7 Fragen an Reinhard Sentis

Seit 2006 arbeitet Reinhard Sentis beim Stadtdekanat Bonn. Anfänglich Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, leitet er heute die Stabsstelle Kommunikation mit einem kleinen Team. Sie betreuen zehn Websites, zwanzig Social-Media-Accounts, beraten intern, geben Medientrainings, erstellen Werbematerialien und betreuen das Agenturgeschäft. Seit 2007 ist er auch GKP-Mitglied.

 

 

Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?
Da muss ich gestehen: Ich bin kein Journalist und habe auch nie in einer Redaktion gearbeitet. Jedoch habe ich mich für Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Vermittlung ebenso interessiert wie für Medienethik. Diese Themen waren auch Schwerpunkte meiner Arbeit an der Uni ebenso wie bei gemeindlichen Projekten. Dass wir in den 90er Jahren in den Vorlesungen einen Beamer eingesetzt haben, wurde teilweise mit dem Attribut „populärwissenschaftlich“ deklariert. Anfänglich nur nebenbei wandelte sich schließlich mein Aufgabengebiet hin zum Schwerpunkt Kommunikation. Heute betreue ich mit zwei Mitarbeitern die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Stadtdekanates Bonn und des Bonner Münsters.
Der konstruktive Austausch mit den Journalisten wie auch ein vertrauensvolles Verhältnis waren mir dabei immer wichtig, weshalb ich früh den Weg in den Bonner Medienclub fand, mit mehr als 250 aktiven Medienleuten. Hier erlebe ich den mitunter schmerzhaften aber auch sehr spannenden Wandel in der Medienlandschaft, der mich auch über meine eigene Rolle immer wieder nachdenken lässt.

Ihre Vorbilder?
Ein direktes Vorbild habe ich nicht. Mich haben vor allem jene Journalisten beeindruckt, die immer wieder die Story hinter der Geschichte suchten und fair und mit weitem Augenmaß berichteten.

Ihr schönstes Erlebnis im Beruf?
Schön ist es immer, wenn ein Plan besser funktioniert, als ich es erhoffe. Aber immer wieder gerne erinnere ich mich an meine erste große Aufgabe ganz am Anfang: die Überbringung der längsten Geburtstagskarte für Papst Benedikt am 18. April 2007. Nach einer breiten und vielfältigen Vorberichterstattung ging es mit der Bonner Delegation. Dort musste ich dann mit den damals doch recht bescheidenen Mitteln die Berichterstattung zwischen CTV, WDR und den Medien in der Heimat koordinieren. Es war ein Sprung ins kalte Wasser, aber kaltes Wasser hält auch frisch und munter. Darüber hinaus gab es aber noch sehr viele andere schöne Termine und Begegnungen.

Was halten Sie für unerlässlich für einen Journalisten?
Da ließe sich vieles sagen, von Begeisterung bis hin zur Sorgfalt. Aber in Zeiten, wo ökonomische Faktoren und Schnelligkeit eine immer größere Rolle spielen, sollten Verantwortung und Moral nicht auf der Strecke bleiben. Insofern ist das Berufsethos und vor allem die stetige selbstkritische Überprüfung daran unerlässlich.

Wie bringen Sie Privatleben und Beruf unter einen Hut?
Da habe ich es nicht leichter oder schwerer als viele andere Berufstätige. Unser „Kerngeschäft“ läuft natürlich dann, wenn andere feiern oder frei haben. Und je näher es auf Weihnachten zugeht, umso mehr Abwesenheitsnotizen erhält man. Und wenn dann an Weihnachten der Klöppel aus der Glocke bricht, schwingt man sich noch mal auf den Turm und freut sich dann auf die Kaffeetafel daheim umso mehr.

Warum sind Sie in der GKP? Wer hat Sie hineingebracht? Was hält Sie?
Da bin ich hineingerutscht. Freunde und Kollegen machten mich darauf aufmerksam. Da ich durch Kindheit und Jugend auch irgendwie Vereinsmensch bin, war und ist das dann auch eine Selbstverständlichkeit.

Was erwarten Sie von der GKP?
Ich würde mich über mehr berufsbezogene Veranstaltungen und Aktivitäten freuen, insbesondere jene, die den digitalen und damit auch medialen Wandel betreffen. Es gibt interessante Termine in der Region, doch ist dann die Entfernung oft ein Problem.

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