden Begriff „Freier“ sollte man endlich aus den Wörterbüchern streichen! - geht es nicht ohne.

Wie bringen Sie Privatleben und Beruf unter einen Hut?
Zunächst: Ich bin Single, habe keine Kinder. Was aber sicher auch am Beruf liegt: Wer als Selbständiger Geld verdienen will, tut gut daran, nur wenig Privatleben zu haben. Der Beruf des Journalisten lebt davon, dass man auch abends und am Wochenende Termine hat - die spätabendlichen Telefonate, die Hintergrundgespräche in einer Hotelbar oder die Empfänge im Landtag geben die Informationen, die man in diesem Geschäft so dringend braucht. Schön ist es allerdings, dass aus manchen Kollegen und sogar Konkurrenten im Laufe der Zeit echte Freunde werden.

Warum sind Sie in der GKP? Wer hat die hineingebracht? Was hält Sie?
In der GKP zu sein, also einem Verein, der das „katholisch“ schon im Namen trägt, ist für mich nicht selbstverständlich: Schließlich habe ich „das andere Gesangbuch“, bin evangelisch. Dass ich trotzdem von Christoph Strack darauf angesprochen wurde, hat mich damals überrascht. Nach dem gastweisen Besuch einiger GKP-Termine war mir aber klar: In diesen Verein musst Du eintreten. Einmal, weil ich ein überzeugter Ökumeniker bin, zum zweiten, weil mir der Austausch mit ähnlich denkenden Kollegen wichtig und wertvoll ist. Und zum Dritten, weil es im evangelischen Bereich einen vergleichbaren Verein nicht gibt. Ich persönlich hoffe auch, dass er nie gegründet wird: Denn in Zeiten kleiner werdender Kirchen ist eine größere Gemeinsamkeit zwischen den Journalisten, die sich als christlich geprägt verstehen, wichtiger als jede Form des Konfessionalismus. Ich würde mich daher freuen, wenn noch mehr evangelische Kollegen in die GKP kämen.

Was erwarten Sie von der GKP?
Dass sie eine starke Stimme der Journalisten in und gegenüber den Kirchen ist. Und dass sie in Zeiten von Fake-News-Debatten und populär gewordener Medienschelte deutlich machen kann, dass auch viele Journalisten Menschen sind, die ihr Leben und ihre Arbeit an einem festen Wertefundament ausrichten.

 

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